Die Sing- und Musikschule Pfronten feiert ihr 20. Jubiläum

Bürgermeisterin Michaela Waldmann überreicht gemeinsam mit Klaus Frick, 1. Vorsitzender des Fördervereins (rechts), je zwei Karten für die Schlosskonzerte Neuschwanstein. Sie dankten Joe Mörz (v.l.), dem „Urgestein der Sing- und Musikschule“ und Herbert Wiedemann, langjähriger Lehrer und Schulleiter. Foto: Kink

Pfronten – 20 Jahre sei keine „endlos lange Zeit“, auf die man zurückblicke, aber eine Zeit, auf die man stolz sein könne, stellte Klaus Frick  im Pfarrheim zum 20-jährigen Jubiläum der Sing- und Musikschule Pfronten fest. Das unterstrichen im Anschluss die Aufführungen der Schüler und Lehrer.

„Respekt, was die Schüler bereits können, eure Musikschule finde ich fantastisch“, lobte Samy Riesen zum Schluss in gutem Deutsch. Der Vize-Bürgermeister aus der französischen Partnergemeinde Thoiry kam zum Feiern ins Allgäu und bereitete den Besuch von Musikschülern vor. Sie werden im Mai von Frankreich nach Pfronten kommen. „Von den ersten Tönen als Außenstelle der Füssener bis zur eigenständigen Sing- und Musikschule heute“, überschrieb Joe Mörz seine Rückschau. Das „Urgestein“ der Musikschule blickte bis in die Mitte der achtziger Jahre zurück. Damals gab es in Füssen Überlegungen, eine Sing- und Musikschule zu gründen. Der damalige Sparkassen-Direktor Großmann habe ihn angerufen, ob er eine Außenstelle in Pfronten leiten möchte, erinnerte sich Mörz. Er holte sich Brigitte Stender und Martin Heer senior ins Boot und legte nach einer nebenberuflichen Ausbildung am Musikkonservatorium in München die nötige staatliche Prüfung ab. Der damalige Pfrontener Bürgermeister Franz Berktold schließlich brachte die Gründung einer eigenständigen Pfrontener Sing- und Musikschule ins Spiel. Jede Mark der Kommune bringe für vier Jahre eine Mark staatliche Förderung, waren damals die Überlegungen. Die führten schließlich zur Gründungsversammlung im Januar 1993. Eine weitere Wegmarke in der Geschichte der Pfrontener Sing- und Musikschule war die Eingliederung der Nachwuchs-Ausbildung der Blaskapellen in die Musikschule. Anfängliche Skepsis und Misstrauen sind längst in einer fruchtbringenden Zusammenarbeit aufgegangen. Wie die Jugendkapelle (Juka) der Harmoniemusik Pfronten wohlklingend bewies, die den Anfangs- und Schlussakkord des Abends setzte. „Wir kommen alle aus der Musikschule“, bedankte sich Juka-Dirigent Christian Neutzner für die Ausbildung und warb in eigener Sache: „Es wäre schön, wenn wir das eine oder andere Gesicht aus dem Bereich Flöte oder Schlagzeug bei uns wiedersehen würden“. Bürgermeisterin Michaela Waldmann bedankte sich für zwei Jahrzehnte „super Arbeit“, die dem Ort ein musikalisches Gesicht für Einheimische und Tourismus-Gäste gebe. Die Ausbildung sei ein Kernstück der Pfrontener Kultur, lobte Waldmann. Mit einem jährlichen Betrag von 40.000 Euro und Gemeindekämmerin Brigitte Antretter als Schatzmeisterin unterstütze und sichere die Kommune den Schulbetrieb. Weiterer Dank galt Klaus Frick, der das Amt an der Spitze des Fördervereins nach dem Tod des Gründungs-Vorsitzenden Peter Zeller 2001 übernommen hatte, seinem Stellvertreter, allen Lehrern und allen Mitarbeitern in Verein und Verwaltung. „Geburtshelfer und Urgestein“ Joe Mörz sowie dem nunmehrigen Leiter Herbert Wiedemann dankte die Bürgermeisterin mit Karten für die Schlosskonzerte Neuschwanstein. Über eine positive Entwicklung der Schülerzahlen freute sich Herbert Wiedemann. Der Schulleiter zeigte in Zahlen und Fakten Gegenwart und Zukunft auf: Zwölf Lehrkräfte unterrichten zur Zeit 320 Schüler in 167 Wochenstunden an ganz unterschiedlichen Instrumenten. Die meisten Schüler sind zwischen sieben und 14 Jahre alt. Wobei es auch Ausnahmen gebe. So sei der jüngste Schüler drei und die älteste 87 Jahre alt, führte Wiedemann aus. Hauptunterrichtsort sind Grund- und Mittelschule Pfronten. Unterricht werde zudem an der Nesselwanger Schule und der Freybergschule in Eisenberg erteilt, zeigte Wiedemann auf. Ausdruck findet das Schulleben in einer reichen Chor- und Orchestertätigkeit, wie der Festabend zeigte.lck

Meistgelesen

Razzia gegen Reichsbürger
Razzia gegen Reichsbürger
Ein "ordentlicher Haushalt"
Ein "ordentlicher Haushalt"
Serie: Füssen und seine Historie
Serie: Füssen und seine Historie
Außerferner Sozialdemokraten stellen ihre Pläne für die Zukunft vor
Außerferner Sozialdemokraten stellen ihre Pläne für die Zukunft vor

Kommentare