Ab in die "Röhre"

Eine fast unendliche Geschichte ist am Bezirkskrankenhaus Reutte zu einem guten Ende gekommen. Am vergangenen Wochenende wurde das neue MRT offiziel übergebn und gesegnet. Damit fällt der lange Weg über den Fernpass bis Innsbruck oder Zamst weg, können notwendige Untersuchungen und die damit verbundenen Behandlungen im Außerfern durchführen. Neue, kurze Wege für die Außerferner und die Medizin im Außerfern, wie die Verantwortlichen, allen voran der ärztliche Direktor Dr. Eugen Ladner und der Leiter der Radiologie, wo das neue Gerät steht, Dr. Christian Wolf bei der Übergabefeier betonten.

Es bedurfte einer Änderung des Österreichischen Strukturplans für Gesundheit (ÖSG), damit das neue, knapp 900000 Euro teure Gerät der Firma Siemens am 122-Haus Reutte installiert werden durfte. Denn allein das Einzugsgebiet mit weniger als 70000 Einwohnern stand den Anforderungen des ÖSG entgegen. Doch im Außerfern konnte man dagegen argumentieren, dass zu den Einwohnern noch eine ent- sprechenden Zahl an Gästen kommt, außerdem, dass ein Lechtaler oder Tannheimer länger als eine Stunde zu den nächstgelegenen MRTs im Inntal fahren muss. Dabei ist ein MRT, das Querschnittsuntersuchungen des Körpers, etwa des Gewebes im Knie, in der Mammographie und der Onkologie ermöglicht, die Voraussetzung für entsprechende weitergehende Behandlungsmaßnahmen, wie Dr. Wolf und seine Kollegen aufzeigten. Und diese Maßnahmen sollten nach den Planungen von 2004 auch im BKH Reutte durchgeführt werden. Damals aber war mit dem neuen Großgeräteplan auch das MRT für Reutte abgelehnt worden. In der Folge, so Dr. Ladner, gab es verschiedene Versuche und Gutachten, mit Hilfe derer man ein MRT nach Reutte holen wollte. Bislang konzentrieren sich diese Großgeräte auf das Inntal. Weshalb bis zu 1500, teils schwerkranke, Außerferner jährlich, so die Erhebung der Tiroler Gebietskrankenkasse, über den Fernpass pendeln mussten. Ab 1700 Patienten pro Jahr, so Dr. Wolf, ist die Kostendeckung für das Gerät erreicht, Dennoch wurde das letzte für Tirol vorgesehene Gerät 2006 nach Zams vergeben. Es sei der Hartnäckigkeit und der konzertierten Aktion einiger Männer aus dem Außerfern und Reutte zu verdanken, so Dr. Wolf, dass man nicht nur eine Clearingstelle für Radiologie in Innsbruck eingerichtet habe, sondern, auf Empfehlung der früheren Österreichischen Gesundheitsministerin, das ÖSG ändern konnte. So wurden die Rahmenbedingungen dahin geändert, dass Tirol ein weiteres Großgerät erhalten wird und dieses nur für Reutte bestimmt ist. Bereits im Mai konnte das neue Gerät, ein Siemens Healthcare 1,5 Tesla Ganzkörper MRT - Gerät „Magnetom Essenza“ im Erdgesschoss des BKH aufgebaut werden. Mit Hilfe magnetischer Ströme können dann Veränderungen im Gewebe aufgezeichnet werden. Das MRT ist im übrigen gänzlich ungefährlich. Nur durch das starke Magnetfeld kann es zu Problemen, z.B. bei Herzschrittmachern, oder durch Auslaufen des Kühlmittels, des , nahezu -270 Grad Celsius kalten Heliums, kommen. Die Inbetriebnahme komme aber nicht nur der Außerferner Bevölkerung zu Gute, so Dr. Baron, sondern auch der Tourismus- und Sportregion Außerfern mit ihren zahlreichen Sportlern und Sport treibenden Gästen; die Einführung der MRT soll im Falle eines Unfalls oder einer Erkrankung eine sofortige Endversorgung ermöglichen. Auch für das Ostallgäu Zu gute kommt das neue Gerät auch den Menschen im südlichen Ostallgäu (die nächsten Geräte sind in Kempten, Kaufbeuren und Schongau installiert). Denn es besteht eine Kooperation mit der Fachklinik Enzensberg in Hopfen im Bereich Neurorehabilitation, die Abklärung des zentralen Nervensystems ist eine Domaine der MRT Diagnostik. Aktuell umfasst das derzeitige Spektrum Untersuchungen des Kopfes, der Gelenke, der Weichteile und der Wirbelsäule so Dr. Wolf. Weiter sollen im Herbst dann Untersuchungsregionen wie zum Beispiel die MRT der weiblichen Brustdrüse oder der Oberbauchorgane hinzukommen.

Auch interessant

Meistgelesen

Tausende strömen auf die Alpspitz
Tausende strömen auf die Alpspitz
Drogenrazzia in Asylunterkunft 
Drogenrazzia in Asylunterkunft 
Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt

Kommentare