Baustart erst im Frühjahr 2022

Füssens Stadtrat beschließt Sanierung der Grund- und Mittelschule zu verschieben

Anton-Sturm-Mittelschule Füssen Haupteingang
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Länger als gedacht müssen Schüler und Lehrer noch in der maroden Grund- und Mittelschule ausharren. Da der Förderbescheid heuer nicht mehr bei der Stadt Füssen eingehen wird und sie deshalb die Bauarbeiten nicht ausschreiben kann, verschiebt sich der Baustart um ein Jahr.

Füssen – Nur vier bis sechs Wochen würden für die Ausschreibungen bleiben, entscheidet sich der Stadtrat dafür, auf den Förderbescheid zu warten, am bislang geplanten Baustart jedoch festzuhalten. So brachte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) das Problem in der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause auf den Punkt. Einstimmig beschloss das Gremium am vergangenen Dienstag deshalb, den Beginn der Grund- und Mittelschulsanierung um ein ganzes Jahr zu verschieben.

Philip Leube von „f64 Architekten“ nahm an der Sitzung teil, um die Stadträte über die terminlichen Fristen und baulichen Rahmenbedingungen zu informieren. Da der Förderbescheid in diesem Jahr nicht mehr eingehen wird und der Fördergeber keine Aussage dazu trifft, wann die Förderung 2021 ins Haus flattern wird, entwarf das Büro Kling Consult drei Varianten für ein weiteres Vorgehen. Denn viele wüssten nicht, dass der Ausschreibungsplan sehr differenziert ist, sagte der Architekt. „Jede einzelne Ausschreibung beinhaltet zum Beispiel Einhaltungsfristen“, so Leube. Hinzu kommt, das 80 Prozent der Gewerke EU-weit ausgeschrieben werden müssen.

Drohende Schadensersatzklagen

„Die Bauabschnitte hangeln sich von Sommerferien zu Sommerferien“, sagte Leube. Der Grund dafür sind die lauten Arbeiten, wie zum Beispiel der geplante Teilabbruch, der den laufenden Schulbetrieb stark stören würde. Variante eins würde deshalb beinhalten, am bisherigen Zeitplan festzuhalten und die Ausschreibung der Gewerke noch vor Erhalt des Förderbescheids bekannt zu machen. So könnten die Abbrucharbeiten in den Sommerferien 2021 beginnen. Allerdings ist es nicht rechtens ohne den Bescheid einen solchen Schritt zu tun und die Stadt müsste damit rechnen an Förderung zu verlieren. Was wiederum Schadensersatzklagen der beauftragten Firmen mit sich bringen könnte.

Verfahrensvariante zwei sieht eine terminliche Verschiebung des Baubeginns um die Zeit vor, bis der Förderbescheid eingegangen und die Ausschreibungsreife erreicht ist. Was im Umkehrschluss bedeuten würde, dass zwar keine möglichen Schadensersatzforderungen drohen, jedoch der gesamte Bauablauf neu strukturiert werden muss. Vor allem aber würden die Abrissarbeiten nicht in den Sommerferien vonstatten gehen. „Diese Variante kollidiert inhaltlich mit den Bedürfnissen der Schulfamilie“, war Leubes klare Aussage.

Regelkonform

Die Planer von „f64 Architekten“ empfahlen dem Stadtrat, den Baustart um ein ganzes Jahr zu verschieben wie sie es auch in Variante drei formuliert hatten. Damit halte sich die Stadt an die Regel, die Ausschreibungen erst nach Erhalt des Bescheids bekannt zu machen, es drohen keine Schadensersatzforderungen und die Schulfamilie würde nicht durch die sehr lauten Abbrucharbeiten am Unterrichtsgeschehen gestört.

Das schien die Räte wohl zu überzeugen. Denn sie entschieden sich für Variante drei. Eichstetter bedankte sich. „Wir hätten sechs bis acht Wochen für die Ausschreibungen. Das ist zu knapp bemessen.“ Der Start des über 50 Millionen Euro teuren Projekts soll demnach im Frühjahr 2022 erfolgen.

Situation verbessern

Um für die Schüler und Lehrer den Unterricht und Aufenthalt in den maroden Gebäuden zu erleichtern, bat Ilona Deckwerth (SPD) darum, schnelle Lösungen für ersichtliche Mängel zu suchen. Wie diese Maßnahmen aussehen könnten, müsse besprochen werden, meinte der Bürgermeister. „Aufwand-Nutzen orientiert“, so Jürgen Doser (FWF), müssten sie sein.

Selma Höfer

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