Wie in Herkomers Zeiten

Vorarbeiten zur Neugestaltung des Füssener Magnusplatzes gehen voran

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Steinmetz Jan Josko setzt den Schlussstein in den Hauptgesims der St. Anna-Kapelle.

Füssen – Bei den Vorarbeiten zur Sanierung des Magnusplatzes ist die Stadt Füssen einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Am Dienstag setzten Steinmetze den Schlussstein an der Fassade der St. Anna-Kapelle.

Frost und Salz hatten im Laufe der Jahrzehnte dem Sandstein stark zugesetzt. Außerdem drang Wasser in die Kapelle ein. Deshalb hatten Handwerker seit dem Frühjahr das Gebäude abgedichtet und die Fassade saniert. „Mein Wunsch ist, dass heuer die Fassade geöffnet werden kann“, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). 

Durch eine undichte Stelle im Dach der St. Anna-Kapelle ist Nässe in das historische Gebäude gedrungen und hat zu starken Schäden im Hauptgesims geführt, erklärte der beauftragte Architekt Martin Hofmann. Daneben haben Frost und Salz auch stark die „besonders wertvoll ausgestatteten Sandsteinfassade“ beschädigt. Reliefs stellen hier symbolhaft den Tod dar. Befindet sich doch in der Gruft der Kapelle die Grablege eines Fürstengeschlechts.

Dank der Relikte, die der Historische Verein Alt Füssen aufbewahrt hat, gelang es den Steinmetzen die Original-Balustrade am Lichtschacht der St. Anna-Kapelle wieder herzustellen.

Für deren Beleuchtung sorgt ein Lichtschacht, dessen barocke Balustrade der Steinmetzbetrieb Dietmar Knacker in den vergangenen Monaten ebenfalls restauriert hatte. Dank der Relikte, die der Historische Verein Alt Füssen aufbewahrt hatte, gelang es den Steinmetzen die Original-Balustrade wiederherzustellen, erklärte Hofmann. Denn nach Restaurierungsarbeiten Anfang der 2000er Jahre ersetzte ein Metallgeländer die Balustrade, von der nicht mehr viel übrig war. Ziel der derzeitigen Arbeiten war es deshalb, den Zustand wieder herzustellen, „wie ihn den Barockbaumeister Johann Jakob Herkomer geschaffen hat“, so Hofmann.

 Dabei verwendeten die Handwerker Sandstein aus Zell. Also „Material, das auch historisch hier im Haus verwendet wurde“, ergänzte Axel Wittwer, der von Seiten der Füssener Stadtverwaltung die Baustelle betreute. Daneben sanierten die Arbeiter in den vergangenen Monaten die Gebäudeanschlüsse und passten den Lichtschacht an die Höhe des Platzes an. In den kommenden Monaten müssen die Handwerker noch den Putto, ein kleiner, barocker Engel, restaurieren und auf den Schlussstein setzen, fügte Hofmann hinzu. Danach wird ein Spengler das Kupferdach der Kapelle neu decken und ein Kirchenmaler den Sandstein bemalen.

Außerdem wird der Wappenstein direkt neben dem Eingang zur St. Mang-Kirche wiederhergestellt. „Mein Wunsch ist, dass heuer die Fassade geöffnet werden kann“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob. Als er 2008 das Amt des Bürgermeisters übernahm, sei für ihn klar gewesen, dass der Magnusplatz als einer der am meist besuchten Plätze der Füssener Altstadt hergerichtet werden müsse. 

Doch aufgrund der klammen Stadtkasse verzögerten sich die Arbeiten. Nach archäologischen Untersuchungen folgte zunächst Untergrundarbeiten, um den Hügel abzustützen, auf dem das Hohe Schloss thront. Danach ließ die Stadt die historische Balustrade und die Gesamtfassade der St. Anna-Kapelle restaurieren.

Zurückhaltende Platzgestaltung

Auch wenn Iacob unter seiner Amtszeit die Sanierung des Magnusplatzes nicht mehr abschließen könne, freute er sich nach eigenen Angaben, dass er wenigstens die ersten drei Schritte anstoßen konnte. Er wünsche sich aber, dass die Arbeiten kontinuierlich fortgesetzt werden. „Der Platz soll so zurückhaltend wie möglich gestaltet werden“, meinte Iacob. Schließlich dürfe er nicht von der Fassade der St. Anna-Kapelle und der St. Mang-Kirche sowie vom Blick auf das Hohe Schloss ablenken. Bis es so weit ist, stehen aber erst einmal archäologische Untersuchungen an. Und die könnte die Stadt schon bald angehen. Denn: „Das archäologische Angebot liegt schon vor“, erklärte Hofmann.

kk

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