Bauvoranfrage für Textilgeschäft in der Fußgängerzone

Textilgeschäft will nach Füssen

+
Seit die Drogerie „Ihr Platz“ ausgezogen ist, steht die Reichenstraße 9 leer. Dort soll jetzt ein Einzelhandelsunternehmen einziehen.

Füssen – Kommt H&M doch noch nach Füssen? Vor drei Jahren wollte das Textilunternehmen in die Reichenstraße 9 einziehen. Doch daraus wurde nichts. Jetzt möchte der Besitzer das Haus umbauen, um dort ein Textilgeschäft unterzubringen.

Der Besitzer des Hauses, Grep Eins Sarl, eine in Luxemburg ansässige Immobilienzweckgesellschaft, macht einen zweiten Anlauf: Sie reichte eine Voranfrage für die Sanierung und Erweiterung des Hauses ein, damit dort ein Einzelhandelsgeschäft einziehen kann. Der Bauausschuss segnete diese am Dienstag einstimmig ab. Allerdings mit Auflagen.

Welches Textilunternehmen dort einziehen will, ist derzeit allerdings noch unklar. „Das können wir noch nicht sagen“, erklärte Susanna Koch von der Vermögensverwaltung EC Advisors, InvestmentManagement, das Münchner Büro der Immobilienzweckgesellschaft. Ihre Firma habe die Anfrage eingereicht, um zu prüfen, „was geht“ und dann „die richtigen Mieter anzusprechen. Wir stehen noch in Verhandlungen.“ Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) wollte sich nicht näher dazu äußern. Auf H&M angesprochen erklärte er: „Ich wünsche mir seit vielen Jahren einen H&M in Füssen. Mein Wunsch wäre, dass das noch gelingt.“

In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag stellte Bauamtsleiter Armin Angeringer die vorläufigen Pläne der Immobilienzweckgesellschaft vor. Diese möchte das Gebäude sanieren und im Westen zweistöckig um 7,30 Meter erweitern, so dass im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eine Verkaufsfläche von ca. 1500 Quadratmetern entsteht. Dafür muss wohl im rückwärtigen Teil ein Flachbau abgerissen werden. Im zweiten Obergeschoss sollen Dienstleistungsbetriebe rein. Im Dachgeschoss werden zudem zwei Wohnungen von ca. 101 und 131 Quadratmetern entstehen, denen eine Dachterrasse zur Verfügung steht. Im Untergeschoss bleibe die Tiefgarage mit derzeit 27 Stellplätzen erhalten, so Angeringer. Allerdings müsse diese wohl saniert werden, so die Stadtverwaltung. In dem Zuge könnte sie auch gleich erweitert werden.

Ein Problem sah die Bauverwaltung allerdings bei der angrenzenden Passage. Die soll nach den derzeitigen Plänen nur zwischen 1,60 und 1,80 Metern breit und ca. 20 Meter lang werden. „Das ist ein relativ langer Schlauch“, meinte Angeringer. Aus Sicht der Stadt Füssen sei es „sinnvoll und notwendig“ diese Passage auf ca. 2,50 Meter zu erweitern. Das wolle man in den Vorverhandlungen mit den Bauwerbern ansprechen.

Wirtschaft fördern 

Des weiteren müsse man im Vorfeld mit dem Landratsamt Ostallgäu und der Regierung von Schwaben abklären, ob diese Nutzung verträglich sei. Da es sich hier aber um einen zentralen innerstädtischen Bereich handle und solch ein großes Einzelhandelsgeschäft eher eine „Magnetwirkung“ habe, sei man „aber guter Dinge“, dass es genehmigt werde, so der Bauamtsleiter. „Wir sehen eine grundsätzliche Zulässigkeit“. Allerdings müsse der Bauwerber noch die genaue geschäftliche Nutzung im Obergeschoss einzeichnen und sich zu einem Versammlungsraum im Untergeschoss äußern, damit der genaue Stellplatzbedarf ermittelt werden kann.

Das Unternehmen bei diesem Vorhaben zu unterstützen, dafür sprach sich Jürgen Doser (FWF) aus. Deshalb warnte er vor zu vielen Auflagen. „Da bin ich eher bei der Wirtschaftsförderung. Wir wollen den Einzelhandel. Wir sollten alles dafür tun, dass das ordentlich gemacht wird und wir einen ordentlichen Magneten reinbekommen.“ Schließlich sei das für Füssen und die Innenstadt eines der wichtigsten Projekte.

Grüne Oase als Ausgleich 

Ähnlich sah es Dr. Martin Metzger (BfF). „Die Zielgebung ist ganz klar. Aber wir sollten die Grünfläche nicht komplett aus dem Blick lassen.“ Wenn der Bauwerber die Tiefgarage saniere, sollte er so viele Parkplätze einplanen, dass im Hinterhof eine grüne Oase im Ausgleich für die Erweiterung entstehe. Das wäre „für beide Seiten eine Verbesserung“, so Metzger. Doch durch die neuen Pläne entstehe ohnehin, „eine größere Fläche für eine Grünfläche“, hielt der Bauamtsleiter entgegen. „Wir wollen das nachhaltig machen“, meinte Iacob.

Am Ende stimmten die Räte einstimmig der Anfrage zu. Allerdings mit der Auflage, den Durchgang zwischen der Reichenstraße und der Hinteren Gasse auf 2,50 Meter zu erweitern und dass bei der Sanierung der Tiefgarage eine Erweiterung angestrebt werde.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Neue Schule für Reutte?
Neue Schule für Reutte?
Hilfe für heimische Blumen und Insekten
Hilfe für heimische Blumen und Insekten
Versuchtes Tötungsdelikt
Versuchtes Tötungsdelikt
Gewinnspiel: Wir verlosen Karten für das Theater in Kempten
Gewinnspiel: Wir verlosen Karten für das Theater in Kempten

Kommentare