Türkischer Kulturverein zieht in ehemalige Hypobank ein

"Mir gefällt die Situation nicht"

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Die ehemalige Hypo-Vereinsbank, die ihre Räume im hinteren Teil des Gebäudes hatte. Dort will nun die Kultur- und Bildungsstätte Steingaden unterrichten.

Lechbruck – Die Kultur- und Bildungsstätte Steingaden e. V. hat die leerstehenden Räume der Hypobank in Lechbruck übernommen.

Künftig soll hier Religionsunterricht erteilt werden und größere Feste bzw. Gottesdienste stattfinden. Doch nicht ohne gemischte Gefühle hat der Lechbrucker Gemeinderat der Nutzungsänderung der Bankräume in der Flößerstraße 11 zugestimmt.

Was sich hinter der Bezeichnung Kultur-und Bildungsstätte verbirgt, wurde erst im Laufe der Sitzung deutlich, als Bürgermeister Helmut Angl explizit davon sprach, dass für eine Kirche die Stellplatzverordnung nicht greife. Bislang war der Kulturverein in Steingaden auf dem Gelände des ehemaligen Butterwerkes aktiv. 

Nachdem das Areal dort verkauft worden war, hatte sich der Verein eine neue Bleibe gesucht und in den Räumen der Bankfiliale gefunden, bzw. diese gekauft. 

Probleme mit Ansiedlung

Es handelt sich scheinbar um einen türkischen Kulturverein, der, so die Aussage im Gemeinderat, dort Gottesdienste abhalten und Unterricht erteilen will. Bereits Anfang des Jahres hatte der 21 Mitglieder zählende Verein die Nutzungsänderung beantragt. 

Diese musste aber, nachdem die nötige Zahl der Stellplätze nicht bekannt war, vertagt werden. Nun also lag die Stellungnahme des Landratsamtes in Marktoberdorf vor, nach der Kirchen und kirchliche Vereinigungen maximal sechs Stellplätze nachweisen müssen. Auch wenn bei Gottesdiensten, wie im Antragsschreiben nachzulesen ist, bis zu 50 oder mehr Besucher erwartet werden. 

Helmut Angl sagte dazu: „Kirchen sind anders gestellt als Geschäfte oder Wohnungen. Wenn das Landratsamt keine Einwände hat, fehlt uns die Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen“. Damit zielte Angl auch auf das „Bauchweh“ einiger Räte ab, die mit der Ansiedlung Probleme haben. So hieß es aus dem Gremium: „Mir gefällt die Situation angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht“. 

Explizit fiel dabei das Stichwort Hassprediger und es wurde die Hoffnung geäußert, dass man es bei diesem Verein eben nicht mit einem entsprechenden Hintergrund zu tun habe. 

Keine Auffälligkeiten

Dazu merkte Helmut Angl an, dass der Verein schon in Prem und Steingaden aktiv gewesen sei und es dort nie zu Auffälligkeiten gekommen sei. Eine Aussage, die seitens der Verwaltung in Steingaden gestützt wird, auch dort war der Verein eher unauffällig. 

Angl sagte über seinem Eindruck: „Der Verein würde lieber an den Ortsrand gehen“. Nachdem seitens der Gemeinde bzw. der Verwaltung keine objektiven Gründe gegen die Ansiedlung sprachen, gab schließlich auch der Gemeinderat sein „Okay” für die Nutzungsänderung und den damit verbundenen Veranstaltungen in den Räumen. Drei Gemeinderäte sprachen sich allerdings dagegen aus.

gau

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