Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Neue Betrugsmasche: Interessent erpresst Autoverkäuferin

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Am Telefon hat ein mutmaßlicher Betrüger eine Roßhauptenerin, die ihr Auto verkaufen wollte, massiv unter Druck gesetzt und erpresst.

Roßhaupten - Vor einer deutschlandweiten Betrugsmasche warnt jetzt die Polizei. Bei den Verkaufsverhandlungen wegen eines Autos setzte ein 32-Jährigen aus dem Raum Hannover eine Roßhauptenerin massiv unter Druck.

Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten wollte nach Angaben der Polizei vergangene Woche ihr Auto verkaufen. Hierfür schaltete sie eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform. Am Dienstag meldete sich ein Interessent. Der 32-jährige aus dem Bereich Hannover gab sich als seriöser Autohändler aus.

Nach einem telefonischen, kurzen Verhandlungsgespräch, verstärkte der Mann nach und nach den Druck auf die Verkäuferin auf. Er drängte sie zu einem sofortigen Vertragsabschluss. Unmittelbar nach der Übermittlung des Kaufvertrags per E-Mail, rief der Mann die 33-Jährige sofort an. Er setzte sie weiter massiv unter Druck, indem er ihr wiederholt Betrugsabsichten vor. Die Frau habe demnach im Internet eine andere Ausstattung angegeben als der Wagen tatsächlich habe.

Er drohte zudem mit immensen Anwaltskosten und Schadensersatzansprüchen, die auf sie zukommen werden. Das Auto sei bereits weiterverkauft worden und der Abholer des Fahrzeuges sei schon auf dem Weg zu ihr. Um der Verkäuferin eine Gerichtsverhandlung, Anwaltskosten und Schadensersatzansprüche zu ersparen, schlug ihr der mutmaßliche Betrüger einen viel zu niedrigen, neuen Verkaufspreis vor. Anstatt des vereinbarten Preises von 5000 Euro wollte der Mann nur noch 3300 Euro bezahlen.

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, übermittelte der angebliche Autohändler der Frau zudem Gerichtsurteile, die sich auf die Nichteinhaltung eines Kaufvertrages bezogen. Darin wurde beschrieben, dass mehrere Tausend Euro Schadensersatz und weitere Kosten auf Verkäufer zukommen können, wenn sie zuvor falsche Angaben zu einem Fahrzeug gemacht haben.

Der 33-Jährigen kam der ganze Vorfall jedoch suspekt vor. Bevor es zu einer Fahrzeugübergabe kam, meldete sie den Vorfall der Polizei Füssen. Es entstand bislang kein finanzieller Schaden. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die Kriminalpolizei Hannover bereits ein Verfahren wegen Betrugs gegen den Autoverkäufer eingeleitet hat. Schon in der Vergangenheit wurde gegen die Person in gleicher Sache ermittelt.

Deutschlandweite Betrugsmasche

Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich nach Polizeinformationen um eine deutschlandweite Betrugsmasche. Die Tatverdächtigen suchen bei den privat angebotenen Fahrzeugen bewusste nach Mängeln, die nicht angegeben wurden oder verändern die übermittelten Kaufverträge derart, dass nicht mitgeteilte Mängel plötzlich erscheinen.

Danach werden die Anbieter der Fahrzeuge massiv unter Druck gesetzt, in dem der Interessent ihnen mit gerichtlichen Verfahren hinsichtlich Schadenersatz und weitere Kosten droht. Ebenso würde Anzeige wegen Betrugs gegen die Autoverkäufer erstattet werden, es sei denn, der Kaufpreis wird drastisch reduziert.

Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“

Die Polizei rät Betroffenen sich nicht unüberlegt zu einem Autoverkauf drängen zu lassen. Wenn der Verkäufer Druck aufbaut, ist Vorsicht geboten. Betroffene sollten auf Forderungen und auf einen geforderten Preisnachlass nicht sofort eingehen. Stattdessen sollten sie dem Interessent klar zu verstehen geben, dass sie Bedenkzeit brauchen. Ein seriöser Käufer wird nicht sofort mit immensen Kosten, einer Anzeige wegen Betrugs oder einer Gerichtsverhandlungen drohen.

Im Zweifelsfall sollten Betroffene immer die örtlich zuständige Polizei kontaktieren. Weitere Tipps, speziell auch zum Autoverkauf, finden Interessierte auf der Internetseite sicherer-autokauf.de. Die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ wurde Anfang 2007 von den führenden Internet-Fahrzeugmärkten AutoScout24 und mobile.de zusammen mit dem ADAC ins Leben gerufen und wird seit März 2008 von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Nutzer von Online-Autobörsen für Sicherheitsfragen rund um den Autokauf und den Autoverkauf zu sensibilisieren, umfassend zu informieren und Hilfestellungen zu geben.

kb

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