Rehabilitation stärken

Rehabilitation war das Kernthema einer Diskussionsrunde in der Fachklinik Allgäu mit Stephan Stracke (3.v.l.), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Foto: Berndt

„Reha vor Rente“ und „Reha vor Pflege“ lauteten die Kernaussagen, über die die Teilnehmer eines „Runden Tisches“ mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke von der CSU, der jüngst in der „Fachklinik Allgäu“ in Pfronten über die Bühne ging, einer Meinung waren. Die Vertreter der Pfrontener Klinik zur Behandlung von Depression und Atemwegserkrankungen, der Krankenkassen AOK und DAK sowie der Hochgebirgsklinik Mittelberg sprachen sich dafür aus, mit einem dichten „Reha-Versorgungsnetz“ weiterhin eine „gute Versorgung für die Patienten“ anbieten zu können. CSU-Politiker Stracke hob zudem hervor: „Einen noch größeren Schwerpunkt sollte aber die Prävention darstellen.“

Demnach „wollen wir von der CSU uns künftig mehr damit befassen“, betonte Stracke weiter und fügte hinzu, dass er dieses „wichtige Thema“ als eine „Schwerpunktaufgabe für nächstes Jahr“ ansehe. Bei dem vom kaufmännischen Direktor der Allgäu-Klinik Pfronten, Heiko Schöne, moderierten Gespräch plädierte Dr. Thomas Widmann allerdings nachdrücklich dafür, dass auch „für Reha noch mehr getan werden“ solle, da sie unter anderem eines könne: „Die Leute für den Arbeitsmarkt wieder fit machen.“ Womit er auf die von Schöne zuvor erwähnte „veränderte Altersstruktur“ Bezug nahm, die dafür sorge, dass es in einigen Jahren „immer weniger junge Leute“ gebe und die „rehabilitationsrelevante Bevölkerungsgruppe“ steigen werde. Gleichzeitig damit werde auch „der Aufwand, diese Patienten zu versorgen“ steigen, erklärte Schöne, der sich ebenfalls dafür aussprach, dass „die Rehabilitation leistungsfähig bleiben“ müsse. Dem widersprach Stracke zwar nicht, verwies jedoch darauf, dass man „jetzt nicht mehr Geld in den Reha-Bereich des Gesundheitswesens reinpumpen solle, nur weil es der Wirtschaft momentan allgemein gut geht.“ Stattdessen machte er sich noch einmal für die Prävention stark, indem er sagte: „Je früher man eingreifen kann, umso besser ist es.“ Womit er ganz Alfred Baur von der AOK sowie Renate Bernhart von der DAK auf seiner Seite hatte, die gleichfalls vermehrter Prävention das Wort redeten. Die Erfolgsaussichten von Bernharts Ansinnen, die Prävention von Krankheiten „schon in die Schule“ zu bringen, zog demgegenüber Dr. Thomas Wangemann von der Fachklinik Allgäu allerdings stark in Zweifel. Dennoch appellierte auch er daran, die möglichen späteren Patienten beispielsweise von Depressionserkrankungen „schon im Vorfeld abzufangen.“ Aber, so betonte Wangemann weiter: „Reha ist nämlich nicht Prävention.“ Eine unbedingte Stärkung der Grundsätze „Reha vor Rente“ und „Reha vor Pflege“ forderte gleichwohl der Bundestagsabgeordnete Stracke, auch wenn er in dem Zusammenhang erneut bekannte, dass es noch besser sei, „unsere Präventionsstrategie mit Leben“ zu erfüllen. Was denn auch Dr. Felicitas Börner von der Hochgebirgsklinik Mittelberg, einer Reha-Einrichtung für Kinder und Jugendliche, ähnlich sah und erklärte, dass bei der Kinderrehabilitation schon geschaut werde, „dass die entlassenen Patienten selbstständig weiter Prävention treiben.“ Doch sei schließlich auch alles eine Sache des Geldes, das nach Angaben von Jürgen Waibel von der Klinik in Mittelberg derzeit vor allem „bei der Kinder-Reha gewaltig gekürzt“ werde und so die Situation für die einzelnen Kliniken in diesem Bereich „immer schwieriger“ mache. Unter anderem für den Bereich der Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche stellte außerdem Schöne fest, „es fehlt an Geld, und es herrscht zu viel Bürokratie.“ Bevor er Stracke dann ein Positionspapier des Bundesverbandes deutscher Privatkliniken übergab, gab er den schwarzen Peter damit zu einem Gutteil an die Krankenkassen, die Stracke schließlich in die Pflicht nahm und sagte: „Die Krankenkassen haben die Aufgabe, die Kinder-Rehabilitation zu stärken.“

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Alle Türen stehen weit offen
Alle Türen stehen weit offen
Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park

Kommentare