Stadt will Tiefgarage

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Das Hotel Ludwigs will dieses Gebäude abreißen und durch einen Neubau mit Satteldach ersetzen.

Füssen – Das Hotel Ludwigs möchte schon länger erweitern. Doch am Dienstag sollte der Bauausschuss über ganz neue Pläne diskutieren. Denn die Hotelbesitzer haben das angrenzende Gebäude an der Hinteren Gasse gekauft. Das möchten sie nun abreißen und einen Neubau hinstellen. An sich eine gute Idee, fanden die Stadträte. Allerdings nur unter einer Voraussetzung: Wenn eine Tiefgarage gebaut wird.

Das Gebäude an der Hinteren Gasse sei „absolut nicht erhaltungswürdig“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Es stamme noch aus den 1950er Jahren, ergänzte Bauamtsleiter Armin Angeringer. „Der historische Wert ist als eher gering einzustufen.“ Das Haus stehe deshalb auch nicht unter Einzeldenkmal- sondern nur unter Ensembleschutz. Die früheren Grundstücksgrenzen müssten laut dem Landesamt für Denkmalpflege sichtbar sein.

Der Bauwerber möchte nun dieses Haus sowie den Mittelbau abreißen und neu errichten. Zur Hinteren Gasse hin soll ein zweigeschossiges Gebäude plus Dachgeschoss mit Satteldach gebaut werden. Im Obergeschoss sollen Hotelzimmer entstehen, im Erdgeschoss fünf Garagen. Zudem soll die Zufahrt in den Hinterhof verbreitert werden. Denn die jetzige ist „extrem begrenzt und entspricht nicht den heutigen Vorgaben“, so Angeringer. Der Entwurf sei „in sich eine schlüssige Ansicht“ und eine deutliche Verbesserung. Das Gebäude werde durch das Satteldach zwar höher als jetzt, befinde sich aber im „noch vertretbaren Bereich.“

25 neue Hotelzimmer 

Für den Mittelteil gebe es zwei verschiedene Planungsvarianten. Eine sehe vor, den Hof mit einem Flachdach zu überdecken. „Aus Sicht der Stadt ist das schon denkbar“, sagte Angeringer. Doch das Landesamt für Denkmalpflege stehe „solchen Vorschlägen eher weniger offen gegenüber.“ Insgesamt sollen 25 zusätzliche Hotelzimmer entstehen. Zusammen mit den bestehenden Zimmern muss das Hotel dann 31 Parkplätze bereit stellen, so Angeringer. Durch den Abriss ergibt sich jedoch ein Problem: „Die Stellplätze müssen komplett neu nachgewiesen werden“, sagte der Bauamtsleiter. Um die Qualität im Tourismus zu gewährleisten, sollten die auf dem eigenen Grundstück bereitgestellt werden. Dafür hatte sich einst Füssen Tourismus und Marketing (FTM) ausgesprochen. Deshalb erachte die Verwaltung eine Tiefgarage für „unabdingbar“, so Iacob. Wenn das Gremium den Abriss befürworte, könne die Stadtverwaltung in die weiteren Verhandlungen gehen.

Die Stadträte hielten den Abriss zwar für eine gute Idee. Die Informationen zu dem Bauprojekt waren ihnen aber zu vage. „Eine Bauvoranfrage ist schon in gewisser Weise bindend“, meinte Dr. Anni Derday (FWF). Deshalb forderte sie genaue Daten, was hier entstehen solle. Auch Dr. Martin Metzger (BfF) und Magnus Peresson (UBL) wollten vor der Genehmigung erst eine Stellungnahme von FTM einholen. Darin sollte geklärt werden, ob sich durch die Anfahrt durch Busse Probleme ergeben, meinte Metzger. Zudem befürchtete er eine lange Bauzeit, wenn im Sommer durch die Sperrung die Hintere Gasse aus dieser Richtung nicht angefahren werden könne.

Peresson ist dagegen 

Außerdem mahnte Peresson, vor einem Beschluss die Fachleute beim Landesamt für Denkmalpflege (LfD) zu befragen. „Wir sollten auf eine qualitätsvolle Fassade schauen. Das LfD ist wichtig. Jetzt zuzustimmen ist ein Blindflug.“ Zudem wies er daraufhin, dass man eine „gute Lösung“ kaputt machen könne, wenn man „rigoros auf die Stellplätze“ bestehe.

Etwas anders sah das Niko Schulte (CSU). „Wir sollten zeigen, dass wir diese Gebäude nicht halten wollen. Das ist die Basis für die Gespräche.“ Deshalb entschloss sich das Gremium mit einer Gegenstimme das kommunale Einvernehmen noch nicht zu erteilen. Stattdessen machte es klar, dass die vorgelegten Pläne nur dann umsetzbar seien, wenn eine Tiefgarage gebaut werde. Die Verwaltung soll zudem mit den Bauwerbern sprechen und Stellungnahmen vom LfD und von FTM einholen. Gegen diesen Beschluss sprach sich nur Peresson aus.

Katharina Knoll

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