Die Allgäuer Kultur in die Welt getragen

Rupert-Gabler-Stiftung zeichnet Entwicklungsminister Müller mit dem »Großen Kulturpreis« aus

 Werner Hofmann (v.l.), Dr. Gerd Müller und Stefan Gabler
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Die beiden Vorstandsmitglieder Werner Hofmann und Stefan Gabler (rechts) überreichen Dr. Gerd Müller (Mitte) eine Urkunde sowie eine Skulptur.

Füssen – Zum ersten und „wahrscheinlich auch zum einzigen Mal“ ging der „Große Kulturpreis” der Rupert-Gabler-Stiftung heuer an einen Minister: Dr. Gerd Müller.

Der noch amtierende Entwicklungshilfeminister erhielt jetzt den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Festspielhaus Neuschwanstein. „Wir alle hier sind stolz auf Sie!“, sagte Stefan Gabler vom Stiftungsvorstand bei der Preisvergabe.

Die Stiftung der Unternehmerfamilie Gabler aus Obergünzburg im Allgäu fördert Kunst, Kultur und Wissenschaft. 1990 gegründet, werden jährlich Projekte, Künstler, Initiativen und Einrichtungen mit Schwerpunkt im Allgäu gefördert. „Die Preise der Rupert Gabler-Stiftung sind jedes Mal eine Liebeserklärung an unsere Heimat.“, lobte Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) beim Festakt im Festspielhaus „Neuschwanstein”. Der Große Kulturpreis, mit 10.000 Euro dotiert, ist die gewichtigste Ehrung der Stiftung.

In seiner Ansprache sagte Gabler, Minister Müller habe die Allgäuer Kultur und Werte in die Welt getragen und sei so der beste Botschafter, dem man sich wünschen könne. Gabler hatte bei einer Spendengala für des von Müller initiierten Projekts „1000 Schulen für die Welt“ 2019 die Idee, den Minister für sein Lebenswerk auszuzeichnen. „Denn Bildung gehört ganz wesentlich zur Kultur.“

Der Müller ist einer von uns.“

Christian Springer, BR-Kabarettist

Leider lege der Politiker sein Amt zum Ende der Legislaturperiode nieder, bedauerte Laudator Christian Springer, BR-Kabarettist, Schauspieler und Autor aus München. Wenn Müller aber seiner Nachfolgerin oder Nachfolger nicht weitergibt, wie sie oder er das Amt weiterzuführen habe, „dann bring ich ihn (Müller) selber wieder nach Berlin!“

Springer hatte die Chance, die Arbeit des Ministers auf gemeinsamen Reisen in Flüchtlingslager in den Libanon und der Türkei hautnah mitzuerleben. „Er ist einer der aktiv drauf schaut und dann auch reagiert!“ – und ihn als Kabarettist quasi arbeitslos mache. „Der Müller ist einer von uns.“ Der Allgäuer sei ein Politiker mit menschlichen Sichtweisen, der Ideen habe und sie auch umsetze, wie etwa durch die Einführung des Lieferkettengesetzes in Deutschland. „Da denkt jemand in Perspektiven.“ Deshalb sei er auch verdienter Träger des Großen Kulturpreises, denn er verkörpere menschliche Kultur, humanistische Grundsätze, die das Zusammenleben ausmachen.

Eine Kultur der Gerechtigkeit

In seiner Dankesrede erklärte Müller, was er bei seiner Arbeit als Entwicklungsminister und den damit verbundenen Reisen gelernt habe und forderte eine Kultur der Gerechtigkeit, bei der jeder zur Verantwortung gezogen werde. Stellvertretend für die Tausenden von Helfern auf der ganzen Welt, die ganz selbstverständlich den Grundsatz „der Starke hilft dem Schwachen“ tagtäglich umsetzen, bedankte er sich für den Preis der Rupert Gabler-Stiftung. Die Hälfte des Geldes fließt in den Verein „Orienthelfer“ und die übrigen 5000 Euro in das Projekt „1000 Schulen für die Welt“. Spontan versichert Stefan Gabler den Betrag durch eine zusätzliche Spende der Gabler-Saliter-Bank über 5000 Euro auf insgesamt 10.000 Euro aufzustocken.

Im Namen des Stiftungsvorstands überreichten die beiden Vorstandsmitglieder Werner Hofmann und Stefan Gabler an Dr. Gerd Müller die Urkunde mit einer von der Allgäuer Künstlerin Luzie Sommer-Leix geschaffenen Skulptur. Die musikalische Umrahmung des Festakts gestaltete die Allgäuer Sopranistin Andrea Jörg mit einer sorgsam ausgewählten Liedfolge, selbst Trägerin des „Großen Kulturpreises 2018”.

Weitere Preisträger waren der Kabarettist Maxi Schafroth (2016), der Maler Werner Specht (2015), das Autoren-Duo Kobr & Klüpfel (2013), der Schrottkünstler Peter Müller (2012) oder der Jazzverein JAMM aus Memmingen (2011).

kb

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