Kreisbote-Interview mit Rektor Elmar Schmitt

An der Füssener Grund- und Mittelschule beginnt heute teilweise wieder der Unterricht

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An der Füssener Grund- und Mittelschule geht heute für die Abschlussklassen der Unterricht wieder los.

Füssen/Landkreis - Für die Abschlussklassen beginnt auch in Füssen und dem Füssener Land am heutigen Montag wieder der Unterricht.  Der Kreisbote hat mit Elmar Schmitt., Rektor der Füssener Anton-Sturm-Mittelschule, über die Vorbereitungen dafür und die Auswirkungen der momentanen Situation auf den Unterricht gesprochen.

Herr Schmitt, freuen Sie sich wieder über die Rückkehr einiger Ihrer Schüler? Wie lautet Ihr kurzes Zwischenfazit zum „Home-Schooling“?

Schmitt: "Auch wenn sowohl ein intensiver Austausch zwischen Schulleitung und Lehrkräften als auch zwischen den Lehrkräften und ihren Schülern besteht, fehlt jedoch das alltäglich Zwischenmenschliche, was den Lehrerberuf so interessant macht. Die Lehrer-Schülerbeziehung ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für ein effektives Unterrichten und Lernen. Hier zeigt sich wiederum der Vorteil des Klassenleiterprinzips an den Mittelschulen im Vergleich zu den anderen weiterführenden Schulen, was auch das Home-Schooling vereinfacht. Die Klassenleitungen kennen ihre Schüler genau, wissen in der Regel auch wie die Situation bei den Schülern zu Haus ist und können entsprechend auf das mögliche Arbeiten zu Hause reagieren. Da auch nicht alle Schülerinnen und Schüler über einen Computer und dem nötigen Zubehör verfügen, müssen neben verschiedener Austauschforen auch herkömmliche analoge Wege zur Übermittlung der Aufgaben genutzt werden. Das Feedback seitens der Lehrkräfte und auch der Eltern war bisher überwiegend positiv?"

Schule daheim geht allerdings weiter. Wie sehen Sie es? Ist es weiterhin eine Geduldsprobe für Eltern, Kinder und Lehrer?

Schmitt: "Natürlich fordert die aktuelle Situation viele Eltern besonders aber Alleinerziehende und verlangt großes Organisationstalent. Es ist aber nicht die Aufgabe der Erziehungsberechtigten als 'Hilfslehrer' zu agieren, denn die Lehrkräfte stehen den Kindern und Jugendlichen für Nachfragen gerne zur Verfügung. Die Eltern sollten aber ihren normalen Pflichten nachkommen und die Lehrkräfte hinsichtlich der Kontrolle der Anfertigung und der Vollständigkeit der gestellten Aufgaben unterstützen."

Wie viele Schüler stehen denn in den 9. und 10. Klassen vor den Prüfungen? Wie viele Gruppen fassen Sie denn ab Montag zusammen? 

Schmitt: "Ab Montag beginnt der Präsenzunterricht für unsere beiden 10. Klassen und für die Schüler der 9. Klassen, die sich zum Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule angemeldet haben. Die Schüler werden dabei in halber Klassenstärke  von acht bis zehn Schülern blockweise unterrichtet. Der Unterricht beschränkt sich dabei auf die Prüfungsfächer."

Das Kultusministerium hat Vorgaben und Rahmenbedingungen ab Montag vorgegeben. Können diese alle überhaupt eingehalten werden? Sorgt dies für große Probleme?

Schmitt: "Wir haben ein Regelkonzept zur Wiederaufnahme des Unterrichts erstellt, an das sich die Schüler halten müssen. Dieses ist auch auf unserer Homepage www.anton-sturm-mittelschule.de veröffentlicht. Es umfasst die Umgangs- und Verhaltensregeln, Hygienemaßnahmen, Ordnung im Klassenzimmer, … Es ist uns, denke ich, gut gelungen die Vorgaben und Rahmenbedingungen des Kultusministeriums umzusetzen. Von der Empfehlung des Ministeriums, dass ein Mund- und Nasenschutz nicht unbedingt notwendig sei, sind wir jedoch abgewichen. Wir haben diesen verpflichtend angeordnet -  auch in Absprache mit dem Gymnasium Füssen. Die Stadt Füssen als Sachaufwandsträger hat uns zudem ein kleines Kontingent an Masken dankenswerterweise zur Verfügung gestellt."

Das Kultusministerium hat 20 Schulstunden pro Woche ausgegeben. Reicht die Zeit, die Schüler auf die Prüfungen vorzubereiten?

Schmitt: "Durch die Blockbeschulung erreichen wir die empfohlenen 20 Schulstunden wöchentlich nicht ganz. Dadurch, dass auch bisher zu Hause gearbeitet wurde, geplante Abschlussfahrten nicht durchgeführt werden können, der Unterricht sich auf die Prüfungsfächer konzentriert und die schriftlichen Abschlussprüfungen um zwei Wochen verschoben wurden, sehe ich keine großartige Benachteiligungen und Probleme."

Sicherheit steht an erster Stelle. Ist der Einlass der Klassen bzw. Gruppen morgens geregelt? Dann auch beim Verlassen des Schulgebäudes?

Schmitt: "Kein Körperkontakt, keine herkömmlich Begrüßungsrituale, Abstand auf dem Schulweg einhalten und natürlich auch im Schulgebäude, Betreten der Schule nur mit Schutzmaske, Schulhaustüre zu Unterrichtsbeginn bleibt geöffnet, ebenso die Klassenzimmertüre, die Schüler waschen sich nach Betreten des Klassenzimmers die Hände mit Seife, am Ende des Unterrichts wischen die Schüler ihren Arbeitsplatz und ihren Stuhl mit Reinigungstüchern ab."

Wenn weitere Klassen zugelassen werden, ist dies dann alles zu stemmen? Sind Sie darauf vorbereitet?

Schmitt: "Auch das werden wir wie viele andere Dinge bewältigen. Die ersten Schritte sind getan, die weiteren dienen der Anpassung an die jeweilige Situation. Die Erfahrungen, die wir nächste Woche machen werden, werden uns zeigen, wo wir gut vorbereitet waren und wo wir eventuell nachbessern müssen."

Ist die Fahrt der Schüler, die auf den Bus angewiesen sind, geklärt? Wissen Sie hier Bescheid?

Schmitt

: "Die Schüler werden über den Stundenplan von ihren Klassenlehrkräften informiert. Mit den Busunternehmen ist abgeklärt, wann die Schüler anwesend sein müssen. Wir heben den Schülern aber auch empfohlen mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, wenn dies möglich ist. Für die Busse gelten natürlich auch entsprechende Vorsorgemaßnahmen."

Stefan Günter


  

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