"Prost, Gemeinde!"

Reihe eins bis drei, Mitte-links, waren die gefährlichen Plätze beim Starkbieranstich der CSU Pfronten im Pfarrheim Sankt Nikolaus am vergangenen Freitag. Wer dort saß, kam unweigerlich als erster in den Genuss des kräftigen Gerstensaftes denn das Bierfass erwies sich für den Fraktionsvorsitzenden der CSU im Stadtrat, Peter Scholz, als harte Nuss und nicht alles Bier verließ den Behälter ordnungsgemäß durch den Hahn. Als dann nicht nur „ozapft“ sondern auch „aufbutzt“ war, sorgten in dem rappelvollen Saal die Heimatdichterin Johanna Hofbauer und Fastenprediger Pater Andrew für schallendes Gelächter.

Nachdem „Pater Don Camillo Corleone“ die 350 „Schäfchen und andere Viechereien“ begrüßt und seinen Beichtstuhl für Steuersünder geöffnet hatte, trug Johanna Hofbauer aus Unterthingau abwechselnd mit Pater Andrews Auftritten ihre Gedichte vor. In Mundart erzählte sie gereimte Geschichten davon, wie abenteuerlich es sein kann, wenn man nach Jahrzehnten wieder anfängt Ski zu fahren, sein Brautkleid noch mal anprobiert oder wenn man etwas beschwipst im Hotel unter die Falsche Bettdecke schlüpft. Dabei war sich Hofbauer auch für einen gehörigen Schuss Selbstironie nicht zu Schade und erntete schallendes Gelächter. Der Fastenprediger Pater Andrew alias Andreas Fichtl begann mit einem Lob an den Gemeinderat für den Lärmschutz am „Hirsch Inn“. Nicht dass ein schnarchender Urlauber im Wohnmobil auf dem Parkplatz noch die Feiernden im Lokal stört. „Tempo 30 abgelehnt – für die Entscheidung Kompliment“ gab’s gleich noch ein Lob. Der Pater befürwortete auch die Auflösung der Verkehrsvereins: „Dia waret all die Jahr it fleißig – dia händ scho länger Tempo 30“. Murks mit der Königscard Die neue Friedhofsordnung leuchtete dem Pater jedoch nicht ein. Wenn die Gräber jetzt weiter auseinander müssen, dann brauchen „d’Wirm“ ja Reiseproviant. „Da hat die ganze Kirche bebt, mi wunderts, dass der Putz no hebt“, schilderte er seine Eindrücke von der Orgeleinweihung in St. Nikolaus. „Von der Karte saget all mitnand, des sei a richtigs Duranand“, begann Pater Andrew seine Kritik an der Königscard, die ja eigentlich ein all-inclusive-Angebot beinhalten soll. Dabei kommt der Pfrontener Tourist nicht ein mal ins örtliche Hallenbad hinein – „Aber in Oberammergau, do kosch dann zum Schwimma gau.“ Sein Lösungsvorschlag: „Die Karte wär in aller Mund, wemma zum Schafkopfa se braucha kund.“ Mit dem Lied „So ischs in Pfronta, so ischs bei ais“ und dem Lied vom bitterkalten Ortsteil Gschön, wo trotz Klimawandel alle frieren, schloss der Pater seine Predigt mit den Worten „Prost Gemeinde!“, auf die die Gäste wie immer antworteten: „Prost, Pater Andrew.“

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen
Mehr Betten
Mehr Betten

Kommentare