Größeres Vertrauen in die Betriebe

Nach zwei Pandemiejahren stellt die Wirtschaftskammer Tirol klare Forderungen an die Politik

Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler (v.l.), Kammerpräsident Christoph Walser und Bezirksobmann Christian Strigl
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Um einen Stillstand der Maschinen zu vermeiden, sind zeitnahe Reparaturen vor Ort unerlässlich. Die dafür nötigen Kenntnisse vermittelt das WIFI Reutte in einem Elektrotechnikkurs. Symbolisch legen Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler (v.l.), Kammerpräsident Christoph Walser und Bezirksobmann Christian Strigl Hand an den Maschinen an.

Reutte - Was die Herausforderungen der Zukunft sind und was Betriebe von der Politik fordern, darüber sprachen jetzt Vertreter der Wirtschaftskammer Tirol.

„Jetzt erst recht!“ Unter diesem Motto stand eine Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Reutte mit dem Tiroler Kammer-Präsidenten Christoph Walser, dem örtlichen WK-Obmann Christian Strigl zusammen mit Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler. Als Fazit wurde deutlich: Politik braucht mehr Unternehmergeist und sollte darüber hinaus stärker als bisher auf die Professionalität der Betriebe vertrauen und die Weichen für die großen Herausforderungen der Zukunft stellen.

Zum Jahresbeginn steht die nächste Herausforderung für die Tiroler Wirtschaft vor der Tür: Die Ausbreitung der Omikron-Variante. Trotzdem steht für Präsident Walser fest: „Wir haben jetzt fast zwei Jahre Erfahrung mit dem Virus. Die Betriebe haben ihre Hausaufgaben gemacht und umfassende Prävention- und Sicherheitskonzepte umgesetzt.“

Kein Treiber der Infektionsentwicklung

Die Wirtschaft sei definitiv kein Treiber der Infektionsentwicklung. Deshalb erwarte er, dass die Politik der Professionalität der Betriebe vertraut und sie in ihre Entscheidungen mit einbezieht. Er wies weiter darauf hin, dass sich die Krisenjahre in den verschiedenen Wirtschaftssektoren völlig unterschiedlich auswirkten. „Als Träger der Konjunktur haben sich die exportorientierte Industrie, das Gewerbe sowie die Bauwirtschaft erwiesen, während der Tourismus und andere Dienstleister massive Einbußen hinnehmen mussten“, führte Walser aus.

Mit Blick auf den Tourismus zeigte er sich überzeugt davon, dass sich die Region als coronasichere Destination erweisen wird, wenn in den Sommermonaten die Temperaturen wärmer und die Infektionszahlen abnehmen werden. Daraus werden sich neue Chancen ergeben, so Walser.

Hürde für die Wirtschaft

Als weitere Herausforderungen der Zukunft sah er die Bekämpfung des Fachkräftemangels, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sowie die Digitalisierung. Er stellte aber auch fest, dass die massiven Verteuerungen bei den Energiepreisen eine weitere Hürde für die Wirtschaft seien. Der Standort Tirol bringe zwar beste Voraussetzungen bei der Lösung der anstehenden Probleme mit, jedoch komme es nun darauf an, dass die gesellschaftlichen Corona-Gräben möglichst bald überwunden und die anstehenden Aufgaben gemeinsam gemeistert werden.

„2021 war für die Außerferner Wirtschaft ein herausforderndes Jahr”, stellte Bezirksobmann Christian Strigl fest und resümierte weiter: „Es hat sich in der Krise gezeigt, dass die Bezirke, die kleinen Einheiten, besonders in Krisenzeiten ein Garant der Stabilität sowie des Zusammenhalts und des Miteinanders sind.” Die Flinte ins Korn zu werfen komme für Außerferner Unternehmerinnen und Unternehmer nicht infrage – ob es um sichere Arbeitsplätze geht, um einen starken Standort oder um lebendige Regionen. Nur mit allen zusammen werden man auch das Jahr 2022 erfolgreich meistern.

Kommune fällt Schlüsselposition zu

Kurz streifte Strigl die anstehenden Gemeinderatswahlen Ende Februar. Diese sieht er auch als Chance, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. „Reutte weist mit 48.800 Euro die dritthöchste Bruttowertschöpfung pro Kopf in Tirol auf und diese Spitzenposition gilt es langfristig abzusichern.“ Er wies darauf hin, dass Raumordnungskonzepte, Flächenwidmungspläne oder neue Gewerbegebiete vor Ort in den Kommunen entschieden werden und nicht in Wien oder Brüssel – das zeige die große Verantwortung der Gemeinden.

ed

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