Ausschuss genehmigt Hotel

"Wir schaffen hier ein Problem"

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In dem Haus, in dem sich derzeit eine Bäckerei und Wohnungen befinden, soll ein Hotel entstehen.

Füssen – Ein Wohn- und Geschäftshaus in der Augsburgerstraße darf ein Bauwerber in ein Hotel umbauen. Doch das Projekt ist bei den Stadträten umstritten, wie sich jetzt im Bauausschuss zeigte.

Denn der Platz vor Ort ist begrenzt. So befürchtete unter anderem Bernhard Eggensberger (Füssen-Land), dass die Zulieferer dann auf der Augsburgerstraße parken und so den Verkehr blockieren könnten. Und auch Füssen Tourismus und Marketing (FTM) lehnte das Projekt ab. 

Derzeit befindet sich in dem Haus im Erdgeschoss eine Bäckerei und Wohnungen im Obergeschoss, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer den Ausschussmitgliedern. Doch nach dem Willen des Bauherrn soll sich das bald ändern. Er stellte eine Bauvoranfrage, damit er das Gebäude zum Hotel umbauen darf. 

Rechtlich spreche nichts dagegen, erklärte Angeringer. Denn es handelt sich hier um ein Mischgebiet. Auch die notwendigen Stellplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden. In seiner vergangenen Sitzung hat der Bauausschuss allerdings beschlossen, erst eine Stellungnahme von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) einzuholen – und das Kommunalunternehmen sprach sich gegen das Projekt aus. 

Denn laut dem Eigentümer soll hier ein familienbetriebenes Hotel mit maximal drei Sternen entstehen, so Angeringer. Das Ziel von FTM sei jedoch bei der Ausweitung des Tourismus nicht auf Quantität, sondern auf Qualität zu setzen. Da ein Drei-Sterne-Hotel nicht zur Qualitätssteigerung beitrage, könne FTM das Projekt „touristisch nicht befürworten“, so Angeringer. 

Doch rechtlich bindend, damit man diese Anfrage ablehnen könnte, sei diese Stellungnahme nicht, stellte der Bauamtsleiter klar. Es gebe hier „keine Belange“, die eine Ermessensabwägung rechtfertigen würde. Der Ausschuss könne seine Entscheidung nur damit begründen, ob der Bau in die Umgebung passe oder nicht, erklärte Angeringer. 

Ein anderes Problem hatte Andreas Ullrich (FW). Auf dem Gelände sei wenig Platz. „Wie soll die Belieferung erfolgen?“ Wenn die Anlieferer mit ihren 7,5-Tonnen Lkw auf der Augustenstraße halten, um auszuladen. „Dann ist die Straße zu“, so Ullrich. „Wir schaffen hier ein Problem“, meinte auch Eggensberger (Füssen-Land). „Die Leute parken auf der Augustenstraße. Die fahren nicht hintenrum.“ 

Da sich das Gremium in seiner vergangenen Sitzung „relativ herb“ über das Projekt ausgelassen habe, plädierte Magnus Peresson (UBL) dafür, die Anfrage abzulehnen. „Es ist das falsche Signal, wenn wir okay sagen, obwohl es uns nicht gefällt.“ Deshalb sollte der Ausschuss das Kommunale Einvernehmen durch das Landratsamt Ostallgäu ersetzen lassen. 

Von dieser Idee hielt Heinz Hipp (CSU) allerdings nichts: „Die gesetzliche Bestimmung hat bindenden Charakter für mich. Der Stadtrat muss sich an die Gesetze halten.“ Der Meinung war wohl auch die Mehrheit der Stadträte, die mit fünf Gegenstimmen das Projekt genehmigten.

kk

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