Polizei fasst mutmaßliche Schleuser – Inder muss in Abschiebehaft

Mit dem Taxi vom Brenner nach Deutschland

Grenzkontrolle bei Füssen
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Den richtigen Riecher beweist die Polizei am Dienstag bei der Kontrolle eines Taxis am Grenztunnel Füssen.

Füssen/Frankfurt – Eine Schleusung hat am Dienstagmorgen die Bundespolizei nach eigenen Angaben am Grenztunnel Füssen vereitelt. In Zusammenarbeit mit der bayerischen Landespolizei überführte sie zwei Inder als mutmaßliche Auftraggeber.

Kemptener Bundespolizisten stoppten in der Kontrollstelle auf der A7 ein Taxi aus Österreich. In dem Fahrzeug befand sich neben dem österreichischen Fahrer ein indischer Fahrgast, der keinen Ausweis vorlegen konnte.

Der 50-jährige Taxifahrer gab gegenüber den Polizisten an, dass ihn zwei Männer in Innsbruck beauftragt hatten, am Bahnhof Brenner einen Mann abzuholen und diesen nach Kempten zu fahren. Für die Fahrt wären 450 Euro fällig gewesen. Nach Dokumenten habe der Österreicher seinen Insassen zwar gefragt, diese jedoch nicht überprüft.

Durch den Abgleich der Fingerabdrücke stellten die Bundespolizisten nicht nur die Personalien des Fahrgastes fest, sondern auch eine Fahndungsnotierung des Ausländeramtes Mecklenburgische Seenplatte aus dem Jahr 2018. Demnach war dem heute 22-jährigen Inder bereits im Oktober 2017 die Abschiebung angedroht worden. Vollzogen wurde diese jedoch nicht, da der Migrant unbekannt verzogen war.

Noch während der Grenzkontrolle informierte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Bundespolizei über ein Mietfahrzeug mit Wiesbadener Kennzeichen auf dem Parkplatz Allgäuer Tor. Kemptener Verkehrspolizisten hatten das Auto kontrolliert, in dem zwei Inder saßen.

Polizei stellt fremde Dokumente sicher

Dabei stellten sie fest, dass eine Fahndungsnotierung vom Vortag der Grenzpolizei Pfronten vorlag, weil die Männer verdächtigt wurden, Schleuser zu sein. Demnach hatten die Beamte aus Pfronten das Fahrzeug bereits am Montag bei der Ausreisekontrolle auf der A7 festgestellt und dabei Dokumente sichergestellt, die keinem der Insassen gehörten.

Der 43-jährige Fahrer des Mietfahrzeugs und sein 46-jähriger Beifahrer hatten jeweils gültige indische und deutsche Reisedokumente dabei. Die Bundesbeamten fanden durch die Personenbeschreibung des Taxifahrers heraus, dass es sich bei den beiden Indern im Mietwagen um die Auftraggeber der Taxifahrt handelte. Später fanden die Beamten auch noch die Bescheinigung der Grenzpolizei Pfronten über die Sicherstellung eines indischen Reisepasses und deutschen Aufenthaltstitels eines unbekannten Dritten im Mietfahrzeug.

Die Bundespolizisten zeigten die beiden polizeibekannten 43- und 46-Jährigen, die mit Wohnsitz in Frankfurt gemeldet sind, wegen versuchten Einschleusens von Ausländern an. Auch der Taxifahrer erhielt zunächst eine Anzeige wegen versuchten Einschleusens. Die drei Beschuldigten wurden später auf freien Fuß entlassen.

Der 22-jährige Inder muss sich nun wegen versuchter unerlaubter Einreise verantworten. Die Beamten führten den mutmaßlich Geschleusten am Mittwochvormittag dem Richter vor und lieferten ihn anschließend in die Abschiebehaftanstalt Eichstätt ein. Der Mann soll in sein Heimatland zurückgewiesen werden.

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