Ein einsatzreicher Sommer

Trotz Corona-Krise muss die ARA Flugrettung 2020 öfter abheben als 2019

Notarzthubschrauber landet nachts auf einer Straße.
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Die Hubschrauber der ARA Flugrettung werden immer öfter zu Nachteinsätzen gerufen.

Reutte – Trotz der Corona-Krise standen die zwei Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung 2020 im Dauereinsatz. Die Flugretter absolvierten allein in Reutte 1038 Einsätze. Im Jahr zuvor waren es noch 1025. Auf rege Nachfrage stießen auch die Nachtflugaktivitäten, die 2019 gestartet wurden. In Reutte hob der Hubschrauber im vergangenen Jahr 134 Mal zu Nachteinsätzen ab. Das gibt jetzt die ARA Flugrettung bekannt. 

Davon, dass die Einsatzzahlen gegenüber 2019 sogar leicht angestiegen sind, zeigt man sich bei der ARA Flugrettung überrascht. „Während der beiden Covid-Lock-Downs, die ja beide jeweils mehrere Wochen das Land zum Stillstand gebracht haben, sind unsere Einsatzzahlen natürlich deutlich zurückgegangen“, erklärt ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. „Dass dieser Einbruch durch einen signifikanten Anstieg der Einsätze während der Sommermonate sowie durch die vermehrten Nachtflüge egalisiert wurde, kam auch für uns unerwartet.“

Bereits zu Jahresbeginn hatte sich abgezeichnet, dass die Leitstellen immer stärker die Nachtflugaktivitäten in Anspruch nehmen. So wurden die beiden fliegenden Intensivstationen der ARA Flugrettung in Reutte und Fresach (Kärnten) im abgelaufenen Jahr zu insgesamt 235 Einsätzen bei Nacht bzw. bei Dunkelheit gerufen. „Das Schicksal schläft nicht. Durch die Möglichkeit, bis tief in die Nacht hinein zu fliegen, konnten definitiv Menschenleben gerettet werden“, weiß der ärztliche Leiter der ARA Flugrettung Gernot Aichinger.

Enorme finanzielle Belastung

„Die Zahlen belegen, dass eine professionelle notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in der Nacht nicht nur Sinn macht, sondern auch dringend notwendig ist“, so der stellvertretende ARA-Geschäftsführer Andreas Grießer über die Ausweitung der Einsatzzeiten. Für die ARA Flugrettung bedeutet diese Ausdehnung der Dienstzeit allerdings auch eine enorme zusätzliche finanzielle Belastung, denn die aus der Ausweitung resultierenden Mehrkosten werden von den Kostenträgern der öffentlichen Hand bis dato nicht abgedeckt. „Ich denke, wir sind als gemeinnütziges Unternehmen nicht unverschämt, wenn wir die Forderung erheben, dass wir für die extrem kostenintensive Ausweitung unseres Einsatzspektrums auch entsprechend unterstützt werden wollen,“ so Grießer.

Keine coronabedingte Einstellung des Betriebs

Die operativen und wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie hätten die Crews der ARA Flugrettung anschließend gut gemeistert, lobte Jank. „Hut ab vor unseren Crews. Wie sie mit den medizinischen und logistischen Herausforderungen der Krise umgegangen sind, gebührt großen Respekt. Keinen einzigen Tag mussten wir coronabedingt unsere Operation einstellen. Das war nur möglich, weil es gemeinsam gelungen ist, praktikable und durchdachte Covid-Sicherheitskonzepte binnen kürzester Zeit zu etablieren und diese im Einsatz perfekt umzusetzen. Zum Schutz der Patienten und der Crew.“

kb

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