"Verlandung ist ein Riesenproblem"

Im Landratsamt diskutierten Vertreter der Anrainergemeinden, Vereinen, Behörden und weitere Personen das Thema Forggensee. Foto: Knoll

Marktoberdorf – Um zu klären, ob und welche Probleme es am Forggensee gibt, hat Landrat Johann Fleschhut am Freitag verschiedene Interessensgruppen zum Seegespräch ins Landratsamt eingeladen. Dort wurde klar, das größte Problem am Forggensee ist die Verlandung.

Nur noch mit dem Tretboot könne der See zwischen der Kirche Waltenhofen und dem Festspielhaus Füssen befahren werden, sagte Thomas Meiler von der Wasserschutzpolizei. Durch die Verlandung (angeschwemmtes Material füllt Gewässer auf) entstehen Inseln und durch die wärmere Wassertemperatur wachsen vermehrt Pflanzen. „Unerfahrene Segler stranden da“, so Meiler weiter. Mit denselben Problemen kämpfe auch die Forggenseeschifffahrt, erklärte Füssens Kämmerer Helmut Schuster. Die Schiffe ziehen eine braune Spur hinter sich her, dabei bestehe die Gefahr, dass der Antrieb beschädigt werde. Auf ein anderes Problem machte Schwangaus Hauptamtsleiter Klaus Lang aufmerksam. Die Leitungen des Abwasserzweckverbands müssten an die Verlandung angepasst werden. 

 „Die Verlandung ist ein Riesenproblem“, wie bei jedem anderen künstlich angelegten See eben auch, gab Karl Schindele vom Wasserwirtschaftsamt Kempten zu. Doch seine Behörde habe nicht das Geld, jeden See zu entlanden. Vor zehn Jahren habe das Wasserwirtschaftsamt das für einen Millionenbetrag am Grüntensee gemacht. Und jetzt sehe er wieder aus wie vorher. „Eine Lösung kann ich leider auch nicht anbieten“, so Schindele. 

Sich nur auf die Brennpunkte zu konzentrieren, schlug daraufhin die Baujuristin des Landratsamtes Ostallgäu, Gudrun Hummel vor. Denn laut des Forggensee-Bescheids müsse die Auflandung des Lechs als Folge des Baus und der Seebaustufen beseitigt werden, solange Anbauten und Betriebe Dritter betroffen sind, erklärte Hummel. Deshalb sei der Betreiber der Staustufe verpflichtet hier was zu tun. 

Der Betreiber des Kraftwerks ist die e.on Wasserkraft GmbH. Für die war Dr. Johann Sachmann ins Landratsamt gekommen. Da es beim Forggensee nicht reiche, die Schleusen zu öffnen, um einen höheren Abfluss zu erreichen, müsste man hier mit „schwerem Gerät heran“, so Sachmann. Da das aber „wirklich wahnsinnig viel Geld kostet“, könne er zur Kostenbeteiligung „noch nichts genaueres sagen“. Allerdings versprach er schon jetzt e.ons Unterstützung „wo das mit technischen Methoden geht“. 

In den nächsten Wochen wollen sich die Betroffenen treffen und klären, wo eine Entlandung nötig wird und wie viel sie kosten soll, sagte Landrat Johann Fleschhut. Dann will man auch prüfen, ob es möglich ist die Inseln, die durch das Sediment im See entstanden sind, mit dem Land zu verbinden, wie Schwangaus zweiter Bürgermeister Johann Stöger vorgeschlagen hatte. Doch das dürfe nicht den Hochwasserschutz behindern, stellte Fleschhut klar. 

Anschließend diskutierten die Versammelten unter anderem über die Entsorgung des Treibholzes, Probleme, die beim Schiffsverkehr zwischen der Forggenseeschifffahrt, Seglern und Fischern entstehen, und Parkplatzprobleme. Auch hier wollen sich die Betroffenen zu Gesprächen treffen. kk

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