Bauern ärgern sich über Vorwürfe

Politiker, Land- und Alpwirte tauschen sich beim Fachgespräch auf der Alpe aus

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Manfred Seeboldt (v.l.), Dr. Alois Kling, Christian Neutzner, Angelika Schorer, Matthias Schneider, Anna Häfele, Harald Kleiner, Christina Steinacher, Josef Müller, Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann und Peter Dopfer nach dem Fachgespräch auf der Alpe.

Außerfern/Ostallgäu – Um die EU-Agrarpolitik, die Vorwürfe der Gesellschaft gegenüber Landwirten und um Förderprogramme drehte sich jetzt das neunte Fachgespräch auf der Alpe.

Dazu hatten die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (CSU) und Dr. Alois Kling, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AK ELF) im Ostallgäu, Vertreter der Land- und Alpwirtschaft aus dem Ostallgäu und dem Außerfern auf die Kalbelehofalpe eingeladen, die zwar auf österreichischer Flur liegt, aber vom Pfrontener Rechtlerverband bewirtschaftet wird.

Die Versammelten nutzten die Gelegenheit sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und auszutauschen. Zunächst befasste sie sich mit der EU-Agrarpolitik. Die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 sei derzeit völlig offen. Schorer und Kling rechnen mit möglicherweise mehrjährigen Übergangsbestimmungen, bis der neue Rahmen rechtswirksam wird. 

Beim Thema Agrarpolitik des Bundes diskutierten die Versammelten primär um die Düngeverordnung. Hier bemängelten sie, dass die regional sehr unterschiedlichen Gegebenheiten bei dem ständigen Ausbau der Vorschriften zu wenig berücksichtigt werden. 

Kernpunkt der Diskussionen waren die vielfältigen Vorwürfe der Gesellschaft, denen sich die Landwirte gerade in den vergangenen Monaten ausgesetzt fühlen. Josef Müller, Vorsitzender des AK ELF im Kreis Ostallgäu, und Milchviehhalter in Oberostendorf, beklagte, dass einzelne Missstände auf alle Viehhalter übertragen und diese völlig zu Unrecht beschuldigt werden. „Die allermeisten Landwirte achten sehr darauf, dass es ihren Tieren gut geht“, sagte Müller. 

Einen aktuellen Überblick über die Ausgestaltung, die Inanspruchnahme und die voraussichtlichen Auszahlungstermine bei den für viele Allgäuer Betriebe wichtigen Förderprogrammen Ausgleichszulage und Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) gab Alois Kling. Er wies darauf hin, dass ein Großteil der bestehenden KULAP-Verträge im Herbst ausläuft. Er rechne allerdings mit einer unbürokratischen Verlängerungsmöglichkeit ab dem Jahreswechsel. 

Erhebliche Schäden 

Zufrieden zeigten sich die Gesprächsteilnehmer mit der Förderung der Alpwirtschaft. Demgegenüber beklagten sie beim Thema Wald die derzeitige Situation. Die erheblichen Schäden durch Schneebruch im vergangenen Winter und den starken Borkenkäferbefall machen ihnen zu schaffen. Daneben sei die Markt- und Preissituation geradezu katastrophal, meinten die Versammelten. 

Am Ende der intensiven Diskussion waren sich Angelika Schorer und Alois Kling einig: Auch das diesjährige Fachgespräch auf der Alpe brachte einen wertvollen, grenzüberschreitenden Gedankenaustausch und wichtige Anregungen, die es nun in die weitere politische Arbeit einzubringen gelte.

kb

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