Rewe und Vögele als Zugpferde

Das Kaufhaus Theresienhof in Füssen kommt, so viel ist sicher. Bei den offenen Fragen um Verkehrsführung und Lärmschutz ist die Planung jedoch noch nicht abgeschlossen. Einen Vorentwurf des Bebauungsplans präsentierte Planer Gerhard Abt am Dienstag im Bauausschuss. Für Verkehrseinschätzung und Lärmgutachten fehlen noch Daten, die erst im frühen Herbst zur Verfügung stehen werden. In knapp drei Wochen sollen die Bürger im Rahmen einer Versammlung zur Sprache kommen, zudem stehen nun einige der künftigen Geschäfte fest.

„Die Ankermieter stehen mit Rewe als Lebensmittelvollsortimentsmarkt, Rossmann als Drogeriefachmarkt, Charles Vögele als hochwertiges Textil- und Bekleidungsgeschäft und Schuh-Mann fest“, verriet der zuständige Projektleiter von der Firma Geiger, Christoph Ost. „Seit dem positiven Beschluss des Stadtrates für den Bau des Theresienhofs, haben wir Verhandlungen mit weiteren Nutzern zur Branchenergänzung aufgenommen", gab er an. Auch planerisch sind noch einige Fragen offen. So soll zwar die Anlieferzone zur Theresienstraße hin eingehaust werden, wie unter anderem von Stadtrat Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) gefordert hatte, nach der Schilderung von Stadtplaner Abt fahren die Lkws jedoch vorwärts auf das Gelände, um dann rückwärts in die Anlieferzone einzuschwenken. Abts Hinweis auf gewiefte Brummi-Fahrer und Lastwagen, die beim Rückwärtsfahren heutzutage vielleicht gar nicht mehr piepsen, stellten Metzger nicht zufrieden. Er rügte, dass Abt keine Option vorstellte, bei der die Lkws vorwärts durch die Lieferzone fahren können. Die sei jedoch nicht vom Tisch, erwiderte Abt, was Geiger-Vertreter Ost später bestätigte. „Wir stehen zu unserem Wort“, erklärte der, und das hieß seinerzeit, auch diese Option zu durchdenken. Noch fehlen aber die Daten einer Verkehrszählung, anhand derer erst entschieden werden kann, ob die Theresienstraße eventuell zur Einbahnstraße wird und was nötig ist, um die Schallschutz-Grenzwerte einzuhalten. Diese Daten werden laut Abt erst im September vorliegen. Dass der Bebauungsplan nun eine eingehauste Anlieferzone vorsieht, gefiel hingegen der Seniorenbeauftragten Ilona Deckwerth (SPD). Sie freute sich, „dass die Sorgen der Anwohner ernst genommen wurden“. Hitzig wurde die Diskussion, als sich Stadtrat Magnus Peresson (UBL) zu Wort meldete. Deckwerth „schwebe wohl auf Sommerwolken“, frotzelte er und kritisierte die Masse des Gebäudes und die Verkehrsführung. Der Theresienhof, der mit bis zu 15,30 Metern rund zwei Meter niedriger werde als das angrenzende Sparkassengebäude, „ist eine Baumasse, die die östlichen Nachbarn beeinträchtigt“. An der Verkehrsführung ließ er kein gutes Haar. An Ostern, als eine Umleitung durch die Theresienstraße führte, habe man ja gesehen wie es funktioniert hat – „es wird nicht funktionieren“, attestierte er. Er kritisierte zudem den Umgang der Firma Geiger mit einer Anwohnerin und fing sich ob seiner Wortwahl prompt einen Rüffel von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) ein. Der fand in Kenntnis des Briefwechsels der beiden Parteien keinen Grund zu Klage und ordnete die Verteilung des Schriftverkehrs an die anwesenden Stadträte an, damit sich jeder selbst ein Bild machen könne. Am Mittwoch, 27. Juli, wird es gemäß dem Beschluss des Ausschusses zu einer Anwohnerbeteiligung im Rahmen eines Informationsabends im Haus der Gebirgsjäger kommen, bei dem die Anwohner und Bürger zu den Planungen zu Wort kommen sollen.

Meistgelesen

Rückzug mit Ansage
Rückzug mit Ansage
Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau
Razzia gegen Reichsbürger
Razzia gegen Reichsbürger
Ist zu viel los auf dem Forggensee?
Ist zu viel los auf dem Forggensee?

Kommentare