Kampf um Jerusalem und die Burg

Wer gewinnt am Ende die Schlacht um Burg Ehrenberg? Bei "Ehrenberg – Die Zeitreise" stellen Deutsche, Schweizer, Österreicher und Italiener den Kampf der Protestanten gegen die Katholiken nach.

Reutte – Ritter vertreiben die Bauern und zünden ihre Hütten an. Lachend beobachtet das ein Ritter. Es ist Wolfgang von Eschenbach. Und er will Jerusalem. Wer über die Stadt herrschen wird, soll aber ein Turnier klären. Und das wollten vor kurzem bei „Ehrenberg – Die Zeitreise“ viele sehen.

Es ist das Jahr 1227 und in der abgeänderten Version der Geschichte will Wolfgang von Eschenbach (Peter Lukau) Jerusalem erobern. Doch das will die Königin von Jerusalem, Isabella von Brienne (Johanna Rupp), die Frau Kaiser Friedrichs II., nicht zu lassen. Deshalb soll ihr Ritter Alexander von Stotzinger (Alexander Junginger) Von Eschenbach und seine beiden Verbündeten, Truchseß von Waldburg (Fritz Junginger), und Johann von Brabant (Christian Papke) im Turnier schlagen. Doch dafür braucht er Verstärkung. Deshalb muss eine wahre „Krone der Ritterlichkeit“, so der Herold, Michel von Aragon, her. Solch eine soll der Ritter Hobert von Drachenfels (Siegfried Scherer) sein. Doch der ist im Saufen versierter als im Kämpfen und kann sich kaum auf seinem Streitross halten. Dennoch zieht Stotzinger mit ihm und dessen Knappen Anders (Andi Wolter) unter Beifall der Zuschauer in das Turnier. 

Doch nicht nur um Jerusalem, sondern auch um den Schauplatz selbst, die Burg Ehrenberg, ging es bei den Ritterspielen. Hier kämpften am 10. Mai 1546 die Protestanten gegen die Katholiken. Das stellten am Wochenende am Originalschauplatz, einer Wiese unterhalb der Burg, zahlreiche Darsteller nach. Hier eröffneten zunächst Artilleriegeschütze die Schlacht, bevor Johanniter, Templer und Kreuzritter auf Seiten der Katholiken versuchten, die Burg von den Protestanten zu erobern. Obwohl es zunächst schlecht für die Katholiken aussah, waren sie am Ende erfolgreich. 

Musik, Tanz und Mittelalterkleidung 

Neben den Turnierkämpfen, Schlachten und Kriegsstrategien bekamen die Zuschauer das Leben im Mittelalter anschaulich vorgeführt. Bei einem Rundgang durch das Lagerleben zeigten die verschiedenen Mittelaltergruppen beispielsweise, wie man Wolle spinnt, stimmten Lieder auf ihren Lauten an, kämpften mit Schwertern oder gaben Unterricht im Bogenschießen. Für Unterhaltung sorgte beispielsweise das Füssener Consort mit seinen Tänzen. Ihr Publikum zum Tanzen brachten außerdem die Mittelalterbands „Annwn“ und „Tanzwut“. 

Was die Menschen in früheren Zeiten trugen, das erfuhren die Zuschauer bei einer historischen Modenschau. Die entsprechende Kleidung – von der Leinenunterhose bis zum Kettenhemd – wurde zudem auf dem Mittelaltermarkt verkauft. Für das leibliche Wohl wurde mit Spanferkel, Met und Flammkuchen gesorgt. Wer sich nach den Tänzen erfrischen wollte, stieg beim „Gaudium Thermale” in den Waschzuber. Die Kinder konnten sich zudem die Zeit mit malen, basteln oder einer Fahrt auf einem handbetriebenen Riesenrad vertreiben. kk

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