Rathauschef Paul Iacob lässt das Jahr Revue passieren – nur wenige Bürger kommen

Nur gut drei Dutzend Füssener versammeln sich, um Bürgermeister Paul Iacobs Ausführungen zu lauschen. Foto: gau

Weißensee – Warum nur so wenige am Montag ins Schützenhaus nach Weißensee zur Füssener Bürgerversammlung gekommen waren, das wussten weder die gut drei Dutzend Anwesenden noch Bürgermeister Paul Iacob. Dabei hatte der Rathauschef durchaus Interessantes zu berichten.

Iacob ließ in Weißensee die  zwölf Monate in 90 Minuten Revue passieren. Das reichte vom Brandschutz, Finanzen über Sport, Senioren und Schule bis zu Vorhaben wie dem Allgäuer Dorf, dem Theresienhof und der Wirtschaftsförderung. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass die Stadt die Verschuldung Füssens um knapp 1,5 Millionen Euro drücken konnte. Während man gleichzeitig investiert habe, so Iacob. Etwa in die Kinderkrippe. Deren wachsenden Bedarf man in dem Umfang nicht erkennen konnte. „Man hält es nicht für möglich“, so Iacob, aber bald werde eine vierte Kindergartengruppe benötigt. Aktuell gibt es je drei Gruppen in der Kinderkrippe und dem Kindergarten, die sich ein Dach teilen. Womit Iacob schon bei der nächsten Investition angekommen war, dem Brandschutz in der Grundschule, der über eine halbe Million Euro verschlungen hatte. Dafür konnte man sich dann bei den Senioren mit dem kleineren Anteil begnügen, erklärte der Rathauschef. 

Von über 900.000 Euro für den Umbau und die Sanierung des Bürgerspitals kamen knapp 700.000 Euro vom neuen Betreiber, der Familie Griesmann. 

Es gibt Themen, die dürfen in Füssen keinesfalls fehlen – die Bundeswehr, der Tourismus, und die Wirtschaft. Eine Kombination aus Tourismus und Wirtschaft verspricht das Allgäuer Dorf, das Bürgermeister Paul Iacob kurz anriss. Es sei ein riesiges Projekt, das man nicht im Detail hier erklären könne, so der Rathauschef weiter. Die Idee sei aber, das Allgäu vom Bodensee bis Füssen hier deutlich zu machen. Dazu gehörten alte Berufe ebenso wie das moderne Allgäu mit Photovoltaikanlagen und energetischen Sparmaßnahmen. Das sollen die Besucher auf dem Areal nahe dem Festspielhaus vor allem erleben und erlernen können. 

Es müsse eine Erlebnisgastronomie geben, die die Möglichkeit bietet, hier zu übernachten. Und das Allgäu so kennen zu lernen, wie bei Ferien auf dem Bauernhof, meinte eine der Anwesenden. Das alles aber müsse langsam wachsen, so Iacob weiter. Es dürfe keinen Kitsch geben, kein Disneyland, sondern es sollte auf eine schöne Art und Weise „unser Allgäu“ zeigen. Bislang hab man dafür bereits mehr als eine Million Euro ausgegeben. Schätzungen gehen von einem Investitionsvolumen von mehr als 60 Millionen Euro aus.


Leuchtturmprojekt Theresienhof


Während Paul Iacob den Schlenker machte vom Allgäuer Dorf zum Theresienhof, kommentierte ein Besucher das niemals endende Thema. Immerhin, das Loch sei schon da, hieß es, während Iacob das am Entstehen begriffene Einkaufszentrum als eine Art Leuchtturm pries. Als man bei H&M oder K&L angefragt habe, hätten diese seinerzeit abgelehnt. Allerdings hätten sie anklingen lassen, dass, wenn der Theresienhof realisiert werden würde, sie auch kämen, allerdings in die Reichenstraße wollten. 

Nun, da der Theresienhof am Entstehen sei, bewahrheite sich das. „Das habe ich immer gewusst. Man weiß einfach, wofür man arbeitet“, so Iacob. Mit der Firma Geiger habe man den richtigen Partner. Außerdem ließ Iacob durchblicken: nicht nur H&M möchte jetzt in die Reichenstraße. Wenn dort gebaut wird, auf dem Areal der ehemaligen Sparkasse, komme „nochmal einer“. 

Auch beim Thema Bahnhof sei man auf einem guten Weg, schon im kommenden Jahr werde man hier einiges auf den Weg bringen. Was Iacob auch zu mehreren Bauprojekten beziehungsweise Bebauungsplänen brachte, die die Stadt bald auf den Weg bringen will. Vom Weidach bis zur Uferstraße in Hopfen.gau

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