"Nische mit großem Potenzial"

In Reutte öffnet das neue "Werkhaus" seine Türen für Tüftler und Kreative

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Johannes Leismüller (v.l.), Sandra Moosbrugger-Koch und Djuro Wolf hoffen auf viele Erfinder, Kreative und Tüftler, die im neuen Reuttener „Werkhaus“ eine Anlaufstelle für die Umsetzung ihrer Ideen finden.

Reutte – „Werkhaus“ nennt sich das erste „FabLab“ im Außerfern, das vergangene Woche im Untermarkt von Reutte offiziell seine Türen öffnete.

Hinter dem Werkhaus steht eine gemeinnützig ausgerichtete GmbH, die mit Unterstützung der Regionalentwicklung Außerfern gegründet wurde und ihren laufenden Betrieb künftig über Nutzungsgebühren sowie über Förder- und Stipendienbeiträge durch Gemeinden und Firmen finanzieren will.

Als offene Werkstätte für Handwerk und Digitalisierung mitten im Herzen von Reutte schließt diese neue Institution eine wichtige Lücke in der Technologieentwicklung und -förderung des Außerfern. „FabLab“ steht übrigens für Fabrication Laboratory, frei übersetzt „Fabrikations-Labor“. Die beiden Köpfe, die hinter der Werkhaus-Idee stehen, sind Sandra Moosbrugger-Koch und Johannes Leismüller. Auf knapp 250 Quadratmetern Fläche beherbergt das neue Werkhaus unter anderem ein Technik-FabLab für Elektrotechnik und Robotik, ausgestattet mit Lötstationen, 3D-Druckern, Lasercutter und IT-Arbeitsplätzen, einen IT-Hackerspace mit gemütlicher Sitzecke zum Tüfteln und Diskutieren, eine großzügige Teeküche mit Tüftlertafel, schwarzem Brett und weiteren Arbeitstischen. 

Daran angeschlossen sind zudem noch drei separate Kreativräume für die Holz-, Metall- und Textilbearbeitung. Im Textil-Kreativraum stehen etwa Nähmaschinen, Schneideplotter und Thermopressen für das Branden von Textilien und anderen Gegenständen zu Verfügung. Im Metall-Kreativraum gibt es eine CNC-Fräse sowie Kleinmaschinen für die Bearbeitung von Metall und Kunststoff. 

Das neue Werkhaus selbst ist offen für alle und jeden, ganz unabhängig von technischem Hintergrund und Kenntnisstand. Menschen mit weniger oder gar keiner Erfahrung sind also gleichermaßen eingeladen wie Heimwerker, Erfinder oder Kreative. „Und auch Tüftler aus dem angrenzenden Allgäu sind uns willkommen“, sagt Sandra Moosbrugger-Koch im Gespräch mit dem Kreisbote. 

Denn es ginge auch darum, voneinander zu lernen und sich auszutauschen, erklärt die Geschäftsleiterin des Werkhauses. Für Interessierte bietet das Werkhaus Tagespässe, Monats- und Jahreskarten an. Wer sich für eine Jahreskarte entscheidet, kommt nicht nur in den Genuss von vier Einschulungseinheiten, sondern erhält auch einen eigenen Office-365-Account und kann sich seinen Arbeitsplatz online reservieren. Nach dem Eröffnungswochenende Mitte Juni wird es übrigens monatlich „Open Lab Days“ zum Schnuppern sowie Workshops geben. 

Auch Kinderwerkstätten stehen fix am Programm. „Wir gehen davon aus, dass hier eine Nische mit großem Potenzial entsteht“, sagte Bürgermeister Luis Oberer, der auch Obmann der Regionalentwicklung (REA) Außerfern ist. Von ihr stammen 50 Prozent der Fördersumme. Ihn habe beeindruckt, mit welcher Hartnäckigkeit die verantwortlichen ihr Ziel verfolgt haben. 

„Eine Idee kann nur gelingen, wenn die entsprechenden Leute dahinter stehen“, so WK-Obmann Christian Strigl und Kaufmannschaft-Obmann Christian Senn pflichtete ihm mit den Worten bei: „Hier sind Leute am Werk, die wirtschaftlich etwas bewegen wollen und die Einrichtung ist ein wichtiges Puzzle am Reuttener Untermarkt“.

ed

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