Krisensitzung am Samstag

Hahnenkamm-Bahn wird weiter fahren

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Nach einem Treffen vom Samstag steht fest: Auch in diesem Winter werden die Reuttener Eilbahnen fahren.

Reutte – Der auch über der Grenze bekannte und beliebte Reuttener Hahnenkamm bei Höfen hat schon wesentlich ruhigere Zeiten erlebt. Der Haussegen zwischen Betreiber und der Kommune als Grundbesitzer hängt mehr als schief. Dennoch ist der Schibetrieb für diesen Winter offenbar gesichert.

Das ist das Ergebnis eines kurzfristig einberaumten Krisentreffens zwischen Gesellschaftern der Liftgesellschaft Reuttener Seilbahnen GmbH&CoKG sowie Vertretern der Gemeinde Höfen und der Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen vom Samstag. Noch Ende der Woche hat es so ausgesehen, als ob die Bahn geschlossen wird. Schon seit der Übernahme durch Peter Gerber vor vier Jahren kriselt es zwischen ihm und der Gemeinde Höfen. 

Gegenseitige Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung. Ein Rechtsstreit ist anhängig. Es gibt eine Unterlassungsklage für die Benutzung und Bewerbung der Flächen am Hahnenkamm und eigentlich kein Überfahrtsrecht. Der Gemeindeführung gehe es aber nicht wirklich darum, den Betrieb zu stören oder zu unterbinden, sondern dass der Reuttener Steuerberater Gerber endlich einen neuen Vertrag über gemeinschaftliche Nutzungen am Berg unterschreibt. 

In der neuen Vereinbarung sollen vor allem Platz und Zugang für alle anderen Hütten am Hahnenkamm gesichert werden. Man will einem Monopol am Berg entgegenwirken. Höfens Bürgermeister Vinzenz Knapp, auch Substanzverwalter der Agrar, sagt zur Vorgeschichte: „Nachdem Peter Gerber über einen längeren Zeitraum die Pacht an uns nicht gezahlt hatte, sahen wir den alten Vertrag als obsolet an. Zwischenzeitlich wurde ihm ein neuer Vertragsentwurf präsentiert, aber er reagierte nicht“. 

Peter Gerber sieht das naturgemäß anders und sieht dem Gerichtsgang ruhig entgegen. Ihm gefallen zu viele Punkte im neuen Vertragsentwurf nicht. Er könne nicht zum eigenen Nachteil unterschreiben und sieht den alten Vertrag gültig. 

Gerber macht Ernst

Vergangene Woche hätten die neuen Beschneiungsanlagen am Hahnenkamm wasserrechtlich genehmigt werden sollen. Die Gemeinde Höfen verweigerte das. Da kündigte Eigentümer Peter Gerber an, den Betrieb gänzlich einzustellen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei die Firma Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG ohne Schibetrieb nicht zu führen, war zu vernehmen. Das Kind schien endgültig in den Brunnen gefallen zu sein. 

Die Tatsache, dass der Betrieb der Reuttener Seilbahnen für die gesamte Region des Reuttener Talkessels von großem öffentlichem Interesse ist und ein Stillstand des Seilbahnbetriebes für Tourismus und einheimische Bevölkerung mit einem großen materiellen und ideellen Schaden verbunden wäre, hat die Vertreter des Planungsverbandes Weißenbach bis Vils aktiv werden lassen. 

Auf Einladung von Verbandsobmann Wolfgang Winkler, Bürgermeister von Ehenbichl und Geschäftsstellenleiter der Wirtschaftskammer, sind am Samstag in der Wirtschaftskammer (WK) Reutte kurzfristig wichtige Entscheidungsträger aus der Region zusammen gekommen, um eine Lösung zu finden. 

Einigung erzielt

Dabei wurde eine Einigung zwischen Gesellschaftern der Liftgesellschaft Reuttener Seilbahnen GmbH&CoKG sowie Vertretern der Gemeinde Höfen und der Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen erzielt. „Nach beinahe dreistündiger Verhandlung unter der Führung der Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf konnte ein positives Ergebnis erzielt werden. 

Obwohl Bürgermeister Knapp die Unterschrift für den Antrag zur Kollaudierung, die Wiederverleihung des Wasserrechts und die naturschutzrechtliche Bewilligung für die Beschneiung verweigerte und den Sitzungsraum verließ, haben die restlichen Vertreter der Gemeinde Höfen den Antrag akzeptiert und unterfertigt“, sagte dazu Geschäftsführer Peter Gerber. Einem Schibetrieb am Hahnenkamm – scheint im Moment zumindest – ohne dem schwebenden Rechtsstreit die Überfahrungsrechte betreffend, vorgreifen zu wollen, nichts mehr im Wege zu stehen.

niko

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