"Das wäre ein Desaster"

Terminüberschneidungen: Füssener Baseballer bangen um Trainings- und Spielbetrieb

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Anstelle des Sandplatzes im Weidach soll der neue Kunstrasenplatz des FC Füssen entstehen. Das könnte vorübergehend problematisch für die Baseballer werden.

Füssen – Gerade im Sport liegen Triumph und Niederlage oftmals dicht beieinander. Diese Erfahrung müssen derzeit auch die Füssen Royal Bavarians machen.

Ihre Freude über den Aufstieg der ersten Mannschaft in die Baseball-Bayernliga wird aktuell von Zukunftssorgen überschattet – derzeit stehen sie im kommenden Jahr zunächst einmal ohne einen Sportplatz für den Trainings- oder Spielbetrieb da. Ein Runder Tisch soll nun Anfang Dezember Lösungen erarbeiten. Bislang ging es im Füssener Weidach zwischen den dort aktiven Vereinen recht harmonisch zu. 

Während der FC Füssen seine Spiele in der Regel auf dem von ihm von der Stadt gepachteten Rasenplatz austrug, nutzten die Baseballer jahrelang mit ihren fünf Teams für ihren Trainings- und Spielbetrieb den Sandplatz östlich des FCF-Hauptspielfeldes. Doch nun drohen Probleme: Weil beide Vereine im kommenden Jahr auf dem Weg zum langfristig geplanten „Weidach Sportpark“ mit verschiedenen Sportanlagen und neuem Jugendzentrum jeweils einen neuen Platz bauen wollen, drohen die Bavarians zumindest für einige Monate ohne eigenes Spielfeld dazustehen.

 Denn der FC Füssen hat dem Nachbarverein die Nutzungsvereinbarung für den Sandplatz zum 31. Dezember gekündigt, wie FC-Vorsitzender Florian Durrer auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. „Wir haben im Rahmen der normalen Nutzungsvereinbarung aus gesetzlichen Gründen kündigen müssen“, sagte er. Denn im zweiten Quartal 2019 solle mit dem Bau des geplanten Kunstrasenplatzes begonnen werden. Und dieser soll dort gebaut werden, wo sich derzeit noch der Sandplatz befindet, den die Royal Bavarians nutzen. „In dem Zusammenhang ist es aus gesetzlichen Gründen notwendig, zu kündigen.“ 

Allerdings will auch der Baseball-Verein im neuen Jahr, wie bereits mehrfach im Kreisbote berichtet, endlich seinen eigenen Baseballplatz bauen – und zwar in unmittelbarer Nähe südlich des jetzigen Sandplatzes. Ein Bauantrag dafür ist mittlerweile beim Landratsamt Ostallgäu eingereicht worden. „Wir hoffen jetzt auf eine schnelle Genehmigung durch das Landratsamt“, erklärte Bavarians-Vorsitzender Michael Stephan gegenüber dem Kreisbote, „um dann in das Förderverfahren beim BLSV einsteigen zu können.“ 

Paralleler Baubeginn?

Das Problem: Baubeginn für beide Spielfelder soll derzeit laut des städtischen Sportbeauftragten Markus Gmeiner jeweils im April sein. „Ein gleichzeitiger Baubeginn aber heißt: Die Baseballer haben keinen Platz“, beschreibt Gmeiner die vertrackte Situation. Im schlimmsten Fall stünden die Baseballer ganze vier Monate ohne eigenes Spielfeld da. „Wir wollen da jetzt natürlich nicht den Teufel an die Wand malen“, so Michael Stephan. „Aber man kann sich sicherlich vorstellen, dass wenn insgesamt fünf Teams nächstes Jahr ohne Spielstätte da stehen, dies ein Desaster wäre.“ 

Zwei Monate auf einen eigenen Platz zu verzichten, sei für die Füssen Royal Bavarians hingegen noch verkraftbar und überbrückbar, meint hingegen Sportbeauftragter Markus Gmeiner. Daher will er nun mit beiden Vereinen am 3. Dezember erneut einen Runden Tisch einberufen. Diesen gebe es bereits seit Beginn der Planungen für die beiden neuen Spielfelder. „Es geht darum, eine vernünftige Zeitschiene zu finden“, erläuterte der Sportbeauftragte. 

Auf diese hofft auch Michael Stephan von den Royal Bavarians: „Wir erwarten natürlich eine Lösung, die unserer Meinung nach nur erreicht werden kann, wenn die Stadt als Leitungskreis des Projekts ‚Weidach Sportpark‘ eine überarbeitete zeitliche Planung aufstellt, die im Interesse aller ist.“

Denn bisher sei er davon ausgegangen, „dass wir so lange auf dem aktuellen Platz bleiben können, bis der neue fertig gestellt ist.“ Dies sei dem Verein vonseiten der Stadt zugesagt worden. „Diese Zusage steht momentan allerdings auf etwas wackligen Beinen“, so Stephan weiter. Denn jüngste Gespräche hätten dieses Versprechen infrage gestellt. Florian Durrer glaubt indes, dass sich eine gemeinsame Lösung finden wird. „Wir werden versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen“, sagte er. „Wir versuchen uns zu arrangieren.“

Matthias Matz

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