Ein Abschied in schweren Zeiten

Roland »Rolli« Feneberg hört als Wirt des Nesselwanger Gasthof »Hasen« auf

Roland Feneberg vor dem Gasthof Hasen in Nesselwang
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Roland „Rolli“ Feneberg, bis zuletzt Wirt des Nesselwanger Gasthof „Hasen“ geht in seinen wohlverdienten (Un-)Ruhestand.

Nesselwang – Es ist ein leiser Abschied in einer schwierigen Zeit: Roland „Rolli“ Feneberg, Wirt des Gasthof „Hasen“ in der Von-Lingg-Straße, hörte Ende Oktober nach fünf Jahren aus Altersgründen auf. „Man muss es sich auch eingestehen können, wenn’s nicht mehr geht“, so der 68-jährige. 

„Ich bin selten laut geworden in der Küche zu meinen Angestellten hin. Das bringt nix, aber wenn ich merke, dass ich nicht mehr so kann, wie ich möchte, dann wird’s Zeit aufzuhören.“

Zahlreiche Höhen und Tiefen in seiner fast 40jährigen Laufbahn hat er als Selbständiger bereits durchlebt. Ein Hundert-Betten-Hotel mit Wellness-Bereich im Bayerischen Wald gehörte ebenso zu seinen Wirkungsstätten wie verschiedene Gasthäuser und Wirtschaften in der Region Allgäu. Dazu gehören auch der „Wildberger Hof“ bei Görisried, ein bei Radlern und Wanderern beliebtes Ausflugslokal, das er 13 Jahre lang führte, oder der Gasthof „Rössle“ in Eckarts bei Immenstadt (Oberallgäu).

Die Nesselwanger kennen ihn vor allem vom ehemaligen Gasthof „Sonnenbichl“ an der Alpspitzbahn, den er fast drei Jahre lang gepachtet hatte. „95 Prozent meiner Gäste sind Wiederholungstäter“, sagt „Rolli“ nicht ohne Stolz. „Ich hab nie Werbung machen müssen. Mundpropaganda ist die beste Werbung!“

Der Beruf des Gastwirts und Kochs wurde ihm in die Wiege gelegt. Seine Eltern führten viele Jahre eine Wirtschaft in Kempten. „Das Kochen hab ich von meiner Mutter gelernt.“ Dass er kochen kann, zeigte sich auch bei verschiedenen Bewertungsportalen. Er war fast immer der Spitzenreiter der gastronomischen Betriebe in der Ostallgäuer Marktgemeinde. „Fehler können einem passieren, sollten aber nicht“, erklärt er die wenigen negativen Bewertungen.

Wehmütiger Blick

Ganz aufhören kann und will „Rolli“ Feneberg aber dann doch nicht. Mit Catering für Veranstaltungen bis zu 120 Personen und einem – auf neudeutsch – Take-away-Service von Freitag bis Sonntag in Lachen können seine Stammgäste weiter seine Kochkunst genießen. „Es wird nach wie vor alles frisch zubereitet“, betont er.

Mit einem wehmütigen Blick in seiner letzten Wirkungsstätte in Nesselwang tätschelt er seinem „Mädchen“, einer neunjährigen Saupacker-Dame (eine Rückzüchtung einer alten deutschen Hunderasse, Anm. der Redaktion) den Kopf. „Eines ist mir noch wichtig: ich möchte mich bei allen bedanken, die mich viele Jahre begleitet und mir die Treue gehalten haben. Dafür ein ganz großes und von Herzen kommendes Danke!“ Ein ganz besonderes Dankeschön gelte seiner treuen Seele Ellen. Seit mehr als 20 Jahren begleitete sie ihn und stand ihm zur Seite.

hoe

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