"Quantensprung in der Altersmedizin"

BKH Reutte soll durch die Spitalsreform umstrukturiert und gestärkt werden

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Im Rahmen der Tiroler Spitalsreform präsentiert Gesundheitslandesrat Tilg (Mitte) mit Gemeindeverbandsobmann Schmidhofer (rechts) und Primar Ladner das Zukunftspaket für das Bezirkskrankenhaus Reutte.

Reutte – Um das Reuttener Bezirkskrankenhaus (BKH) fit für die Zukunft zu machen, hat der Tiroler Landtag ein „Zukunftspaket“ für die Einrichtung geschnürt.

Die stellten Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und Verbandsobmann Aurel Schmidhofer vergangenen Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin vor. Dabei machten beide deutlich, dass für die medizinisch-pflegerische Versorgung im Bezirk Reutte eine ihrer Ansicht nach positive und nachhaltige Lösung im Sinne einer optimalen Versorgung der PatientInnen erzielt worden sei. 

Diese sei auch in Zukunft für das Außerfern zwingend erforderlich. „Aufgrund der topographischen Lage des Bezirks ist eine breite, kompetente und medizinische Vor-Ort-Versorgung der Menschen im Außerfern unverzichtbar“, sagte der Gesundheitslandesrat. „Das BKH Reutte leistet hier mit all seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine hervorragende Arbeit, die wir mit den geplanten Maßnahmen im Rahmen der Tiroler Spitalsreform weiter aufwerten wollen“, so Tilg weiter. 

Neu am BKH Reutte ist ein Department für Akutgeriatrie und Remobilisation mit zwölf Betten. „Wir schaffen damit ein zusätzliches Angebot für Patientinnen und Patienten, deren Selbstständigkeit aufgrund von Alterserkrankungen gefährdet ist. Das ist ein Quantensprung in der Altersmedizin, die angesichts der demografischen Entwicklung immer bedeutender wird“, führte Tilg weiter aus. Insgesamt verfügt das Bezirkskrankenhaus Reutte künftig über 119 Betten und sechs tagesklinische Plätze. Derzeit sind es 131 Betten. 

Vereinbarung erneuert 

Ausgewiesen werden soll auch eine zentrale ambulante Erstversorgungseinheit zur Entlastung der Betten führenden Abteilungen. Ebenfalls neu ist die Einrichtung einer Übergangspflege mit sechs Betten, die gemäß Strukturplan „Pflege 2012-2022“ am Krankenhaus Reutte vorgesehen ist und die eine bedeutende Maßnahme zur Spitalsentlastung darstellen soll. Insgesamt bleibe das Leistungsangebot am BKH bestehen, so das Fazit des Tiroler Gesundheitslandesrates. 

„Mit dem vorliegenden Maßnahmenpaket wird unser Krankenhaus nachhaltig gestärkt und damit für die nächsten Jahrzehnte abgesichert“, freute sich Bürgermeister Aurel Schmidhofer als Gemeindeverbandsobmann BKH Reutte. Dem schloss sich der ärztliche Direktor Dr. Eugen Ladner an und fügte hinzu: „Wir waren überrascht, dass die bei uns bereits 2015 eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen sich in der neuen Reform ebenfalls wieder finden.“ 

Auf die Frage, ob die Reform die bestehende Kooperation mit dem Herzzentrum in Füssen beeinträchtigen werde, verneinte Ladner: „Wir haben erst vergangene Woche die Vereinbarungen im Rahmen eines Herzinfarkt-Netzwerkes neu unterzeichnet.“ Das Bezirkskrankenhaus Reutte beschäftigt derzeit 250 Mitarbeiter und ist damit der zweitgrößte Arbeitgeber im Bezirk. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 30 Millionen Euro, wovon 16 Millionen Personalkosten sind. Zwei Millionen der Kosten trägt der Gemeindeverband, den Rest trägt das Land Tirol.

ed

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