"Unheilig" und "Revolverheld" rocken beim Königswinkel Open Air

Eine Liebeserklärung an Füssen

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Die Band „Revolverheld“ heizt dem Publikum vor dem Festspielhaus Füssen ein.

Füssen – Musik unterm freien Himmel und laue Temperaturen: Am Wochenende herrschte Festivalstimmung am Festspielhaus in Füssen. knapp 12.000 Besucher kamen zu den Königswinkel Open Airs 2015, um die Bands „Unheilig“ und „Revolverheld“ live zu erleben.

Während am Freitag das Wetter zunächst kritisch war, begrüßte strahlender Sonnenschein die Besucher am Samstagabend. Das Smartphone in der Hand, setzt das Gekreische ein, als Frontmann Johannes Strate, Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch und Jakob Sinn von „Revolverheld“ zum ersten Mal die Bühne betreten. 

Vor allem junge weibliche Fans drängen sich um die Bühne, aber auch Endvierziger sind unter den knapp 5000 Besuchern zu finden. Die hat „Revolverheld“ vom ersten Moment an in der Hand: Passend zu ihrer „Immer in Bewegung“-Tour beginnen sie ihr Konzert mit dem gleichnamigen Lied und legen „Hinter der Elbe New York“ von ihrem neuen Album nach. Die nächsten Sympathiepunkte sammeln sie, als Strate sich zum ersten Mal ans Publikum wendet: „Ohne Scheiß, das ist der schönste Ort, an dem wir je gespielt haben.“ 

Locker und leger 

In Jeans und T-Shirt stehen die Jungs aus Norddeutschland auf der Bühne. So leger ihr Erscheinungsbild ist, so locker sind auch ihre Sprüche. Dabei bekommt vor allem „Unheilig“ sein Fett weg. „Wer sich so nennt und denkt vom lieben Gott verschont zu bleiben – das geht nicht“, frotzelt Strate gegen die Band, die am Vorabend bei Gewitter und Sturm am Festspielhaus aufgetreten ist. 

Seit 13 Jahren komme er sich vor wie „auf einer verlängerten Klassenfahrt“, erklärt der Frontman. Und entschuldigt sich beim Publikum, wenn ihm die Sprache entgleisen sollte. Doch gerade das macht die Band sympathisch und kommt auch beim Publikum gut an. Doch aller Spaß ist vergessen, wenn das nächste Lied angestimmt wird. Konzentriert wird in die Saiten gehauen, die Jungs verstehen sich blind. Bei „Das kann uns keiner nehmen“ setzte auch das Publikum zu seiner ersten Gesangseinlage ein. 

Ein „Oh-Konzert“ folgt bei ein „Sommer in Schweden“. „Nicht schlecht“, kommentiert Strate, „Richard Wagner wäre stolz auf euch.“ Werbung in eigener Sache folgt, als Grötsch und Hünecke ihre E-Gitarren gegen Banjo und Balaleika eintauschen. „Revolverheld“ durfte im April ein MTV Unplugged einspielen. „Ein großer Kindheitstraum“ ging damit in Erfüllung, erklärt Strate. Das passende Album werde im Oktober erscheinen. 

Aber bereits auf ihrer Sommertour haben sie ein „ein klitzekleines Unplugged“ dabei. Damit auch die richtige Atmosphäre aufkommt, holt Strate 13 Kinder auf die Bühne. Mit Capri-Sonnen in der Hand, verfolgen sie wie Strate im Duett mit Kat Frankie „Halt dich an mir fest“ anstimmt. Die ersten Töne gehen daneben, doch dann sind beide in dem Stück drin und singen souverän, begleitet vom Publikum. Anschließend folgen weitere Stücke aus dem 2010er Album „In Farbe“, bevor Strate eine Allgäupremiere mit „Du weißt nicht, was du willst“ ankündigt. 

Zum Springen und tanzen bringt „Revolverheld“ sein Publikum mit „Darf ich bitten“. Arme hochreißen, die Hände zu Fäusten ballen und wieder herunter: Kristoffer Hünecke animiert das Publikum zum „Äpfelpflücken“ und lobt begeistert: „Füssen, ich könnte euch küssen.“ Hier darf auch Gitarrist Nils Grötsch zeigen, was ihn ihm setzt. Er setzt zum Gitarrensolo an und entlockt seinem Instrument auch die höchsten Töne. Den Höhe- und gleichzeitig den Schlusspunkt setzt „Revolverheld“ mit seinem Mega-Hit „Ich lass für dich das Licht an“. 

Bei dem singt das Publikum nicht nur mit, sondern verwandelt den Bereich vor der Bühne mit ihren Smartphones in ein Lichtermeer. 

"Ein großer Abend" 

Als Zugaben folgen „Deine Nähe tut mir weh“ und „Lass uns gehen“ von ihrem aktuellen Album „Immer in Bewegung“, während Riesen-luftballons über das Publikum tanzen. Dabei wechselt die Band die Bühne, tritt direkt am Festspielhaus auf, so dass die Besucher in der letzten Reihe, plötzlich ganz vorne stehen. 

Doch weil zwei Zugaben nicht genug sind, fordern die Besucher lautstark ein drittes Stück. „Freunde bleiben“ aus ihrem Debütalbum macht den Abschluss, bei dem Strate erklärt: „Vielen Dank, das war ein ganz großer Abend für uns, ehrlich.“ Und auch den Besuchern scheint das Konzert gefallen zu haben. Sie machten sich mit Kommentaren wie „geil, ist das cool gewesen“ oder „das war ein richtig gelungener Abend, das Wetter, die Kulisse“ auf den Nachhauseweg.

Katharina Knoll

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