Ein Preis für die Verkehrssicherheit

Von Stolz und Freude gekennzeichnet war eine Veranstaltung im Tannenhof in Oy-Mittelberg. Man war sich sicher, alles richtig gemacht zu haben und jetzt dafür einen verdienten Preis zu bekommen. Vertreter der Straßenbaubehörde Kempten, des Landratsamtes Oberallgäu und der Polizei waren zusammengetroffen, um einen Verkehrssicherheitspreis entgegenzunehmen. Sie alle repräsentieren die Unfallkommission Oberallgäu, die es sich wie viele andere derartige Zusammenschlüsse im gesamten Bundesgebiet zur Aufgabe gemacht hat, Unfallhäufungspunkte zu erkennen, zu bewerten und die richtigen Maßnahmen zu ihrer Beseitigung einzuleiten.

Um die Arbeit von Unfallkommissionen zu fördern, verleihen die Deutschen Versicherer jedes Jahr einen Preis für die beste Unfallkommission Deutschlands. An diesem Wettbewerb hat sich erstmals die Unfallkommission, die im nördlichen Teil des Landkreises Oberallgäu tätig ist, beteiligt und für die "prämierte Sicherheitsmaßnahme Kreisverkehr Oy" den mit 5.000 € dotierten Preis gewonnen. An der ehemaligen Ampel-Kreuzung östlich von Oy-Mittelberg hatten sich im Beobachtungszeitraum 2000 - 2002 die erhebliche Zahl von 14 Unfällen ereignet, bei denen 7 Menschen schwer und 12 leicht verletzt wurden. Nachdem zusätzliche verkehrsregelnde Maßnahmen nur geringen Erfolg gebracht hatten, wurde auf Drängen der Unfallkommission der Knotenpunkt 2005 schließlich in einen Kreisverkehrsplatz umgebaut. Seither haben sich an dieser Stelle nur mehr zwei leichte Unfälle ereignet, bei denen niemand verletzt wurde. Landrat Gebhard Kaiser bezeichnete in seiner Begrüßung das Aufspüren und Beseitigen von Unfallschwerpunkten als gemeinsame Herausforderung aller, besonders aber auch der an der Preisverleihung beteiligten Behörden. Dazu gehöre natürlich auch der Ausbau von Straßen. Er freue sich zusammen mit Theo Haslach, dem Bürgermeister von Oy-Mittelberg, über die Preisverleihung, aber ganz besonders auch, dass "wir es geschafft haben, diesen Unfallschwerpunkt zu beseitigen". Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, nannte die ca. 500 Unfallkommissionen in Deutschland "Pflänzchen, die im Verborgenen blühen, aber sehr wichtige Arbeit leisten". Ein Preis sei dafür sehr angebracht. Die aus hochkarätigen Wissenschaftlern bestehende Jury habe dem Preisträger "sachgerechte Analyse und Nachvollziehbarkeit der Unfallbeseitigungsmaßnahme attestiert. Betrachte man die volkswirtschaftlichen Kosten von 3,7 Mio. Euro durch die Unfälle zwischen 2000 und 2005, hätten sich die Baukosten von 325.000,- Euro mehr als gelohnt. Man könne mit Fug und Recht von einem "dramatischen Rückgang" des Unfallgeschehens sprechen. Nachdem der Leiter des Staatlichen Bauamts Kempten, Leitender Baudirektor Bruno Fischle, in seiner Ansprache die wertvolle Arbeit der aus Vertretern von Bau-, Landratsamt und Polizei bestehenden Unfallkommision gewürdigt hatte, wurden in feierlicher Form die Urkunden an die beteiligten Behörden überreicht. Der Preis von 5000 Euro wird für Verkehrssicherheitsausrüstung von Schulanfängern verwendet.

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