Raumnot hat bald ein Ende

Begehen gemeinsam den symbolischen ersten Spatenstich: Architekt Werner Lehrburger (v.l.), Grundschul-Rektorin Sylvia Kiesel, Bürgermeister Paul Iacob, Claus Winter vom Elternbeirat, Bauamtschef Armin Angeringer und Florian Schmid von der ausführenden Baufirma. Foto: Schuster

Ein Anbau mit insgesamt 383 Quadratmetern Nutzfläche entsteht ab sofort auf dem Gelände der Füssener Grundschule. Bis zum Beginn des nächsten Schuljahres soll er fertig sein und die Platzprobleme der Einrichtung lösen. Doch bis es dazu kommen konnte, war es ein steiniger Weg. Zwei Klassenräume, ein Computerraum, ein Musiksaal, ein Silenziumraum für die Lehrer und ein Archiv soll der zweistöckige Anbau beherbergen, wie Rektorin Sylvia Kiesel beim symbolischen Spatenstich am Montag erklärte. Der Bau kostet rund 930 000 Euro, 40 Prozent davon schießt der Bezirk Schwaben zu. Etwa so viel hätte am Ende auch der ursprünglich angedachte Holzbau gekostet, der vielfach Zankapfel im Stadtrat war und dort letztendlich durchfiel.

„Ich freue mich, dass ich das noch erleben darf“, erklärte Grundschulrektorin Sylvia Kiesel am Montagmittag, kurz bevor sie beim Spatenstich zum neuen Anbau mit Hand anlegen durfte. In all ihren zwölf Jahren im Amt war ein Erweiterungsbau im Gespräch, heuer schien er fast in trockenen Tüchern, ehe er zunächst doch noch scheiterte. Nun steuert das Langzeit-Thema auf ein Happy End zu – seit feststeht, dass ein steinerner Bau an das Schulhaus angebaut wird, läuft nach Meinung der Verantwortlichen alles wie am Schnürchen. Im kommenden Schuljahr soll die Raumnot der Schule behoben sein. Sechs Zimmer auf zwei Stockwerken bekommt der neue Bau. Ein Gang geht mittendurch, die Zimmer links und rechts weg. Der Zugang wird barrierefrei, also auch für Menschen mit Behinderung zugänglich, versprach Bürgermeister Paul Iacob. Er ließ kurz die Geschichte der Planung revuepassieren: Ursprünglich war ein hölzerner Bau geplant, eigentlich ein Provisorium, das in Füssen für den dauerhaften Gebrauch fit gemacht werden sollte. Für einen massiven Anbau habe man sich entschieden, als klar wurde, dass diese Alternative ungefähr genausoviel kosten würde, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Tatsächlich aber ist der Sachverhalt komplizierter – und kontroverser. 400.000 Euro sollte der Holzbau kosten, den damals die Realschule Buchloe als „Notunterkunft“ für mehrere Klassen während einer Sanierung nutzte. Er sollte dann in Füssen als Dauerlösung dienen. Dann aber wurden dem Stadtrat, der den Bau noch genehmigen musste, immer höhere Kosten genannt, schließlich war von 800.000 Euro die Rede. Zweifel an der Qualität der Konstruktion wurden ebenso laut und der Zeitplan verzögerte sich – es wurde deutlich, dass bis zu Schuljahresbeginn 2011 kein Gebäude stehen würde. Dann verweigerte der Stadtrat ein Okay und eine Alternative musste her. Die kostet nun zwar 930.000 Euro, ist aber massiv und fügt sich nahtlos an das bestehende Gebäude an. Die rechtzeitige Fertigstellung scheint gesichert und auch sonst lief offenkundig alles wie am Schnürchen. So wird der Bau auf einen bestehenden Koks-Keller aufgebaut „das spart uns einiges bei der Fundierung“, erklärte der zuständige Architekt, Werner Lehrburger. Auch von Behördenseite ging diesmal alles glatt: Die Förderung vom Bezirk Schwaben und die Baugenehmigung vom Landratsamt lagen schnell vor, „alle haben an einem Strang gezogen“, so Lehrburger. Die Ausschreibung gewann die Marktoberdorfer Baufirma Hubert Schmid, die derzeit nur einen Steinwurf von der Schule entfernt und auch am Bahnhof zwei Wohnparks errichtet. Fast ohne Vorlaufzeit habe sie begonnen zu bauen und nun rollen die blauen Bagger an der Schule. Für die verlorengehenden Parkplätze entstehen um die Ecke acht neue – hier sind städtische Mitarbeiter zeitgleich am Werk.

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