Gymnasiasten informieren sich über die Herstellung von Kleidung

50 Euro für 360 Stunden Arbeit

+
Vor dem Füssener Weltladen halten die Schüler im Rahmen der Aktion „Wir tragen fair“ ein Plädoyer für mehr Fairness bei Konsum und Produktion.

Füssen – Woher kommt unsere Kleidung? Mit dieser Frage haben sich drei 10. Klassen des Gymnasium Füssens unter der Leitung der beiden Kunstlehrerinnen Eva Andersson und Katrin Rölle beschäftigt.

Öffentlichkeitswirksam zogen die drei Klassen mit insgesamt 70 Schülern am Freitag zum Abschluss mit all ihren genähten Klamotten durch die Füssener Fußgängerzone. 

Ziel des gesamten Projektes war es, das Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür zu schärfen, wo Kleidung her kommt. Dazu wurden die Schüler vom Füssener Weltladen unter der Leitung von Rosalie Nold eingeladen, sich an der XXXL-Aktion „Wir tragen fair“ zu beteiligen. 

Über dieses Projekt wurde bereits am vorvergangenen Samstag von den Weltläden des Iller-Lech-Verbandes in der Kemptener Fußgängerzone informiert. Vor Ort war auch Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU). Alle 10. Klassen sammelten nun Altkleider und nähten daraus übergroße T-Shirts, Hosen, Socken und Jacken und informierten sich dabei über die Arbeitsbedingungen in Ländern wie zum Beispiel Bangladesch und Indien.

In den meisten Fabriken würden die Arbeiterinnen, die oftmals noch nicht volljährig seien, nicht mal 20 Prozent ihres Existenzminimums im Monat verdienen. Im Durchschnitt bekämen sie umgerechnet 50 Euro im Monat, obwohl sie in der Woche bis zu 90 Stunden arbeiten würden. 

Als Abschluss der Aktion zogen 70 Schüler der drei Klassen nun am vergangenen Freitag mit all ihren genähten Klamotten durch die Fußgängerzone in der Füssener Altstadt. Vor dem Weltladen begrüßte sie Rosalie Nold und interessierte Zuschauer.

 Dort stellte auch Albin Toplana aus der 10d das Projekt kurz aus Schülersicht vor: „Dieses Projekt hat uns die Augen geöffnet und uns dazu gebracht über bestimmte Lebenssituationen nachzudenken“, sagte er. „Wir werden in Zukunft alle ein bisschen mehr darauf achten wo wir einkaufen und wo die Kleidung herkommt!“ 

Die Schüler waren sich einig: Wenn man durch solche Aktionen auch nur ein Bruchteil der Menschen dazu bringen kann, darüber nachzudenken, wo sie einkaufen, dann wäre die Welt schon ein Stückchen besser. Denn auch kleine Schritte führen zum Ziel.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisausschuss beschließt Investitionen für die Zukunft
Kreisausschuss beschließt Investitionen für die Zukunft
Neun Verletzte bei Verkehrsunfall
Neun Verletzte bei Verkehrsunfall
Alles im Lack
Alles im Lack
"Handschrift der Männer"
"Handschrift der Männer"

Kommentare