Schäferhund springt unvermittelt auf Polizisten zu

Polizist erschießt Hund im Baumgarten Füssen

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Symbolfoto: Seine Waffe gezogen hat ein Polizist am Donnerstag im Füssener Baumgarten, da ihn ein Hund angegriffen hat. Das berichtet die Polizei.

Füssen – Einen Hund erschossen hat ein Polizist am Donnerstagvormittag im Baumgarten in Füssen. Das berichtet die Polizei. Der belgische Schäferhund soll demnach den Beamten angegriffen und versucht haben, diesen zu beißen. Etwas anders sieht es jedoch die Hundebesitzerin.

Dieser anonyme Post hat auf facebook hohe Wellen geschlagen: Eine Hundebesitzerin beschreibt, wie ihr belgischer Schäferhund am Donnerstagvormittag von einem Füssener Polizisten erschossen wurde. Der Beitrag wurde innerhalb von nur einer Stunde 24 Mal geteilt und 74 Mal kommentiert – zum teil kontrovers. Denn während die einen der Frau ihr Mitgefühl aussprechen und manche das Verhalten des Polizisten scharf kritisieren, sehen andere wiederum das Verhalten des Beamten als gerechtfertigt an und stattdessen die Hundehalterin in der Pflicht. 

Für diese war das, was am Donnerstagvormittag im Baumgarten passiert ist, „unfassbar traumatisierend“ wie sie schreibt. Ihren Angaben nach saß sie zu diesem Zeitpunkt auf einer Parkbank neben sich ihr vier Wochen altes Baby. Da der Park bis auf eine Person, die weiter weg saß, menschenleer gewesen sein soll, ließ sie ihre Hündin von der Leine, damit diese spielen könne. Doch plötzlich lief das Tier los – direkt auf eine Streife der Füssener Polizei zu. 

Laut Polizeibericht sprang der Schäferhund unvermittelt auf einen der Beamten zu und versuchte mehrfach ihn zu beißen. Der Beamte wich daraufhin zurück, zog seine Waffe und schoss zwei Mal auf das Tier – und traf. „Ich denke, meine Hündin wollte mich und das Neugeborene einfach nur beschützen und sah die zwei Männer als Gefahr an, da sie sich in die Nähe zu mir begaben“, schreibt die Hundehalterin auf facebook. Ihrer Meinung nach lagen die Voraussetzungen für eine Notsituation, die diese tödlichen Schüsse gerechtfertigt hätten, nicht vor. „Ich will betonen, dass die Hündin zu keinem Zeitpunkt zugebissen hat und niemals zuvor einen Menschen gebissen hat“, schreibt die Halterin. So hätte auch die Kleidung des Polizisten keine Löcher oder Risse aufgewiesen, was Anzeichen für Hundebisse gewesen wäre. Zudem hätte der Polizist weder einen Warnschuss abgegeben noch hätte sein Kollege eingegriffen. 

Staatsanwaltschaft prüft Fall

„Mir wurde gar nicht die Möglichkeit gegeben, den Hund von dem Mann weg zu ziehen, was vorausgesetzt hätte, dass die Polizisten noch etwas abgewartet hätten, bis ich da bin", kritisiert die Frau. Zudem hält sie die Schussabgabe für fragwürdig, da sie und ihr Neugeborenes sich in unmittelbarer Nähe befunden hätten. 

Die Bilder ihres toten Hundes verfolgen die junge Frau seitdem, wie sie weiter mitteilt. „Wir können nicht schlafen, wir können nicht essen, wir weinen und trauern um unsere wundervolle, liebenswerte Hündin und diese unverhältnismäßige Vorgehensweise.“ 

Ob die Schüsse gerechtfertigt waren oder nicht, darüber soll jetzt die Justiz entscheiden. Der Vorfall wurde laut Polizeibericht der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt.

kk

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