Zwölf Jahre sind genug

Reuttes Bürgermeister Alois Oberer blickt auf zehn Jahre Amtszeit zurück

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Reuttes Bürgermeister Alois Oberer

Reutte –  Seit zehn Jahren lenkt Alois Oberer die Geschicke der Marktgemeinde Reutte. Dabei sei es ihm gelungen, die Gemeinde auf finanziell solide Füße zu stellen. Doch für ihn steht fest: „Meine Amtszeit endet definitiv mit Februar 2022”, sagte Alois Oberer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Es war eine äußerst knappe Entscheidung: Nachdem es bei den Gemeinderatswahlen 2010 der Marktgemeinde Reutte zur Stichwahl gekommen ist, stand fest: Alois Oberer mit Betriebsratserfahrung bei Plansee wird künftig die Geschicke des Außerferner Bezirkshauptorts leiten. Er setzte sich damit gegen Amtsinhaber Helmut Wiesenegg durch.

Seit 2010 residiert Oberer im ersten Stock des Gemeindeamtes mit der markanten Außentreppe mitten im Zentrum. Zehn Jahre drückt mittlerweile der „Luis“, wie er allenthalben genannt wird, der Kommune seinen Stempel auf, nach einem Erdrutschsieg im Jahr 2016 mittlerweile in der zweiten Periode. Mit seiner „Liste Luis“ gelang es ihm vor vier Jahren die absolute Mehrheit im Reuttener Gemeindeparlament zu erreichen. 

Die Spuren, die Oberer hinterließ, sind nicht zu übersehen. Sein Grundsatz, Zusammenarbeit für Reutte ohne Parteipolitik und Ausgrenzung, hat Früchte getragen. Sachlichkeit und Zielorientiertheit standen und stehen dabei im Vordergrund. Das „Ausgleichende“ scheint bei ihm auch seiner 25-jährigen Tätigkeit als Betriebsrat geschuldet zu sein. 

Solide finanzielle Basis

Es ist tatsächlich etwas vorangegangen in der „Ära-Oberer“. Die Marktgemeinde Reutte steht auf einer soliden finanziellen Basis. Nicht nur deswegen liebäugelt der Gemeindechef mit der Erhebung zur Stadt. „Die Stadterhebung ist deshalb nur eine logische Konsequenz aus dieser Entwicklung. Die vom Land Tirol vorgegebenen Richtlinien für eine Stadterhebung werden von Reutte in jedem Fall erfüllt”, erklärt Oberer. „Alle wissenschaftlichen Publikationen weisen Reutte bereits als Stadt aus. Das Image einer Stadt signalisiert mehr Wirtschaftskompetenz, ist attraktiver für den Zuzug von Fachkräften und strahlt auch mehr Dynamik und Fortschritt gegenüber einem Markt aus.” 

Darüber hinaus werde einer Stadt auch generell eine größere Kaufkraft und ein umfangreicheres Kaufangebot unterstellt, fügt der Bürgermeister hinzu. „Reutte ist nämlich neben Tamsweg der einzige Bezirkshauptort in Österreich, der noch nicht Stadt ist.“ 

Eine Meinungsbildung in dieser Richtung hat auch unter den knapp 7000 Einwohnern begonnen. Zwar nicht offiziell, aber dafür schon lange werden in weiten Teilen der Bevölkerung Diskussionen darüber geführt. 

Einige „Leuchtturmprojekte“ aus der Regentschaft von Alois Oberer: Die größte Investition mit rund 25 Millionen Euro war sicher die Errichtung der Alpentherme Ehrenberg, die bis zur Corona-Krise positiv lief und an die 200.000 Besucher pro Jahr verzeichnete. Daneben ließ die Gemeinde das Seniorenzentrum von 42 auf 64 Betten erweitert, für die Kinder- und Jugendlichen erneuerte die Marktgemeinde alle fünf Spielplätze und errichtete einen großen Funpark. Außerdem bekam die Mobile Jugendarbeit neue Räume. Im Kulturbereich entstand die Kleinkunstbühne „Kellerei“, die neue Zeillergalerie, ein neues Probelokal für die Musikkapelle und ein neuer Musikpavillon im Park. 

Das Zentrum soll belebt werden 

Und gerade rund um den Park sind im Moment die größten Aktivitäten zu beobachten. In einem „Fünf-Jahre-Programm“ stehen die Zentrumsgestaltung und damit die Zentrumsbelebung auf der Agenda. Die Fertigstellung des Parks, die Errichtung des Via-Claudia-Radplatzes, die Sanierung des Dengelhauses mit neuem autofreien Amtsplatz, die Umsetzung von „Reutte on Ice“ sowie die Neugestaltung des Untermarktes mit Einführung der Begegnungszone gehören dabei zu den Schlüsselprojekten. Eine enorme Weiterentwicklung erfuhr auch das Burgenensemble Ehrenberg: Hängebrücke „Highline 179“, Schrägaufzug „Ehrenbergliner“, Sagenverließ, Themenspielplatz und ein neues Restaurant im „Salzstadel“. 

Mehr als 700 neue Wohnungen 

Auch die Wohnsituation verbesserte die Marktgemeinde. Über die Siedlungsgesellschaften übergab sie in den vergangenen zehn Jahren mehr als 700 Wohnungen neuen Mietern oder Eigentümern. Am Gelände des „Drei-Tannen-Stadions“ entstand ein neues, modernes Mehrzweckgebäude mit einer neue Tartanbahn. 

Doch trotz aller Erfolge schließt der 71-jährige Oberer ein Weitermachen nach Ablauf der Periode dezidiert aus: „Meine Amtszeit endet definitiv mit Februar 2022. Ich kann dem Nachfolgebürgermeister eine Gemeinde übergeben, die auf soliden finanziellen Füßen steht und sich infrastrukturell, gesellschaftlich, sozial und auch in Sachen Integration enorm verbessert hat.” 

Das sei allerdings nur durch die gute Zusammenarbeit im Reuttener Gemeinderat, den 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Marktgemeinde Reutte sowie der örtlichen Bevölkerung möglich gewesen. „Das Bürgermeisteramt war für mich nie Job sondern immer eine Berufung und ich bin dankbar dafür, dass ich Reutte in den letzten zehn Jahren mitgestalten durfte.“

niko

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