Das erste Pelletwerk im Allgäu steht in Ruderatshofen

Holz aus der Region – Pellets für die Region

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Das Team hinter den Allgäu Pellets: Cornelia Rietzler (l.) und Verena Enzensperger in der Bestellannahme, Markus Romer, Unternehmensentwicklung (v. l.), Geschäftsführer Florian Schmid, Vertriebsleiter Volker Keck und für die richtige Qualität sorgt Werner Miller.

Ruderatshofen – Holzpellets haben in der letzten Zeit mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt durch die ständig steigenden Heizöl und Gaspreise haben sich Holzpellets als nachwachsender Rohstoff etabliert. Jetzt gibt es das erste Pelletswerk im Allgäu in Ruderatshofen.

Im holzverarbeitenden Gewerbe fallen naturbelassene Holzspäne an und werden im Pelletwerk unter hohem Druck ohne chemische Bindemittel zu genormten zylindrischen Holzpresslingen mit bis zu vier Zentimetern Länge und 0,6 oder 0,8 Zentimetern im Durchmesser gepresst. 

Naturbelassene Holzspäne werden unter hohem Druck und ohne chemische Bindemittel zu genormten Holzpellets gepresst.

Laut Deutschem Pelletinstitut waren Anfang 2016 rund 400.000 Pelletfeuerungen im Betrieb. „Im Vergleich zu bisher schon erhältlichen Allgäu Briketts® ist die Pelletsherstellung ein relativ komplexer Ablauf“, erklärte Markus Romer, bei Brennpunkt Energie zuständig für die Unternehmensentwicklung, bei einem Pressetermin. „Wir sind bundesweit eine der größten Nachfrageregionen für Pellets und haben den Rohstoff, die Sägewerke und das Knowhow, hatten aber bisher keine regionale Produktion“. 

Nun sei man bei Brennpunkt Energie, einem Unternehmen der Marktoberdorfer Hubert Schmid Unternehmensgruppe, stolz, den heimischen Rohstoff jetzt auch hier anbieten zu können. „Mit der Wärme aus dem größten Biomasseheizkessel des Allgäus mit 18 Megawatt produzieren wir für 4700 Haushalte Strom, und produzieren 90-100.000 Doppelzentner Agrarprodukte in Form von Gras- und Maiscrops“, erklärte Romer. 

Fernwärme liefere man nach Marktoberdorf und die restliche Wärme nutze man jetzt für die Trocknung der Sägespäne und Hackschnitzel zur Holzbrennstoffproduktion. „Wir sehen das auch als Stütze des ländlichen Raumes, weil viele Landwirte und Kommunen auch Forstwirtschaft betreiben“, versicherte Romer. Brennpunkt Energie sei auch das erste Unternehmen in Deutschland, das für alle drei Holzbrennstoffsortimente – Pellets, Briketts und Hackschnitzel – Zertifizierungen habe. 

Man sei auch mit hoher Wahrscheinlichkeit der einzige Hersteller, der Briketts aus heimischen Waldhackschnitzeln herstelle. Deshalb verwende man den Markenname Allgäu Briketts®. Romer weiter: „Auch die Sägespäne kommen aus der Region, werden getrocknet und zu Allgäu Pellets® verarbeitet“. 

Das Hauptprodukt Pellets sei auch deshalb so wichtig, weil es eine echte Alternative zur Öl- und Gasbefeuerung darstelle und sich die Zuführung genauso gut automatisieren lasse.

Unabhängig vom Ölpreis

Zunächst wolle man bei Brennstoff Energie rund 20.000 Tonnen Pellets pro Jahr herstellen und etwa 2000 bis 3000 Tonnen Briketts, wobei die technische Kapazität der Anlage rund 40.000 bis 45.000 Tonnen ermögliche. 

Volker Keck, Vertriebsleiter Holzbrennstoffe bei Brennpunkt Energie betonte: „Der Pelletpreis ist unabhängig vom Ölpreis“. Der Brennwertvergleich zeige, dass man nur zwei Kilogramm Pellets an Stelle von einem Liter Öl brauche. Man liefere auch an Allgäuer Ölhändler. „Wir sehen uns als Produzent und Händler, als auch als Ansprechpartner für die Endkunden“. 

Zusammenfassend betonte Geschäftsführer Florian Schmid: „Wir wollen mit unserem Standort den regionalen Markt bedienen, die Ressourcen am Standort nutzen und qualitativ hochwertige Produkte herstellen“. Am Standort in Ruderatshofen seien etwa 30 Mitarbeiter im Schichtbetrieb im Sommer und Winter im Einsatz. „Dadurch können wir Versorgungssicherheit in der Region gewährleisten und auch bei zusätzlichem Bedarf schnell reagieren“, erklärte Geschäftsführer Schmid.

wgk

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