Die Polizei Füssen und Pfronten blicken auf das Jahr 2018

Straftaten im Bereich Füssen und Pfronten nehmen zu

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Einen Anstieg bei den Drogendelikten haben die Füssener und Pfrontener Beamten 2018 verzeichnet.

Füssen – Mehr Straftaten als 2017 hat die Polizeiinspektion (PI) Füssen und die Polizeidienststelle (PSt) Pfronten im vergangenen Jahr verzeichnet. Waren es 2017 2121 Straftaten stiegen sie im vergangenen Jahr auf 2398 an. Doch bei einem genauen Blick relativieren sich die Zahlen. 

Denn nur ein Vorfall in Pfronten hat der Polizei die Statistik verhagelt. Zudem machen sich die massiven Grenzkontrollen der Grenz- und der Bundespolizei bemerkbar. „Unser Betriebsergebnis kann sich sehen lassen“, fasste Edmund Martin, Leiter der PI Füssen, zusammen.

Während die PI Füssen im vergangenen Jahr mit 1708 Straftaten (2017: 1726) weniger Vorfälle als 2017 verzeichnete, gab es bei der PSt Pfronten einen sehr starken Anstieg von 74,7 Prozent (2018: 690 zu 395 in 2017). Der Grund: Ein Mann verkaufte übers Internet Microsoft-Lizenzen und verstieß damit über 300 Mal gegen das Urheberrecht. „Jeder Verkauf ist ein Verstoß. Deshalb diese Steigerung“, erklärte Hein. 

Dieser Vorfall wirkte sich auch auf die Kriminalitäts-Häufungsziffer (hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) aus, mit der man bundesweit vergleichen kann, wie hoch in einer Region die Gefahr ist, Opfer einer Straftat zu werden. Lag die bei der PI Füssen bei 4936 (2017: 5012), belief sie sich bei der PSt Pfronten auf 5843 (2017: 3355). „Wir liegen damit deutlich über dem Schnitt des gesamten Präsidiums (4357 – Anmerk. d. Red.)“, so Hein. Rechnet man den Urheberrechtsvorfall allerdings heraus, „dürfte sich an der Zahl nicht viel verändert haben. Wir bewegen uns auf einem sehr niedrigen Niveau.“ Zählt man die Bereiche der PI Füssen und der PSt Pfronten zusammen, ist die KHZ genauso hoch wie im vergangenen Jahr: 4590. Damit liegt sie deutlich über der landkreisweiten KHZ (3423) aber unter der bayernweiten KHZ (4889). 

Anders schaut es dagegen bei der Aufklärungsquote aus. Mit insgesamt 76,0 Prozent (2017: 74,8 Prozent) liegt sie klar über der bayernweiten Quote (64,5 Prozent) und über der des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (71,6 Prozent). 

Eine starke Zunahme verzeichnete die Füssener und Pfrontener Polizei bei Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz und das Asylverfahren. Hier gab es 2018 393 Vorfälle (2017: 364). Grund dafür sind neben den starken Zunahmen bei den ausländerrechtlichen Bestimmungen und die strafrechtlichen Nebengesetzen auch die täglichen Kontrollen der Bundes- und Grenzpolizei an der Grenze zu Österreich, erklärte Martin. 

Drogenverkauf an Schulen 

Auffallend sei zudem der starke Anstieg bei den Rauschgiftdelikten. Waren es 2017 144 beläuft sich ihre Zahl 2018 auf 169 – fast eine Verdreifachung im Vergleich zu 2014 (61 Delikte). „Wir haben hier massiv was gemacht“, erklärte Martin. Nachdem die Polizei erfahren hat, dass an Schulen in Füssen und Pfronten Drogen verkauft werden, habe sie einen Rauschgift-Beamten eingesetzt und eine entsprechende Arbeitsgruppe gegründet. „Rauschgift ist ein Kontrolldelikt. Wenn ich da kontrolliere, habe ich die Zahlen“, erklärte Hein. Dabei durchsuchten die Beamten 24 Wohnungen – und stießen auf verblüffte Eltern. 

Zurückgegangen sind dagegen die Betrugs-, Vermögens- und Fälschungsdelikte von 231 Fällen in 2017 auf 215 Fällen im vergangenen Jahr. „Die Enkeltrickbetrügereien sind bei uns toi, toi, toi ein bisserl ruhiger“, so Martin. Trotzdem müsse man bedenken: „Das Geld wird heutzutage im Internet verdient.“ Bei solchen Betrügereien sei die Strafe geringer als beispielsweise bei einem bewaffneten Raubüberfall. „Da machts die Masse“, fügte Hein hinzu. Da lohne es sich schon, wenn von tausenden fingierten Mahnungen jede zwanzigste bezahlt werde. 

Zudem seien die Wohnungseinbruchsdiebstähle zurückgegangen, von zehn auf sieben (2016 waren es noch 24) bei der PI Füssen, von denen 43 Prozent geklärt wurden, und von fünf auf zwei im Bereich der PSt Pfronten. „Da können wir schon ein bisserl stolz sein“, so Martin. Denn die Polizei habe massiv in den Wohngebieten kontrolliert und Präventionsarbeit geleistet. Und das möchte sie auch weiterhin tun. Genau wie ganzheitliche Verkehrskontrollen und bürgernahe Polizeiarbeit. 


Weitere Delikte

Gewaltdelikte: 50 (2017: 51) Straßenkriminalität: 229 (2017: 261) 

Diebstahl

einfacher: 320 Straftaten (2017: 350) 

besonders schwerer: 136 Straftaten (2017: 172) 

Brandstiftung: 9 (2017: 13), davon drei vorsätzlich

kk/Foto: Petra Bork/pixelio.de

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