Wildberg und Speckbacher starten neue regionale Kooperation

"Ein weiterer Meilenstein"

Stehen für eine regionale Wertschöpfungskette: Guido Degasperi (v.l., Restaurant „Zur Geierwally“), Andrea Speckbacher (Eurogast Speckbacher), Ludwig Metzler (Käserei Wildberg) und Franz Kögl (Erzeugergemeinschaft).

Reutte – Die jüngsten Diskussionen rund um ausländisches Fleisch für heimische Gerichte im „TirolBerg“ in St. Moritz zeugen einmal mehr vom steinigen Weg hin zu einer echten Partnerschaft von Landwirtschaft und Tourismus.

Auch im Außerfern gab es immer wieder Bemühungen um eine Annäherung – bisher allerdings mit wenig Erfolg. Eine neue Kooperation soll dies nun ändern. Abseits der einen oder anderen Lieferbeziehung von Direktvermarkter und Gastronomiebetrieb scheiterte eine groß angelegte Kooperation stets an der fehlenden Logistik. 

Tourismusbetriebe benötigen große Mengen in gleicher Qualität und Verfügbarkeit über das ganze Jahr. Ein einzelner Landwirt kann dies nicht abdecken. Angestoßen von der Regionalentwicklung Außerfern (REA) und dem früheren Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer, Franz Kögl, verständigten sich nun die Reuttener Käserei Wildberg und der Gastronomiegroßhändler Eurogast Speckbacher auf eine Kooperation.

 Wildberg verarbeitet pro Jahr rund 6,5 Millionen Liter Milch zu Hartkäse. Dies entspricht rund drei Vierteln der Außerferner Milchproduktion. Gegenstand der Kooperation ist zunächst der „Lechweg-Brettlkäs“, erhältlich in Drei-Kilo-Stangen für die Gastronomie und 300-Gramm-Packungen für den Endkonsumenten. Für Andrea Speckbacher gehört Regionalität zur Firmenphilosophie.

„Wir haben bereits seit längerem Tiroler Lebensmittel im Programm. Die Zusammenarbeit mit Wildberg ist ein weiterer Meilenstein hin zu einer regionalen Wertschöpfungskette vom Bauern bis zum Gastronomiebetrieb“, sagte er. „Wir starten nun mit dem Lechweg-Brettlkäs und streben eine Erweiterung der heimischen Produktpalette an“, erklärt die Marketingleiterin. 

Massive Auswirkungen 

Franz Kögl, gleichzeitig auch Obmann der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft, freut sich über diesen Durchbruch: „1995 zählte die Gemeinschaft über 200 Mitglieder, heute sind es noch rund 90. Würde sich dieser Trend eins zu eins fortsetzen, stünden wir nach weiteren 20 Jahren bei null mit massiven negativen Auswirkungen auf die Kulturlandschaft und den Tourismus“, erklärte er. „Unsere Bauern brauchen keine Sonntagsreden sondern echte Taten“, hält Kögl fest. 

Ludwig Metzler von der Käserei Wildberg ergänzt: „Für Heumilch können wir den Bauern seit Jahren einen guten Preis zahlen. Dieser liegt zurzeit 42,94 Cent pro Liter. Für den Lechweg-Brettlkäs kommt ausschließlich Berg-Heumilch zum Einsatz. Die Reifung erfolgt auf Fichtenholzbrettern.“ Guido Degasperi vom Traditionsgasthaus „Zur Geierwally“ in Elbigenalp beobachtet eine zunehmende Nachfrage nach Regionalität und Qualität insbesondere bei den Lechweg-Wanderern.

 „Dieser Gast ist auch bereit, für heimische Produkte mehr Geld auszugeben“, betonte er. „Der Lechweg hat den Boden bereitet für den Aufbau einer regionalen Partnerschaft von Landwirtschaft und Tourismus“, weiß der Gastronom. Für Franz Kögl, Ludwig Metzler, Andrea Speckbacher und Guido Degasperi steht fest: „Mit dem Lechweg-Brettlkäs können Hotellerie und Gastronomie ihren Gästen nun ein ganzjährig in ausreichenden Mengen verfügbares Qualitätsprodukt anbieten und zeigen, dass Regionalität bei uns gelebt wird.“

kb

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