Johann Hensel will als neuer Schlossverwalter Neuschwanstein aus den Negativ-Schlagzeilen holen

"Das ist etwas Besonderes"

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Der 60-jährige Regierungsamtsrat Johann Hensel aus Fuchstal leitet seit Mitte November Schloss Neuschwanstein und blickt optimistisch in die Zukunft.

Schwangau – Offenheit. Transparenz. Teamarbeit. Es sind vor allem diese drei Worte, die im Gespräch mit Johann Hensel immer wieder fallen.

Der neue Schlossherr Johann Hensel im Innenhof des Märchenschlosses.

Es sind die drei Begriffe, denen der neue Verwalter von Schloss Neuschwanstein neues Leben einhauchen will und die er mit seinem neuen Team leben will. So will der erfahrene Beamte die Negativ-Schlagzeilen rund um das Mächenschloss der vergangenen Jahre vergessen machen. 

Seit fast vier Wochen hat der 60 Jahre alte Regierungsamtsrat Johann Hensel aus Fuchstal (Landkreis Landsberg am Lech) das Sagen auf dem weltweit bekannten Schloss von König Ludwig II (der Kreisbote berichtete). Mittlerweile ist der erfahrene Regierungsamtsrat zuversichtlich, mit seiner neuen Schlos-Mannschaft die künftigen Herausforderungen für das Schloss und seine Belegschaft meistern zu können. 

Zwar gibt er zu, nach Jahrzehnten als Leiter der von ihm aufgebauten Ammerseeverwaltung „durchaus mit gemischten Gefühlen hierher gekommen“ zu sein. Doch die Situation, die er Mitte November auf dem Schloss vorfand und wie er empfangen worden sei, hat ihm schnell alle Zweifel genommen. „Es herrscht hier eine gute Stimmung“, betont er. 

Vor allem die Einstellung seiner Mitarbeiter beeindruckt ihn. „Die Leute identifizieren sich mit diesem Schloss“, schwärmt er. Alle seien sehr professionell und mit viel Engagement bei der Sache. Das übertrage sich natürlich auch auf die zahllosen tagtäglichen Besucher. „Es ist toll zu sehen, wie begeistert die Besucher sind“, freut sich Hensel. 

Genau das soll auch weiterhin das Ziel sein: „Die Besucher sollen sich wohlfühlen und mit einem guten Gefühl das Schloss verlassen“, sagt der neue Schlossherr. Negativ-Schlagzeilen wie sie vor allem in den vergangenen vier Jahren immer wieder auftauchten, sollen der Vergangenheit angehören. Dabei setzt Hensel vor allem auf den Teamgedanken und einen offenen Umgang und Führungskultur.

Neben der Administration des alltäglichen Schlossbetriebs wartet auf Johann Hensel ab dem kommenden Jahr noch eine weitaus größere Herausforderung – die Restaurierung und Sanierung der Prunkräume des Märchenschlosses bei laufendem Betrieb. „Da sind wir besonderen Herausforderungen ausgesetzt“, sagt er. 

Glücklicherweise funktioniere die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt Kempten aber sehr gut. Und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung (BSV) und ihre Abläufen kennt der langjährige Beamte ohnehin bestens. „Dadurch tut man sich schon etwas leichter.“ 

Auch wenn Hensel wegen der eng getakteten ersten Tage noch nicht überall im Schloss war – wie er schmunzelnd erzählt, hat er sich bereits zwei Mal in den weiträumigen Fluren und Zimmern verlaufen – , kann er sich wie so viele andere auch dem Zauber des Märchenschlosses nicht entziehen. „Das Schloss hat mich mit seinem Mythos gefangen genommen wie jeden anderen auch“ , erzählt er. Er sei „tief beeindruckt“ von den Gemäuern und der Technik dahinter. Auf Neuschwanstein zu arbeiten, „das ist etwas Besonderes!“. 

Eingespieltes Team

Leichter gemacht habe ihm die Entscheidung, das Angebot der BSV-Spitze anzunehmen, auch der Umstand, dass er hier auf dem Schloss wieder auf seine ehemalige Stellvertreterin aus der Ammerseeverwaltung trifft. Mit ihr habe er bereits dort lange Zeit gut zusammen gearbeitet. Das sei auch im Ostallgäu der Fall, das er noch aus seiner Ausbildungszeit in Kaufbeuren kenne. 

Dass Hensel der richtige Mann zur richtigen Zeit auf dem Schloss ist, davon ist auch die BSV in München überzeugt. „Er gehört zu den langjährigen und erfahrensten Führungskräften der Schlösserverwaltung“, so BSV-Sprecherin Dr. Cordula Mauß.

Matthias Matz

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