Bürgermeister Rinke mit glänzenden Zahlen

Schulden der Gemeinde Schwangau sinken

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Touristisch und finanziell geht es in Schwangau seit Jahren aufwärts. Ein Grund: Schloss Neuschwanstein.

Schwangau – Der Fachkräftemangel macht auch vor den Rathäusern in den Kommunen nicht halt.

Das gilt gleichfalls für die Gemeinde Schwangau. In der Bürgerversammlung ging Bürgermeister Stefan Rinke auf dieses Problem ein. Mit einem Haushaltsvolumen von etwas über 17 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist die Gemeinde Schwangau ein mittelgroßes Unternehmen. 

49 Menschen arbeiten in Vollzeit für die Gemeinde, in der Verwaltung, dem Tourismus, im Bau- und Wertstoffhof, der Grundschule sowie verschiedenen anderen Einrichtungen. Davon sind allerdings nicht alle kostendeckend, wie etwa der Friedhof oder der Kindergarten, der ein jährliches Defizit von zuletzt knapp 300.000 Euro verursachte.

Während beim Wasser und dem Abwasser kostendeckend gearbeitet werden muss, erwirtschaftet der Tourismusbetrieb ein sattes Plus von fast einer dreiviertel Million Euro. Neben den Steuern, die etwas mehr als ein Viertel der Einnahmen (3,7 Millionen Euro) ausmachen, sind es die Beiträge aus dem Tourismus, als Kur- und der Fremdenverkehrsbeitrag – den alle Unternehmen in Schwangau zahlen müssen, die in irgendeiner Form mit dem Tourismus zu tun haben –, die ein Fünftel der Verwaltungshaushaltseinnahmen ausmachen. 

Dem gegenüber stehen aber ebenso hohe Ausgaben, vor allem an den Landkreis (1,8 Millionen Euro), die Zuführung zum Vermögenshaushalt und, ebenso ein Fünftel der Gesamtausgaben, die Personalkosten, die über die vergangenen Jahre seit 2011 kontinuierlich von 2,1 auf mittlerweile 2,8 Millionen Euro angewachsen sind. Dabei ist nicht nur die Zahl der Stellen gestiegen, sondern die Gemeinde musste auch die Tarifverträge an die aktuellen Abschlüsse anpassen und dementsprechend die Gehälter erhöhen, erklärte Rinke den Anwesenden.

Zugleich werde es aber für die Kommune immer schwerer, passenden Nachwuchs zu finden. Man habe aktuell eine Stelle erneut ausschreiben müssen, weil sich kein geeigneter Bewerber vorgestellt habe, berichtete der Rathauschef. Daher sei dies eine langfristige Entwicklung und man müsse frühzeitig nach Mitarbeitern suchen, wenn klar sei, dass der eine oder andere Angestellte auf absehbare Zeit in den Ruhestand treten werde. Vorausschauende Politik Positiv bewertete Rinke dagegen die vorausschauende Politik seines Amtsvorgängers bzw. der Verwaltung. 

Man habe rechtzeitig bestimmte Einrichtungen, wie das damalige Freibad – heute die Kristalltherme – oder das Kurhaus – heute das Schlossbrauhaus – privatisiert. So würden diese damals defizitären Einrichtungen heute der Gemeinde einerseits nicht mehr auf der Tasche liegen, andererseits aber ein sattes Plus erwirtschaften. Auch die Kooperation mit der Stadt Füssen beim Abwasserzweckverband „macht Sinn“, so Rinke. 

Es gebe keine Überraschungen und die Kosten werden von mehreren Schultern gestemmt. Somit gelang es der Gemeinde im vergangenen Jahren erneut die Schulden zu reduzieren und gleichzeitig zu investieren, etwa in das Feuerwehrhaus, den Bauhof oder die zahlreichen Wege sowie das Kanalnetz. Derzeit hat die Gemeinde ein Defizit von 2,6 Millionen Euro – weniger als die Hälfte im Vergleich zu Rinkes Amtsübernahme 2014 (damals 5,3 Millionen). 2011 belastete noch ein Defizit von 6,3 Millionen Euro den kommunalen Haushalt. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt somit mittlerweile bei 819 Euro, Ende des Jahres 2018 sogar bei nur noch 724 Euro. 

Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bayernweit bei 598 Euro (Stand 2016), im Ostallgäu bei 653 Euro. Alle Verbindlichkeiten, so Rinke weiter, seien durch Gegenwerte, etwa die Rücklage in Höhe von 8,2 Millionen Euro, gedeckt. Was den Tourismus als Geldbringer Schwangaus angeht, so haben sich hier die Zahlen im Verlauf der vergangenen zehn Jahre stabilisiert. So zählte die Gemeinde im vergangenen Jahr erstmals über 800.000 Übernachtungen, die Zahl der Gäste lag bei rund 230.000.

gau

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