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Quarantäne für Abiturienten aus Füssen und Hogau beendet

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Von: Matthias Matz

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Frau, Mund, Wattestäbchen
Das Landratsamt Ostallgäu hat die Quarantäne von 18 Abiturienten aus Füssen und Hohenschwangau heute aufgehoben. © Symbolfoto: Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov

Landkreis/Füssen/Augsburg – Das Landratsamt hat die am vergangenen Freitag verhängte Corona-Quarantäne für 18 Abiturienten der Gymnasien in Füssen und Hohenschwangau mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das bestätigte Landratsamtsprecher Thomas Brandl heute gegenüber dem Kreisboten. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht (VG) Augsburg dem Eilantrag zweier Betroffener gegen ihre Quarantäne statt gegeben. „Die gleichgelagerten Fälle werden gleich behandelt“, so Brandl.

Mit der Entscheidung des Landratsamtes endet die Quarantäne für 18 junge Männer und Frauen beider Schulen nach noch nicht einmal einer Woche. Allerdings wäre die Isolation ohnehin am heutigen Donnerstag nach der üblichen 14-Tagefrist abgelaufen.

Wie bereits im Kreisboten berichtet, hatte das Gesundheitsamt am vergangenen Freitag die Quarantäne für zunächst 19 Schüler angeordnet, die Anfang des Monats von einer Abifahrt nach Kroatien zurück gekehrt waren. Diese mussten daraufhin sofort die gerade stattfindenden Abiturfeierlichkeiten in Füssen und Hohenschwangau verlassen bzw. durften nicht mehr daran teilnehmen.

Alle hatten vom 3. bis 8 Juli an einer privat organisierten Abifahrt nach Kroatien teilgenommen. Dort waren sie am gleichen Ort untergebracht wie zahlreiche andere Schülergruppen aus Bayern, darunter auch eine aus Forchheim. Von den fränkischen Schülern waren nach ihrer Rückkehr allerdings vier positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Da die Ostallgäuer Schüler somit als Kontaktpersonen galten und die „Taskforce Infektiologie“ des Bayerischen Landesamt für Gesundheit Alarm ausgelöst hatte, informierte das Landratsamt laut Sprecher Brandl umgehend am Freitag beide Schulen, die die Schüler daraufhin testeten und nach Hause schickten. Sämtliche vorgenommenen PCR-Tests ergaben demnach bislang aber keinen Hinweis auf eine Corona-Infektion unter den Betroffenen.

Schüler ziehen vor Gericht

Ein Schüler und eine Schülerin reichten daraufhin Anfang der Woche beim VG Augsburg einen Eilantrag auf Aufhebung der Qurantänepflicht ein, wie Gerichtssprecher Dr. Wolfgang Miller gegenüber unserer Zeitung erklärte. Beide Abiturienten machten demnach geltend, bereits zwei Mal geimpft zu sein. Dieser Argumentation wollte die Kammer zwar nicht folgen, da zum Zeitpunkt der Kroatien-Reise noch nicht die vorgeschriebenen zwei Wochen seit der letzten Impfung vergangen waren, wie Miller erläuterte.

Das Gericht gab den Eilanträgen dennoch statt. Zum einen sei nicht ausreichend erwiesen, dass die Ostallgäuer tatsächlich auch direkten Kontakt mit den Forchheimern hatten. Zum anderen sei von einer „nur schwer zu überblickenden Kontaktsituation“ auszugehen. Heißt: Nur am gleichen Ort untergebracht zu sein ohne zur unmittelbar betroffenen Gruppe zu gehören, reichte der Kammer für die Anordnung einer Quarantäne nicht aus. „Wenn ich nur den gleiche Urlaubsort besuche ohne zu der Gruppe zu gehören, dann gelten für mich nur die allgemeinen Reiserückkehr-Regeln“, erläuterte Miller.

Gegen diesen Beschluss der Augsburger Richter werde die Ostallgäuer Kreisverwaltung keine Rechtsmittel einlegen, kündigte Sprecher Brandl am Donnerstag an. Gleichwohl verteidigte er die Quarantäne-Entscheidung. Die betroffenen Schüler aus dem Ostallgäu seien als Kontaktpersonen aufgeführt gewesen und das Ostallgäuer Gesundheitsamt darüber informiert worden. Das Landratsamt habe daraufhin gar keine andere Möglichkeit gehabt, als gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu handeln. „Wir müssen nach der Kontaktliste gehen“, betonte er am Donnerstag.

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