Kontrolle auf der A7

140 Meter im Blindflug

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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.
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Bei der Kontrolle auf dem Rottachtal Parkplatz bei Oy-Mittelberg nehmen die Beamten Fahrer, Beifahrer und Auto genau unter die Lupe.

Oy-Mittelberg – Mit 100 Sachen auf der Autobahn unterwegs, das Handy auf dem Beifahrersitz brummt und schon wandert der Blick Richtung Display.

Schließlich möchte man nichts verpassen und so eine WhatsApp liest sich ja schnell. Doch wer nur fünf Sekunden nicht auf die Straße schaut, legt schon 140 Meter im Blindflug zurück, erklärt Polizeihauptkommissar Jürgen Krautwald, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. 

Deshalb hat die Polizei am frühen Mittwochabend den Verkehr auf der A7 in Fahrtrichtung Kempten über den Parkplatz Rottachtal gelenkt und kontrolliert. Ihr besonders Augenmerk richteten die Beamten dabei auf das Thema „Ablenkung im Straßenverkehr.“

Konzentriert mustert Marcel S. den schwarzen Renault Kombi, streckt seinen Arm aus und weist dem Fahrer an zu halten. „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“, sagt der Polizeimeister, als der Fahrer aussteigt. Zwar richtet die Polizei am Mittwoch ihren Schwerpunkt auf das Thema Ablenkung, trotzdem führt sie dabei sogenannte ganzheitliche Kontrollen durch. 

Bedeutet: Die Beamten schauen sich das gesamte Auto und den Fahrer an, ob beide fahrtüchtig sind. Wen die Polizei dabei kontrolliert, hängt oft vom Bauchgefühl der Beamten ab, erklärt Krautwald. Aus jahrelanger Erfahrung entwickeln diese ein Gespür dafür, „da passt was nicht“, so der Pressesprecher. 

Zum Beispiel wenn ein 18-Jähriger im neuesten Audi vorfährt. Nach der Überprüfung erklären die Polizisten den Fahrern den Hintergrund und Zweck der Kontrollen. „Das stößt nicht immer auf Verständnis“, weiß Heiko B. von der Verkehrspolizei, der die Kontrolle leitet. 

Dennoch möchten die Beamten an diesem Tag die Fahrer vor allem für das Thema Ablenkung im Straßenverkehr sensibilisieren. Und dafür muss nicht nur der Griff zum Handy sorgen, der mit einem Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg bestraft wird. Auch das Hantieren am Navi, Diskussionen mit dem Beifahrer oder die Routine beim täglichen Pendeln können zu fehlender Aufmerksamkeit führen. Nur heutzutage sei der Verkehr sehr dicht. „Man muss all seine Sinne beieinander haben“, so Krautwald. 

Denn „Ablenkung spielt eine große Rolle“ bei schweren Verkehrsunfällen. Da sich die Betroffenen aber nicht selbst belasten müssen, wenn sie deswegen von der Straße abkommen, hat die Polizei „keine belastenden Zahlen, in wie weit das ursächlich ist für Unfälle“, so B. Aber: „Oft liegt die Vermutung nahe, dass der Fahrer durch Unaufmerksamkeit abgelenkt wurde“, erklärt Krautwald. 

Deshalb überprüft die Polizei an diesem Tag mit einer Radarmessung im Reinertshofer Tunnel mögliche Handyverstöße. Doch hier gab es nur wenige Beanstandungen, wie es in einer Pressemitteilung am Donnerstag heißt. Auch der Fahrer des schwarzen Renaults hat damit kein Problem. Das ältere Paar aus Hessen ist gerade auf dem Heimweg vom Gardasee. 

„Das ist meine erste Kontrolle“, sagt die Beifahrerin zu Polizeimeisterin Kristina P., während sich ihr Kollege vom Fahrer den Erste-Hilfe-Kasten im Kofferraum zeigen lässt. Doch hier ist alles okay. „Nehmens noch kurz Platz. Sie dürfen auch gleich weiterfahren“, sagt S. und umrundet mit prüfendem Blick das Auto. Aber auch hier gibt es nichts zu beanstanden. „Hoffentlich kommen wir jetzt durch“, meint der Fahrer, bevor er weiterfährt. 

Schnell nach Hause möchte auch der nächste Fahrer, den S. auf den Parkplatz winkt. Der Mittfünfziger kommt gerade vom Gleitschirmfliegen. Als er aus dem Auto steigt, um den Kofferraum zu öffnen, stutzt die Polizeimeisterin. „Fahren Sie barfuß? Das ist versicherungstechnisch aber schwierig, wenns zum Unfall kommt“, informiert sie. Anschließend greift ihr Kollege zum Funkgerät und überprüft die Daten des Mannes. Aber auch hier ist alles okay, der Fahrer darf weiter. 

129 km/h im 80er Bereich

Bei anderen wurden die Beamten dagegen fündig: So kontrollierten sie mehrere Personen, die zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben waren. Zudem stellten die Beamten Beanstandungen beim Schwerlastverkehr fest. So war die Ladung eines Gefahrgut-Lkws nach Angaben der Beamten unzureichend gesichert. Der 44-jährige Fahrer aus Polen durfte, nachdem er die Fässer ordnungsgemäß gesichert und eine Geldbuße hinterlegt hatte, weiterfahren. 

Doch das war noch nicht alles. Mit der Radarmessung im Reinertshofer Tunnel überwachten die Beamten auch die Geschwindigkeit. Der „Spitzenreiter“ war hier mit 129 km/h bei erlaubten 80 km/h unterwegs. Er muss jetzt mit einem Bußgeld von mindestens 160 Euro, einem Fahrverbot von einem Monat und zwei Punkten ins Fahreignungsregister rechnen.

Katharina Knoll

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