Sanieren oder neu bauen?

Günstige Wohnungen vor allem für gering verdienende Familien zu schaffen, das beantragten die Freien Wähler in der Sondersitzung des Stadtrates am Dienstag. Um die derzeitige Wohnsituation in Füssen bewerten zu können, besprach das Gremium nicht nur den Flächennutzungsplan, sondern hatte auch Vertreter des Siedlungswerks Füssen eingeladen. Der Antrag der freien Wähler ging zwar nicht durch, aber das Gremium verabschiedete einstimmig, dass die städtischen Wohnimmobilien je nach Zustand saniert oder abgerissen und neu gebaut werden sollen. Zudem soll bei künftigen Baumaßnahmen der soziale Mietwohnungsbau berücksichtigt werden.

Die Anfragen der Gering- und Wenigverdiener nach bezahlbarem Wohnraum werden mehr, machte der Geschäftsführer des Siedlungswerks Füssen, Bernhard Dopfer, klar. Momentan verwalte das Siedlungswerk rund 500 fremde und 500 eigene Wohnungen. Etwa 200 Anfragen liegen der Genossenschaft derzeit vor. Allerdings steht dem Siedlungswerk keine freien Wohnungen mehr zur Verfügung und es habe auch keine unbebauten Grundstücke. Wenn eine Wohnung aber frei wird, „schauen wir wer rein passt und wir gehen nach Zeit und Dringlichkeit“, erklärte Dopfer auf Gabriel Guggenmos (Füssen-Land) Nachfrage. Zudem sei man daran interessiert den Bestand aufzubauen und auch weiter mit der Stadt zusammenzuarbeiten. Allerdings gebe es laut dem Bauamtsleiter Armin Angeringer im Füssener Stadtgebiet kaum noch größere unbebaute Flächen, die der Stadt gehören, wie der derzeitige Flächennutzungsplan zeige. Solche Flächen befinden sich nur im Privatbesitz und die Eigentümer seien natürlich nicht daran interessiert sie möglichst günstig zu verkaufen. Dass sich die Städte und Kommunen um eine Innenverdichtung der Städte Gedanken machen müssen, sei „eine Anweisung von oben“, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Denn der Flächenverbrauch für Wohnungen sei „ungeheuer groß“, erklärte der Rathauschef, und das Ostallgäu liege in Bayern unter den Spitzenreitern. Beim Wohnungsbau sei man eingeschränkt, aber für Projekte wie das Allgäuer Dorf, „wo uns noch immer große Luftballons vorschweben“, habe man Platz, bemängelte Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen). Auf Michael Wollnitzas (FW) Aussage, dass der Antrag zeige, dass man den sozialverträglichen Wohnungsbau „verschlafen“ habe, wehrte sich Günther Knauss (Bürgerblock). Seiner Meinung nach gebe es in Füssen eine „relativ gute Wohnsituation“. Der Antrag sei wichtig, unterstrich Petra Schwartz (Grüne), denn sie kenne viele Familien, die bezahlbaren Wohnraum suchen, aber nicht finden. Füssen brauche allgemein eine Grundhaltung, erklärte Jürgen Doser (FW), man sollte sich verpflichten bei zukünftigen Maßnahmen sozialverträglichen Wohnraum zu schaffen. Dem stimmte der Bürgermeister zu. Städtische Wohnungen marode Um jedoch der Stadtverwaltung einen konkreten Auftrag zu geben, schlug er vor zusammen mit Unternehmen wie dem Siedlungswerk Füssen das städtische Eigentum für künftige Maßnahmen zu bewerten. Das soll laut Ernst Meßthaler vom Liegenschaftsamt heißen, dass man prüft ob sich die Gebäude zu sanieren lohnen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, sollen sie abgerissen und neue Wohnungen gebaut werden. Momentan befinden sich 20 Häuser mit insgesamt 82 Wohnungen im städtischen Besitz. Aufgrund des schlechten Zustands der Wohnungen, so Meßthaler, sei die Nachfrage jedoch gering. Weiter schlug der Bürgermeister vor, dass die Verwaltung bei der innerstädtischen Verdichtung oder bei baulicher Erschließung den sozialen Mietwohnungsbau berücksichtigen und Einzelmaßnahmen mit dem Stadtrat abstimmen solle. Beide Vorschläge verabschiedete das Gremium einstimmig.

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