Brandloch für Lechbrucks Finanzen

Der „Schlingel“, ein Opel Blitz aus dem Jahre 1968. Er bockte bei der Anfahrt, so dass Unbeteiligte glaubten, es fehle Benzin. Gut zu sehen, die Vorbaupumpe, die genutzt wird, um Wasser zu transportieren. Foto: Sommer

Lechbruck – Außerplanmäßig muss die Lechbrucker Feuerwehr Geld für Ausrüstung ausgeben. Der Industriebrand im Sägewerk zwischen Roßhaupten und Lechbruck hat Spuren hinterlassen. In der Gemeinderatssitzung genehmigte Rathauschef Angl jetzt die Ausgaben und wetterte gegen die Berichterstattung. 

Rübergekommen sei es, als wären die Lechbrucker zu blöd, ihr Fahrzeug rechtzeitig aufzutanken, beschwerte sich Bürgermeister Helmut Angl. In allen Zeitungen bis Memmingen habe drin gestanden, dass die Wehr erst zum Auftanken hätte fahren müssen, um ausrücken zu können. Dabei hatte der Zündunterbrecher den Oldtimer Baujahr 1968 lahmgelegt. Ende September hatte ein Großbrand in der Sägerei in der Lusse (wir berichteten) zwischen Lechbruck und Roßhaupten die Floriansjünger aus der gesamten Region auf den Plan gerufen, unter anderem auch die Lechbrucker Wehr. 

Die war als eine der ersten Wehren mit ihren beiden zum Einsatz gemeldeten Löschfahrzeugen ausgerückt und die nächsten 60 Stunden im Löscheinsatz. Aufgrund der Wasserversorgung an der Sägerei musste Löschwasser über eine längere Strecke gepumpt werden. Ein Job für den Opel Blitz, Baujahr 1968. Eigentlich ist das LF8 außer Dienst, wird jedoch, weil es über eine Tragkraftspritze TS8 im Heck und über eine Vorbaupumpe verfügt, gerne bei Großschadenslagen wie Hochwasser, oder eben, wenn eine Löschwasserversorgung aufgebaut werden muss, herangezogen, so Christian Sager, Vorstand der Feuerwehr Lechbruck. 

Wie an jenem 21. September. Weit kamen die Floriansjünger aber nicht, weil der (aufgetankte) Oldtimer bockte und nur stotternd weiterfuhr, ehe er gänzlich stand. Ein anwesender Mechaniker reparierte den Schaden, so dass das LF8 doch noch in den Einsatz gehen konnte. Allerdings, die Fahrt dahin hatten Außenstehende beobachtet und geschlossen, dem Fahrzeug fehle Benzin. Und dies so verbreitet. Danach habe er aber Anrufe bekommen, so Helmut Angl, die wörtlich wissen wollten, ob man in Lechbruck zu blöd sei, rechtzeitig zu tanken. Ärgerlich für den Rathauschef insbesondere deshalb, weil man aus seiner Sicht das Augenmerk auf die Löscharbeiten hätten richten sollen. Denn was die Ehrenamtlichen, auch die Unterstützer von THW und Rotem Kreuz, hier geleistet hätten, sei bemerkenswert, betonte Angl nochmals auf der Feuerwehrsitzung, wo der Einsatz aufgearbeitet wurde. 

Bei dem Industriebrand der Stufe 5 habe man mittels Wärmebildkamera Temperaturen bis 870 Grad Celsius gemessen, so einer der Gruppenführer. Das Großfeuer hatte über 200 Kameraden von 16 Wehren aus dem Ostallgäu und Oberbayern drei Tage lang in Atem gehalten. Immer wieder habe es den gefürchteten „Flashover“, das heißt das Durchzünden der Brandgase, gegeben, die vor allem den im Einsatz stehenden Feuerwehrleuten gefährlich werden. Auch die Ausrüstung zahlreicher Wehren, unter anderem der Lechbrucker, wurde beschädigt. Vier Helme seien kaputt, berichtete Christian Sager, die hohen Temperaturen hatten die Lackierung beschädigt. Darüber hinaus wurden mehrere Garnituren Schläuche zerstört, auch das neue HLF 20/16 wurde durch die Hitze beeinträchtigt. 

Dabei hatten die Lechbrucker Glück, die Nachbarwehr aus Prem etwa musste Teile ihrer Ausrüstung, Strahlrohre und Schläuche, aufgeben, als die Hallen einstürzten. Mittlerweile sucht die Polizei den mutmaßlichen Brandstifter. Man sei wieder einsatzbereit, beruhigte Sager den Gemeinderat. Doch müssten die Reserven wieder aufgestockt werden, so Sager im Hinblick auf die rund 1600 Euro, die Angl in der Sitzung genehmigt hatte. 

 Weiterhin will die Wehr jetzt sogenannte Wasserschilde beschaffen. Dies sind Vorrichtungen, die in die Schlauchleitungen eingekuppelt werden und einen feinen Sprühstrahl als Schild aufbauen. Damit werden Mensch und Material gekühlt bzw. vor den Temperaturen des Feuers geschützt, so Sager weiter. Den Schaden bezifferte der Feuerwehrvorstand auf 5000 bis 10.000 Euro. Inwieweit nun Versicherungen dafür aufkommen, müsse geklärt werden, so Angl. gau

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