Rücktritt kommt früher als gedacht - Günter Salchner soll Nachfolge antreten

Reuttes Bürgermeister Alois Oberer tritt überraschend zum 31. März von seinem Amt zurück

Reuttes Bürgermeister Alois Oberer mit seinem Fahrrad
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Alois Oberer tritt überraschend zum 31. März als Bürgermeister der Marktgemeinde Reutte zurück.

Reutte – Bereits zum 31. März wird Alois Oberer sein Amt als Bürgermeister der Marktgemeinde Reutte niederlegen. Seinen vorzeitigen Rücktritt hat Oberer jetzt ganz lapidar am Ende der jüngsten Marktgemeinderatsitzung verkündet. Eigentlich sollte seine Amtszeit mit den Gemeinderatswahlen im Februar 2022 enden. Doch weil sich in der Fraktion „Liste Luis“ Günter Salchner bereit erklärt hat, für Oberers Nachfolge im Gemeinderat zu kandidieren, endet die „Ära Oberer“ bereits zum Ende diesen Monats.

Dass er am Ende der Amtsperiode 2022 aufhören würde, hatte Oberer zwar bekannt gegeben (der Kreisbote berichtete). Der Entschluss, bereits zum 31. März zurückzutreten, überraschte die anderen Fraktionen dann aber doch.

„Um Spekulationen gleich vorzubeugen, ich tue das nicht – Betonung liegt auf nicht– ,weil ich etwa krank bin und die Funktion nicht mehr ausüben kann oder weil ich mehr Freizeit zum Radfahren haben möchte oder weil ich etwa keine Lust mehr habe“, sagte Oberer in seiner letzten Wortmeldung im Gremium. Er sei mit Leib und Seele Bürgermeister. Sein Plan war es bis zum Ende dieser Amtsperiode Rathauschef zu bleiben. „Aber jetzt ist insofern der richtige Zeitpunkt für meinen Rücktritt eingetreten, weil sich in der Fraktion ,Liste Luis‘ Günter Salchner bereit erklärt hat, für meine Nachfolge im Gemeinderat zu kandidieren.“

Deutliche Mehrheit für Günter Salchner

Tritt ein Bürgermeister vor Ende seiner Amtszeit zurück, wird laut Tiroler Gemeindeordnung sein Nachfolger mit einfacher Mehrheit aus den Reihen des Gemeinderates bestimmt. Es gibt kaum noch Zweifel, dass in der nächsten Sitzung im April also Günter Salchner vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt werden wird. Die Stimmen von Grünen, Sozialdemokraten und aus „seiner“ Liste verfügen über eine deutliche Mehrheit.

„Mir ist es wichtig, dass die sachbezogene, erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten elf Jahre im Sinne von Reutte und deren Bevölkerung weitergeführt wird und die Gemeindearbeit nicht von Parteipolitik geprägt ist“, sagte Oberer. „Günter sieht das auch so. Darum gebe ich ihm gerne und mit einem besonders guten Gefühl die Möglichkeit, bereits ein Jahr vor der eigentlichen Wahl in die ,Berufung‘ Bürgermeister der Marktgemeinde Reutte einzusteigen.“

Unvergessliche Wahlergebnisse

„In den letzten 11 Jahren haben wir gemeinsam für Reutte sehr viel weitergebracht. Sehr viele Projekte konnten umgesetzt werden. Ich erinnere nur an die ganz großen Geschichten wie den Neubau der Alpentherme Ehrenberg, die enorme Entwicklung auf Ehrenberg, oder auch die Eröffnung der Kleinkunstbühne, den Ausbau der Pflege bis hin zu den gewaltigen Investitionen im Zentrum von Reutte. Meine emotionalsten Momente waren sicher die beiden unvergesslichen Wahlergebnisse, die vielen Eröffnungsfeiern der umgesetzten Projekte, aber auch meine 70er Feier, die mir durch eure Teilnahme stets in Erinnerung bleiben wird.“

Die Opposition sah im Rücktritt eine Weichenstellung für die Wahlen im Frühjahr 2022. Es sollte dem „Neuen“ durch ein Jahr Arbeit Bekanntheit und damit einen Amtsbonus verschaffen.

Ich biete meine Erfahrung, mein Netzwerk und meine gestalterische Kraft an.“

Günter Salchner, Bürgermeisterkandidat und Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA).

Oberer, der Salchner in sein Team geholt hatte, bestätigt seinem potentiellen Nachfolger dass er alle Voraussetzungen erfülle, um das Bürgermeisteramt zu übernehmen, und bedachte ihn mit Vorschusslorbeeren. Er sei bestens vernetzt und habe auch das Vertrauen der anderen Fraktionen gewonnen. Als Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA) habe er viele Projekte in der Vergangenheit betreut, in die auch die Marktgemeinde eingebunden war. Vieles wurde fraktionsübergreifend umgesetzt, Salchner war hierbei immer in vorderster Front und in entscheidender Position involviert.

„Ich biete meine Erfahrung, mein Netzwerk und meine gestalterische Kraft an“, warb Günter Salchner in eigener Sache auch um die Stimmen der anderen Fraktionen bei der anstehenden Neuwahl des Bürgermeisters. Er sei sich der großen Aufgabe bewusst. Um dieser gerecht zu werden, kündigte Günter Salchner seinen Rückzug als Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern an, sollte man ihn tatsächlich mit dem obersten Amt in der Gemeinde betrauen.

Oberer legt Gemeinderatsmandat nieder

Luis Oberer wird sich übrigens komplett zurückziehen. Er werde auch sein Gemeinderatsmandat niederlegen, alle Funktionen, die er inne hat, abgeben und „diesmal wirklich“ in den Ruhestand gehen, wie er erklärt. In seiner letzten Sitzung als Bürgermeister, der dreiundachtzigsten im Übrigen, erhielt Luis Oberer die Entlastung für den Rechnungsabschluss 2020 und auch viel Beifall aus dem Gremium, dem er mehr als ein Jahrzehnt vorstand.

niko

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