"Crowdfunding" soll Neustart des zweiten Ludwig-Musicals fnanzieren

"Fehler der Vergangenheit vermeiden"

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Benjamin Sahler (links) will das Ludwig-Musical wieder beleben. Unterstützt wird er dabei von Christian Million von der „Jungen Akademie Stuttgart“ und Tanzlehrerin Stefanie Gröning.

Füssen – Der König soll zurück auf Füssens Bühne kommen. Diesen Plan verfolgt Benjamin Sahler, Unternehmer und Regisseur aus Stuttgart. Er will das zweite Ludwig-Musical im Füssener Festspielhaus wieder beleben. Und ruft er jetzt zum „Crowdfunding” auf, um das Projekt starten zu können.

Mein Ritter, schlaf und träume“ ist das berührende Lied zur Nacht, das Sibylle Meilhaus, die warmherzige Amme des Buben Ludwig, anstimmt. Suzan Zeichner, die dieser Rolle im zweiten Musical über das Schicksal des Märchenkönigs so viel Wärme gab, ist in Australien ebenso wie in Wien zuhause. Jetzt besuchte die Musicaldarstellerin Freunde in Füssen. Sie stand überraschend auch in der „Königsgala“ von Janet & Marc im Füssener Festspielhaus auf der großen Bühne. Wird sie auch dabei sein, wenn es Benjamin Sahler gelingt, dieses Musical über Ludwig II. im nächsten Jahr aufzuführen? 

Zuvor sind aber erst die Fans an der Reihe, um sich mittels „Crowdfunding“ für die Wiederaufführung einzusetzen. Anders als Susan Zeichner sind Kollegen in Füssen geblieben, als das zweite Ludwig-Musical wegen der Insolvenz die Spielzeit im Festspielhaus beendet hatte. Das war 2006. Zuvor hatte es auch mit „Sehnsucht nach dem Paradies“ nicht geklappt. Mit diesem Stück – gespielt von 2000 bis 2003 vor insgesamt 1,5 Millionen Besuchern – huldigte das Ensemble dem tragischen Wittelsbacher. In Kempten wurde 2011 ein weiterer Versuch gestartet – und ging baden. 

Bis November sammeln 

Verständlich, dass diese Vorgeschichte dazu führt, dem Projekt des Stuttgarter Regisseurs und Betriebswirts Benjamin Sahler skeptisch zu begegnen. Doch wie Günter Döbler vom Festspielhaus glaubt der Geschäftsführer der Big Dimension GmbH fest daran, „dass wir dank der Hilfe der Fans, von Sponsoren und auch durch Eigenmittel dieses wunderbare Musical mit den Texten von Rolf Rettberg wieder beleben können“. Im Sommer 2016 ab 11. August könnten insgesamt fast 30 Aufführungen in Füssen gegenüber den Königsschlössern über die Bühne gehen. Voraussetzung ist: Bis 15. November 75.000 Euro einzusammeln. „Wer zwei Tickets zum Sonderpreis von 100 Euro vorbestellt hat, erhält sein investiertes und treuhänderisch verwaltetes Geld wieder, falls das Ludwig Musical nicht aufgeführt werden kann. Dafür gebe ich eine Garantie“, betonte Benjamin Sahler. Er sei überzeugt davon, „dass wir in Füssen einen großen Erfolg haben werden“. 

Benjamin Sahler selbst will hier Regie führen. Partner dieser Produktion ist die Junge Akademie Stuttgart, eine Schule für Musical-Talente. Dass der Neue im Festspielhaus Füssen hohe Qualität bieten kann, das zeigt eine Tatsache: Der designierte musikalische Leiter dieser auf dem Original basierenden Neuinszenierung heißt Florian Appel. Die Lieder und Kompositionen stammen bekanntlich aus der Feder von Konstantin Wecker, Nic Raine und Christopher Franke: Topleute in der Unterhaltungsbranche. 

Fehler analysiert 

Der 41-jährige Unternehmer und Regisseur aus Stuttgart hat die Rechte zur Aufführung des Musicals von Gerd Fischer Musikverlag erworben. Anders als in Füssen und Kempten wirke Gerd Fischer nicht mit, unterstrich Benjamin Sahler mit Blick auf die zentralen Figuren. Der potentielle neue Maestro will eine sehr breite Basis von Menschen und Fans hinter sich wissen. Das Team vom Festspielhaus wiederum sei gerüstet für diese mögliche Krönung des nächsten Märchenkönigs, wie Günter Döbler gegenüber dem Kreisboten betonte. Wer Ludwig II. darstellt, steht noch in den Sternen. 

Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) sicherte in der „Königs Lounge“ bei der Präsentation des Kulturprojekts eine „ideelle Unterstützung“ seitens der Stadt zu. „Wir freuen uns auf die Rückkehr des Königs“, zeigte sich der Rathauschef zuversichtlich. Benjamin Sahler unterstreicht: „Wir wollen bei der Finanzierung des Musicals die Fehler der Vergangenheit vermeiden. Daher haben wir sehr viel Zeit in Analyse und Konzept investiert.“ In diesem Zusammenhang wies er auf sein Studium der Betriebswirtschaftslehre hin. Außerdem hat er einen Abschluss im Fach Musiktheater-Regie und Erfahrungen als Spielleiter. 

Mehr Infos zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.startnext.com/ ludwigmusical.de. Chris Friedrich

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