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Jugendliche nehmen beim 69. Redewettbewerb kein Blatt vor den Mund

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Moderatorin Carina Rief (Mitte) und die Teilnehmer des 69. Jugendredewettbewerbs
Zusammen mit Moderatorin Carina Rief (Mitte) präsentieren sich die Teilnehmer des 69. Jugendredewettbewerbs, Helin Agirdan (v.l.), Jasmina Karadzic, Eva Maria Rietzler, Fabienne Kraussler, Lorena Pürcher, Gianluca Wachter und Tuvshinbayar Enkhtuvshin, dem Publikum. © ed

Reutte – Mit Courage, Leidenschaft und viel Talent haben sich Schülerinnen und Schüler beim Jugend-Redewettbewerb in der Wirtschaftskammer Reutte präsentiert.

In ihren Vorträgen nahmen die Schülerinnen und Schüler des Bundesrealgymnasium (BRG), der Handelsakademie (HAK), der polytechnischen Schule (PTS) und Kunsthandwerksschule kein Blatt vor den Mund und lenkten die Blicke auf Fehlentwicklungen in ihrem Alltag. Sie bezogen Stellung zu schülerspezifischen aber auch gesellschaftlichen Themen.

Moderatorin Carina Rief zeigte sich beeindruckt vom Mut der Schülerinnen und Schüler. Mit aufmunternden Worten ermutigte Rief diese, ihre jeweiligen Vorträge zum selbst gewählten Thema auf der Bühne vorzutragen.

Helin Agirdan (BRG) machte in ihrem Vortrag „Politik und Demokratie“ in der Klassischen Rede darauf aufmerksam, dass die Politiker sich immer mehr von der Basis, sprich Bevölkerung, entfernen. Auf diese Weise leisten sie der Politikverdrossenheit und dem Misstrauen gegenüber der Politik Vorschub. „Wir brauchen die Demokratie und die Demokratie braucht uns – es geht wohl gemerkt um uns“, sagte sie. Umso wichtiger sei deshalb, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Ein Schlagwort ihres Vortrags war „Wer die Demokratie verschläft, weckt die Diktatur“.

Helin Agirdan beeindruckte auch in der Kategorie Spontanrede, in der sie zum Thema „Rauchen – Rauchverbot Geldverschwendung“ nach kurzer Vorbereitungszeit referierte. Dabei machte sie darauf aufmerksam, dass Suchtmittel nicht nur Krankheiten, sondern auch der Kriminalität Vorschub leisten.

Mangelnde Akzeptanz

Das Thema „Frauenrechte im Fußball“ hatte sich Jasmina Karadzic (HAK) ausgesucht. Sie erzählte vom vergeblichen Kampf eines Mädchens, Karriere im Fußball zu machen. Verletzende Erfahrungen, mangelnde Akzeptanz, keine Chance ihr Talent zu beweisen waren die Kernpunkte ihres Vortrags. Erst am Ende offenbarte sie, dass es sich um Erlebnisse aus ihrer eigenen Kindheit handelte.

Zwei Mädchen und zwei Jungen (PTS) hatten sich mit der „Weltmacht im Klassenzimmer“, Mobbing und dessen Folgen, auseinandergesetzt. Die Quintessenz dieses Vortrags war, dass es wichtig ist, in solchen Fällen Verantwortung zu übernehmen, hinzuschauen und Verstöße zu melden.

Veraltetes Lehrsystem

Den Abschluss machte Kunsthandwerksschülerin Eva Maria Rietzler. Sie beklagte Fehlentwicklungen im Schulsystem. Schülerinnen und Schüler müssten funktionieren. Außerdem würden Schulmethoden aus dem Mittelalter angewandt, Lehrer seien größtenteils mit ihren Ansichten und Lehrmethoden von gestern – ja von vorgestern – beschäftigt. Eine Lobby für die Jugend? – Fehlanzeige! Mutig und mit Kraft trug sie ihr Thema „Generation A“ vor. Sie überzeugte das Publikum, dass sie auch 100-prozentig hinter ihren Aussagen stand.

Am Ende hatte es die Juroren, unter ihnen Moderator Felix Brunner aus dem Allgäu, nicht leicht, die einzelnen Vorträge zu beurteilen. Für sie waren am Ende alle Referenten Sieger. Denn es gehört schon eine große Portion Mut dazu, sich vor Publikum und ohne Manuskript auf einer Bühne zu präsentieren.

ed

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