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TSG Füssen greift der klammen Stadt unter die Arme

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Von: Alexander Berndt

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Weidach-Turnhalle in Füssen
Die Weidach-Turnalle muss teilweise saniert werden. Die TSG Füssen hat jetzt eine Kostenbeteiligung beschlossen. © Alexander Berndt

Füssen - Weil die Stadt notorisch klamm ist, wird die TSG Füssen sich an der Sanierung der Weidach-Turnhalle beteiligen. Welche Bedingungen der Verein daran knüpft.

Dass die Turn- und Sportgemeinde (TSG) Füssen wegen der chronisch angespannten Finanzlage der Lechstadt für die Sanierung der ihrer sportlichen Heimat, der Weidach-Turnhalle, bereits „seit 1979 Rücklagen gebildet“ hat, zahlt sich jetzt aus. So könne man nach Jahrzehnten „endlich über eine Renovierung/Sanierung der Weidach-Turnhalle sprechen“, sagte jetzt Vorsitzende Gerda Bechteler in der Jahreshauptversammlung des 1846 gegründeten Traditionsvereins. Einstimmig fassten die rund 20 anwesenden Mitglieder den Beschluss, für die anstehenden Instandsetzungsarbeiten 100.000 Euro aus der Klubkasse zu zahlen.

Wie bereits mehrfach ausführlich im Kreisboten berichtet, muss die Weidach-Turnhalle in Teilen saniert werden, wie Untersuchungen in der Vergangenheit ergeben haben. Voraussetzung dafür ist aber eine finanzielle Beteiligung der TSG, da die klamme Kommune die Arbeiten alleine nicht finanzieren kann. Die Planer sind deshalb angehalten, darauf zu achten, dass der städtische Anteil an den Sanierungskosten die Grenze von 175.000 Euro nicht überschreitet, wie der Stadtrat kurz vor Weihnachten in einer Sondersitzung zum Haushaltskonsolidierungsprogramm beschlossen hat.

Die 175.000 Euro sollen zunächst einmal für den vom Verein „für dringend angezeigt“ angesehenen Austausch der Fenster und Haupteingangstüren der Halle verwendet werden, hieß es jetzt in der Jahreshauptversammlung. Bechteler stellte zudem klar, dass die Heizung sowie Sanitäranlagen ebenfalls erneuert werden müssten. Alle diesbezüglichen Arbeiten sollen heuer noch beginnen, erklärte die Vorsitzende den anwesenden Mitgliedern.

Ob es tatsächlich bei diesem Zeit- und Kostenplan bleibt, wird der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 22. Februar, ab 17 Uhr im Haus Hopfensee beraten und entscheiden.

Vertrag mit der Stadt

Vonseiten des Füssener Traditionsvereins soll über die Kostenbeteiligung für die Renovierung der Halle dem Vereinsbeschluss entsprechend jedenfalls ein Vertrag mit dem Rathaus abgeschlossen werden. Dieser soll unter anderem auch berücksichtigt, dass bei einem möglichen Verkauf des Grundstücks sowie einem danach unter Umständen folgenden Abbruch der Halle ein Kostenausgleich stattfindet. Der TSG-Vorstand „ist bei den Entscheidungen über die Baumaßnahmen, der Planung und Auftragsvergaben mit Stimmrecht einzubinden,“, betonte Bechteler weiter und freute sich am Ende der Sitzung ausdrücklich darüber, „dass sich was tut, für alle, die hier Sport treiben.“

Zu diesen dürften künftig auch zahlreiche Schüler der Grundschule Füssen/Schwangau sowie der Anton-Sturm-Mittelschule zählen, da die gemeinsame Turnhalle dieser Schulen heuer abgerissen wird und die Weidach-Turnhalle deshalb für den Schulsport genutzt werden soll. Die Renovierung der Halle solle daher „immer nur in den Ferien“ vorgenommen werden, betonte die Vorsitzende.

Zuvor hatte die an diesem Abend in ihrem Amt bestätigte Vereins-Vorsitzende auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt und dabei unter anderem mit Blick auf die Jahre 2020 und 2021 über einen ziemlich eingeschränkten Sportbetrieb berichtet. Lediglich in 13 beziehungsweise 17 Wochen sei ein solcher möglich gewesen.

Trotzdem steht der Füssener Traditionsverein finanziell gut da, teilte der ebenfalls wieder gewählte Schatzmeister und Dritte Vorsitzende Klaus Rinner mit. Während außer ihm auch Dietmar Sulger erneut als Zweiter Vorsitzender sowie Heidi Raab als Schriftführerin fungieren, folgen Nicole Leonhardt und Ulf Förster dagegen im Amt der Kassenprüfer in Zukunft Sieglinde Dollacker und Alois Kuhn. Beide hatten sich aus Altergründen nicht mehr zur Verfügung gestellt.

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