Bauausschuss stimmt der Sanierung der "Stadtgespräche" zu

Mehr Parkplätze sind nötig

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Eine neue Betreiberfamilie will das Haus, in dem sich auch die „Stadtgespräche“ befinden, zu Ende sanieren.

Füssen – Nachdem die ehemalige Betreiberfamilie bei der Generalsanierung der „Stadtgespräche“ in der Brunnengasse an den hohen Anforderungen des Denkmalschutzes gescheitert ist, wollen nun neue Betreiber fertig sanieren.

Den entsprechenden Antrag diskutierte der Bauausschuss in der vergangenen Woche. Da die Betreiber aber jetzt mehr Fläche nutzen, brauchen sie auch zwei zusätzliche Parkplätze – ein Problem in der engen Füssener Altstadt. Am Grundriss ändert sich nur wenig: im Erdgeschoss soll die Erlebnisgastronomie mit Küche und Lagerräumen bleiben, im ersten Obergeschoss sind ein Gastraum, Toiletten und eine Fluchttreppe ins Erdgeschoss geplant. 

Neu ist allerdings, dass die Betreiberwohnung geteilt wird. Im zweiten Obergeschoss sollen Schlafzimmer und ein Büro entstehen, im Dachgeschoss kommen Wohnräume rein, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer erklärte. 

Mehr Parkplätze sind nötig 

Die zwei neuen Parkplätze, die jetzt notwendig sind, will der Bauwerber im Hinterhof schaffen. Doch die sind nur schwer zu erreichen: Da sie nur über die Grundstücke der Nachbarn angefahren werden können, müssen Grunddienstbarkeiten her, forderte Angeringer. Weil die Stellplätze außerdem eng sind, stelle sich darüber hinaus die Frage, ob sie überhaupt genutzt werden können. Wenn der Bauwerber das nicht nachweisen kann, muss er die Nutzfläche verringern, so Angeringer. Auch sollte geklärt werden, ob der Stadl, der an das Haus angrenzt, unter Denkmalschutz steht, oder ob man die Stellplätze dort hinein verlegen kann. Durch die Parkplätze dürfe das Haus außerdem „nicht entstellt werde“, so Angeringer, da es unter Ensembleschutz stehe. 

Nachbarhäuser wurden beschädigt 

Die Stadtverwaltung sollte bei den Bauarbeiten „vorsichtig sein, wenn sie großzügig ist“, warnte Magnus Peresson (UBL). Durch die Sanierung der „Stadtgespräche“ seien die Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Anton-Sturm-Haus wurde dabei stark beschädigt, was die Stiftung der Geschwister Suiter nun bezahlen müsse. Die Stellplatz-Frage in der Altstadt sah Peresson allerdings locker: hier sollte die Stadt „großzügig sein“, empfahl er. 

Die Fehler beim Innenausbau lagen bei den Eigentümern und den beauftragten Baufirmen, wehrte sich Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Außerdem sei die Stadt als Aufsichtsbehörde bereits seit 2002 nicht mehr verpflichtet die Einverständnis der Nachbarn zu prüfen, erklärte der Bauamtsleiter Angeringer. Das tue sie nur noch bei eigenen Projekten. Die Stadträte waren sind allerdings einig, dass der Bauwerber die Stellplatzfrage klären soll. Außerdem muss geprüft werden, ob der Stadl unter Denkmalschutz steht.

Katharina Knoll

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