20.000 Besucher kommen zu den Ritterspielen nach Ehrenberg

Ritter, Gladiatoren und Feuerspucker

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Über 2000 Akteure sind bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise" im Einsatz.
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Über 2000 Akteure sind bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise" im Einsatz.
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Über 2000 Akteure sind bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise" im Einsatz.
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Über 2000 Akteure sind bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise" im Einsatz.

Reutte – Kanonenschüsse, Hufgetrampel und Kommandoschreie tönten am Wochenende durch die Klause Ehrenberg. ber 2000 Akteure ließen bei den Ritterspielen „Ehrenberg – die Zeitreise“ das Mittelalter und die Antike wieder aufleben. Und mehr als 20.000 Besucher wollten sich das nicht entgehen lassen.

Der Ritter mit goldenem Kreuz auf weißem Grund umfasst seine Lanze fester, positioniert sein Schild, treibt sein Pferd an, zielt – und katapultiert seinen Gegner mit einem platzierten Treffer aus dem Sattel. Es ist das Jahr 1227. Und Georg von Tirol kämpft um die Herrschaft über Tirol. Die hat sich nach dem Tod seines Vaters seine Schwester unter den Nagel gerissen. Deshalb muss ein Turnier über den künftigen Herrscher entscheiden, die in der Klause Ehrenberg zahlreiche Zuschauer mit Begeisterung verfolgten. Mit Schwertern und Lanzen gingen die Männer aufeinander los und beförderten im vollen Galopp Wurfsterne auf eine Zielscheibe. Ihr Können auf den Pferden stellten die Akteure am Abend aber noch einmal ganz besonders unter Beweis, als sie beim Nachtturnier die gemeinsame Geschichte von Pferd und Mensch nacherzählten. Im vollen Galopp vollführten sie am Sattel einen Handstand, legten sich waagrecht auf das Pferd, sprangen von einer Seite auf die andere oder standen im Sattel auf. 

Wem das noch nicht an Spannung und Action reichte, der konnte bei der Schlacht um Ehrenberg vorbeischauen. Dort wurden die Zuschauer ins Jahr 1547 zurückversetzt. Eine neue christliche Konfession spaltete damals das Land: Der Protestantismus. „Die religiöse Spaltung war tief. Sie ging oft durch die Familien hindurch“, sagte Herold Michel von Aragon, der humorvoll die Schlacht kommentierte und die Besucher mit interessanten Fakten über Waffen und die verschiedenen Kriegsparteien informierte. 

Kampf um Ehrenberg 

Diese Spaltung gab es auch auf dem Schlachtfeld zu Füßen von Burg Ehrenberg: Balthasar Fieger verteidigte auf der Seite der Protestanten die Burg vor den Katholiken, die sein Bruder Melchior Fieger anführte. „Zusammen mit ihrem Bruder Kasper wären sie der absolute Burner bei jedem Krippenspiel gewesen“, scherzte der Herold. Nachdem die Verhandlungen zwischen den Brüdern gescheitert waren, fing die Schlacht „mit einer gewissen Gemächlichkeit“ an. Die Feldherren sammelten und sortierten, „wer wann was macht. Und nach fünf Minuten war sowieso alles für die Katz, weil jeder machte, was er wollte“, so der Herold. Mit Kanonen, Gewehren, Pfeil und Bogen sowie Schwertern traten die Schausteller gegeneinander an. Auch wenn kein Blut floss, so doch jede Menge Schweiß. Denn der Schaukampf verlangte den Männern alles ab. 

Wer nicht auf Kämpfe stand, der konnte sich die Parade durch das Festgelände anschauen. Über 1000 Teilnehmer präsentierten dabei ihre prachtvollen Gewänder und Rüstungen der verschiedenen Epochen. Mit dabei waren auch einige Exoten: Gladiatoren, Samurai und Klingonen, die extra aus dem Jahr 3700 angereist waren. Wer nicht fehlen durften waren die Lokalmatadoren: Die Landsknechte von Ehrenberg und das Füssener Consort. Diese zogen zusammen mit dem kaiserlichen Paar und ihrem Hofstaat ein. Und auch dabei gab es ein gemischtes Doppel: Der Füssener Manfred Wagner spielte Kaiser Maximilian I., während dessen Gemahlin Bianca Maria Sforza die Reuttenerin Josefine Glätzle verkörperte. 

Das Leben der einfacheren Leute konnten die Besucher anschließend im Lagerleben nachvollziehen, das an die Lager der Landsknechte und Kreuzfahrer erinnerte. Hier hatten die verschiedenen Gruppen ihre Zelte aufgeschlagen. Die Männer und Frauen entspannten sich vom Kampf am Feuer, übten sich im Bogenschießen oder webten. 

Bad im Waschzuber 

Entspannung bot auch ein Bad im Waschzuber, der beim Gaudium Thermale bereit stand. Wer sich dann noch einen neuen Haarschnitt gönnen wollte, der konnte beim Barbier auf dem Mittelaltermarkt vorbeischauen. Dort statteten sich kleine und große Ritter nicht nur mit neuen Pfeilen, Schwertern und Rüstungen aus. Auch modebewusste Burgfräulein wurden hier fündig. Die kleinen Besucher konnten sich zudem bei einer „Drachenjagd“, Armbrustschießen oder Eierknacken austoben. Währenddessen hatten die Großen an der Bühne Gelegenheit zum Mittelalterfolkrock der Band „FuchsTeufelsWild“ zu tanzen. Hier bot am Abend Feuergaukler Mimikry eine beeindruckende Show mit Feuerspucken, brennenden Fackeln und Reifen, bevor ein spektakuläres Feuerwerk über der Burgruine einen gelungenen Tag für die ganze Familie beendete.

„Alle sind sehr zufrieden“, lautete dann auch die Bilanz von Christian Pölzl “. Alles habe „reibungslos funktioniert“, erklärte der Marketingleiter des veranstaltenden Tourismusvereins Naturparkregion Reutte. 

Katharina Knoll

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