Ritter Rüdiger fällt aus dem Sattel

Aus und vorbei: die Außerferner Musical GmbH und Co KG ist insolvent. Das gab die Geschäftsführung vergangene Woche bekannt, nun geht sie in Konkurs. Mit mehreren Hunderttausend Euro steht die Firma, die auf Burg Ehrenberg unter anderem den Ritter Rüdiger und den Watzmann auf die Bühne brachte, offenbar in der Kreide. Bauchschmerzen bereitet die Pleite auch Reuttes Bürgermeister Helmut Wiesenegg. Der sieht sich nicht in der Verantwortung, der Musical-Firma unter die Arme zu greifen, will aber die Leuchtturm-Wirkung der Veranstaltung auf Ehrenberg für die Zukunft erhalten.

„Wir haben ein Produkt entwickelt, das Reutte über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat“, rühmte sich Matthias Hussl, Geschäftsführer der Musical GmbH am Montag im Gespräch mit dem KREISBOTE. Viel Geld habe die Firma in den letzten Jahren in die Infrastruktur gesteckt und sich dabei übernommen. Privatwirtschaftlich sei ein solch großes Projekt nicht zu stemmen, stellte er im nachhinein fest – nicht ohne Fördergelder aus der öffentlichen Hand. Von 30000 Zuschauern in den vergangenen drei Jahren spricht der Geschäftsführer in der offiziellen Presseerklärung zur Insolvenz der Firma. Darin heißt es auch, dass die geplanten Ausgaben für das laufende Jahr überschritten worden seien. Von Problemen mit Sponsoren und Geldgebern sprach Hussl. Ein Sanierungsplan, an dem die beteiligten sechs Wochen lang gearbeitet hätten, sei gescheitert. Somit habe die Firma nun Konkurs beantragt. Den Schuldenstand bezifferte Hussl auf mehrere hunderttausend Euro. Konkreter nannte auf Nachfrage des KREISBOTE Reuttes Bürgermeister Helmut Wiesenegg die ihm bekannte Summe: rund 800000 Euro. Er sprach von einem Schlag in die Magengrube. Wiesenegg machte jedoch deutlich, dass es sich um eine rein privatwirtschaftliche Insolvenz handelt. „Somit liegt die volle Verantwortung für dieses Missmanagement bei der Firma“, erklärte er. Erst als es zu spät war, sei die Geschäftsführung zu ihm gekommen und habe ihm „Zahlen vorgelegt, die von 90000 auf 800000 Euro hochgeklettert sind“, so Wiesenegg. Zudem, so der Bürgermeister weiter, hätten auch die Künstler, die zuletzt bei den Musicals auf der Bühne standen, größtenteils ihr Geld nicht bekommen. Strenge Kontrolle Die sollen in zukünftige Kulturprojekte auf Burg Ehrenberg eingebunden werden. Die Gemeinde Reutte, das Land Tirol und der Tourismusverband wollen nun gemeinsam mit Investoren überlegen, wie man den Leuchtturmcharakter der Veranstaltungen auf der Burg mit einem nachhaltigen Konzept erhalten kann. Ein zukünftiges Projekt könnte, muss aber nicht, die Fortführung des Ritter Rüdiger-Musicals sein, gab er an. Zweierlei Dinge seien ihm wichtig: Ein hoher kultureller Wert und die strenge betriebswirtschaftlich Kontrolle, in die er auch selbst von Anfang an mit eingebunden sein will, und nicht erst, wenn es zu spät ist, erklärte er mit Nachdruck.

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