Tipps vom AELF

Hohe Gefahr durch Borkenkäfer im Ostallgäu

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Revierleiterin Christine Nordhaus (links) und Forstdirektor Stephan Kleiner (rechts) untersuchen die Entwicklungsstadien der Borkenkäferlarven.

Füssen – „Die Borkenkäfergefahr im Ostallgäu und Kaufbeuren ist derzeit sehr hoch“ warnt Forstdirektor Stephan Kleiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren. Revierleiterin Christine Nordhaus und er untersuchten jetzt eine Fichte auf Borkenkäferbefall.

„Wir haben mit Larven, Puppen und Jungkäfern unterschiedliche Entwicklungsstadien in der Fichte gefunden, das ist ein Hinweis, dass der Borkenkäferdruck sehr hoch ist“, sagt Nordhaus. In den vergangenen Jahren hat sich bereits eine sehr hohe Borkenkäferpopulation aufgebaut. Derzeit profitieren die Borkenkäfer vom sonnigen und warmen Wetter und entwickeln sich besonders schnell. Hinzu kommt, dass die Wälder nach wie vor durch die Trockenheit und Hitze im Sommer 2018 geschwächt sind. 

Sorge bereitet Forstdirektor Kleiner, dass in diesem Jahr seine Förster überall verteilt in den Ostallgäuer Wäldern einzelne Käferbäume finden. „Einzelne befallene Bäume sind viel gefährlicher“, erläutert er. „Werden diese nicht entdeckt und befallene Bäume von den Waldbesitzern aufgearbeitet, können von den ausfliegenden Käfern 20 neue, gesunde Fichten befallen werden“, ergänzt Revierleiterin Nordhaus.

In der Folge könnten ganze Wälder absterben. „Wir müssen jetzt handeln und die Käferbäume konsequent aufarbeiten, sonst bekommen wir im Landkreis ein riesiges Borkenkäferproblem“, warnt Kleiner. Die Förster stellen aber auch fest, dass dort, wo im vergangenen Jahr die Waldbesitzer konsequent den Borkenkäfer bekämpft haben, sich die Situation meistens verbessert hat. Nordhaus empfiehlt den Waldbesitzern deshalb, alle zwei Wochen ihre Wälder auf Borkenkäferbefall zu untersuchen. 

Ob Bäume vom Borkenkäfer befallen sind, sei recht gut am Bohrmehl, das häufig an Rindenschuppen, am Stammfuß oder in Spinnennetzen an den Bäumen zu finden ist erkennbar.

Spezielle Schulungen

Für Interessierte, die mehr über die Borkenkäfersuche erfahren möchten, bieten die Forstbetriebsgemeinschaften gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung spezielle Schulungen an. 

Dabei wird auch darüber informiert, wie man strategisch und effizient zur Suche ansetzen sollte. Eine Finanzielle Unterstützung erhalten die Waldbesitzer von der Staatsregierung. Bis zu zwölf Euro pro Kubikmeter Holz können Waldbesitzer erhalten, wenn sie befallene Bäume rasch fällen, entrinden oder aus dem Wald transportieren. Weitere Infos zur Förderung und Beratung erhalten die Waldbesitzer bei den Revierleitern des AELF Kaufbeuren. Hilfe und Unterstützung bei der Aufarbeitung der befallenen Fichten geben die Forstbetriebsgemeinschaften und sonstige forstliche Dienstleister.

kb

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