Professor referiert zum 275-jährigen Jubiläum über den Füssener Frieden

275 Jahre „Füssener Frieden“: Eine lange Zeit der Einigkeit

Professor Lothar Schilling bei Vortrag in Füssen
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Professor Lothar Schilling referiert im Museum der Stadt Füssen über den Füssener Frieden von 1745.

Füssen – Vor 275 Jahren haben Bayern und Österreich in Füssen Frieden geschlossen. Passend zum Jubiläum hätte Professor Lothar Schilling eigentlich schon am 24. April über dieses historische Ereignis im Museum der Stadt Füssen referieren sollen. Doch die coronabedingte Zwangsschließung des Museums verhinderte das. Nun war sein Vortrag „275 Jahre Füssener Frieden – Der Ausgleich zwischen den Häusern Habsburg und Wittelsbach am 22. 4. 1745“ aufgrund des erneuten Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie das letzte Referat für die kommenden Wochen, erklärte Museumsleiter Dr. Anton Englert.

Die etwa 30 Besucher der Veranstaltung durften sich als besonders privilegiert betrachten, da Englert einige weitere Interessierte, die sich vorab dafür angemeldet hatten, wieder absagen musste. Die Anwesenden erlebten eine Art Rückschau „in eine ganz andere Welt“, als sie heutzutage existiert, bemerkte Englert. So informierte Schilling sie anschließend recht detailliert knapp eineinhalb Stunden lang über die Geschichte der „Verbindung und Rivalität“ der beiden Herrscherhäuser der Wittelsbacher und Habsburger.

Die Zuhörer tauchten dabei tief in die Historie Bayerns ein, dem der Füssener Friedensvertrag von 1745 eine „relativ lange Zeit des Friedens“ beschert hatte. Der Friedensvertrag, der noch während des Österreichischen Erbfolgekrieges geschlossen wurde, beendete den jahrelangen Kriegszustand zwischen beiden Staaten.

Diese standen sich insbesondere im Österreichischen Erbfolgekrieg feindlich gegenüber, als bayerische und französische Truppen 1741 Prag einnahmen, woraufhin sich der Wittelsbacher Kurfürst Karl Albrecht von Bayern nicht nur als König von Böhmen huldigen, sondern 1742 auch zum römisch-deutschen Kaiser Karl VII. wählen ließ. Zur gleichen Zeit war Bayern jedoch von österreichischen Truppen besetzt. Schilling zitierte Karl VII. mit den Worten, die dieser in sein Tagebuch geschrieben hatte: „Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen, mit einer Pracht und einem Jubel ohnegleichen, aber ich sah mich zur gleichen Zeit von Stein- und Gichtschmerzen angefallen. Krank, ohne Land, ohne Geld, kann ich mich wahrlich mit Hiob, dem Mann der Schmerzen vergleichen ....“

Nach wechselndem Kriegsglück änderte sich das Kräfteverhältnis schließlich entscheidend zugunsten Österreichs und der Monarchin Maria Theresia aus dem Hause Habsburg. Karl VII. entkam seiner Gefangennahme nur knapp. Er starb am 20. Januar 1745.

Nach Karls Tod leitete sein Sohn und Nachfolger Kurfürst Maximilian III. Joseph im April 1745 nach einer verlorenen Schlacht Friedensverhandlungen ein, die am 22. April zur Ratifikation des Friedensvertrages von Bayern und Österreich in Füssen führten. Dieser sei „ein guter Frieden“ gewesen, „der verdient hat, in Erinnerung gerufen zu werden“, beendete Schilling seine Ausführungen, für die er viel Beifall erhielt.

lex

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